
☝️🫵👉 STURMTIEF LUISE FEGT ÜBER DÜSSELDORF – KIRMES GESTOPPT, BAHNVERKEHR GESTÖRT
Es sollte ein fröhlicher Auftakt am Rhein werden. Fahrgeschäfte, Kirmeslichter und ein großes Feuerwerk waren für den Eröffnungsabend der Düsseldorfer Herbstkirmes vorgesehen. Doch am Freitag, 23. Oktober, bestimmte nicht das geplante Festprogramm den Abend, sondern das Wetter. Sturmtief Luise zog über Nordrhein-Westfalen und brachte auch Düsseldorf schwere Sturmböen. Während die Schausteller am Tonhallenufer ihr Programm einschränken mussten, wurde die Heimreise für zahlreiche Bahnreisende am Hauptbahnhof zur Geduldsprobe.
Die Wetterlage hatte sich bereits im Laufe des Freitags angekündigt. Der Deutsche Wetterdienst warnte für Düsseldorf ab 15 Uhr vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Kilometern pro Stunde. In Schauernähe und besonders exponierten Lagen waren sogar Böen bis 95 Kilometer pro Stunde möglich. Ursache war das kräftige Tiefdruckgebiet Luise, das zuvor über den Atlantik nach Westeuropa gezogen war und dessen Sturmfeld am Freitagabend Nordrhein-Westfalen erreichte.
Wie heftig der Wind tatsächlich wurde, zeigen die Messungen des Abends. Nach Angaben des WDR-Meteorologen Jürgen Vogt wurden zwischen 22 und 23 Uhr in Düsseldorf Böen von 89 Kilometern pro Stunde registriert. Das entspricht einer schweren Sturmböe der Windstärke 10. Auch in zahlreichen anderen Städten Nordrhein-Westfalens wurden hohe Windgeschwindigkeiten gemessen. Erst nach Mitternacht sollte der Wind allmählich nachlassen.
Besonders sichtbar wurden die Auswirkungen am Tonhallenufer. Dort hatte am Freitagnachmittag die traditionelle Herbstkirmes begonnen. Rund 35 Schaustellerbetriebe waren mit Fahrgeschäften, Spielbuden und gastronomischen Angeboten an den Rhein gekommen. Eigentlich sollte ein Feuerwerk den ersten Veranstaltungstag krönen. Doch angesichts der Wetterentwicklung wurde die für Freitagabend geplante Feuerwerksshow abgesagt. Nach Angaben aus dem Umfeld der Veranstaltung wird versucht, sie am Freitag, 30. Oktober, nachzuholen.
Damit traf der Sturm ausgerechnet den Auftakt einer Veranstaltung, auf die sich Schausteller und Besucher vorbereitet hatten. Auch der Kirmesbetrieb wurde am Freitagabend vorzeitig beendet. Die Herbstkirmes soll planmäßig noch bis zum 1. November stattfinden. Für die kommenden Veranstaltungstage bleibt allerdings entscheidend, welche Wetterbedingungen tatsächlich herrschen.
Während am Rhein das Kirmesprogramm eingeschränkt wurde, machte sich das Unwetter auch im Bahnverkehr bemerkbar. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof warteten am späten Freitagabend Hunderte Menschen auf ihre Verbindungen. Noch kurz nach 23 Uhr häuften sich auf den Anzeigetafeln die Verspätungen. Viele Reisende mussten deutlich länger als geplant auf ihre Weiterfahrt warten.
Hintergrund waren erhebliche wetterbedingte Beeinträchtigungen im nordrhein-westfälischen Schienennetz. Umgestürzte Bäume und Schäden an Oberleitungen führten auf verschiedenen Strecken zu Einschränkungen und Zugausfällen. Auch wenn nicht jede dieser Störungen unmittelbar im Düsseldorfer Stadtgebiet lag, waren ihre Auswirkungen am zentralen Verkehrsknotenpunkt der Landeshauptstadt deutlich zu spüren.
Bereits vor dem Höhepunkt des Sturms hatte die Stadt Düsseldorf eine vorsorgliche Sicherheitsentscheidung getroffen. Der Wildpark im Grafenberger Wald bleibt am heutigen Samstag, 24. Oktober, geschlossen. Die Landeshauptstadt begründete dies ausdrücklich mit der amtlichen Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Sollte sich die Wetterlage ausreichend beruhigen, könnte der Wildpark am Sonntag wieder öffnen.
Die Vorsichtsmaßnahme ist nachvollziehbar. Gerade in bewaldeten Bereichen können starke Windböen gefährlich werden, wenn Äste abbrechen oder Bäume ihre Standfestigkeit verlieren. Die amtliche Wetterwarnung wies ausdrücklich auf herabstürzende Äste und umherfliegende Gegenstände hin. Auch lose Gegenstände im Freien sollten deshalb gesichert werden.
Wie groß die Schäden innerhalb Düsseldorfs tatsächlich ausgefallen sind, lässt sich am Samstagvormittag noch nicht abschließend beurteilen. Eine belastbare Gesamtbilanz der Düsseldorfer Feuerwehr mit bestätigten Einsatzzahlen, Sachschäden oder möglichen Verletzten liegt bislang nicht vor. Meldungen über umgestürzte Bäume und beschädigte Gebäude aus anderen Städten Nordrhein-Westfalens lassen sich nicht ohne Weiteres auf Düsseldorf übertragen.
Fest steht dagegen, dass Luise den Freitagabend in der Landeshauptstadt spürbar verändert hat. Die Herbstkirmes musste auf ihr geplantes Eröffnungsfeuerwerk verzichten, der Bahnbetrieb war erheblich beeinträchtigt und die Stadt reagierte mit vorsorglichen Sicherheitsmaßnahmen. Die gemessenen Windgeschwindigkeiten zeigen, dass es sich keineswegs nur um einen gewöhnlich windigen Herbstabend handelte.
Für Düsseldorf bleibt nach dieser Sturmnacht vor allem die Frage, welche Schäden der Wind möglicherweise hinterlassen hat und wie schnell sich der Betrieb auf den betroffenen Bahnstrecken wieder normalisiert. Eine abschließende Bewertung wird erst möglich sein, wenn die zuständigen Stellen ihre Bilanzen vorgelegt haben.
Wie habt ihr den Sturm gestern Abend erlebt? Gab es in eurem Veedel umgestürzte Bäume, beschädigte Gegenstände oder Probleme auf dem Heimweg? Berichtet uns gerne von euren Beobachtungen.
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