BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN…

☝️🫵👉 BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN…
☝️🫵👉 BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN…

☝️🫵👉 BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN HAUS BIERDUFT ZOG

Wer heute durch die Citadellstraße geht, erlebt eine der schönsten erhaltenen Straßen der Düsseldorfer Carlstadt. Kopfsteinpflaster, barocke und klassizistische Häuser, ruhige Fassaden – beinahe eine kleine Zeitkapsel mitten in der Innenstadt. Was man kaum noch ahnt: Hier wurde einmal an mehreren Stellen gleichzeitig Bier gebraut.

Zu diesen verschwundenen Braustätten gehörte die Brauerei Butzon.

Die historischen Quellen sind bei diesem Haus deutlich lückenhafter als bei Uerige, Schumacher oder Füchschen. Gerade deshalb ist Butzon für unsere Serie spannend. Denn die Düsseldorfer Brauereigeschichte bestand nicht nur aus den Namen, die bis heute auf Gläsern und Hausfassaden stehen. Sie bestand aus Dutzenden kleinen Hausbrauereien, deren Geschichten irgendwann im Stadtbild verschwanden.

Für die Citadellstraße nennen Düsseldorfer Heimatforscher noch für das frühe 20. Jahrhundert fünf bis sechs obergärige Brauereien. Eine davon war die spätere Brauerei Heinrich Kreuder, ausdrücklich als „vormals Butzon“ bezeichnet. Damit ist zumindest eine direkte Traditionslinie belegt: Aus dem Betrieb Butzon wurde später das Brauerei-Gasthaus St. Maximilian unter Heinrich Kreuder.

Und genau hier müssen wir bei der Rekonstruktion sauber bleiben.

Für Butzon selbst konnten wir bislang keine vollständige historische Sortenliste finden. Sicher ist jedoch, dass die Brauerei in jener Düsseldorfer Tradition stand, in der obergärige Biere dominierten. Das heißt: Das Bier wurde mit obergäriger Hefe gebraut – also mit jener alten Brauweise, aus der später das Altbier hervorging, wie wir es heute kennen.

Ob Butzon sein Bier damals bereits ausdrücklich „Alt“ nannte, lässt sich aus den bisher gefundenen Unterlagen nicht sicher belegen. Und genau das ist wichtig: Der Begriff Altbier wurde erst vergleichsweise spät zu jener festen Sortenbezeichnung, die wir heute selbstverständlich verwenden. Viele ältere Düsseldorfer Brauereien verkauften schlicht ihr obergäriges Bier, Hausbier oder Lagerbier, ohne dass daraus bereits eine moderne Markenbezeichnung geworden wäre.

Auch deshalb lohnt es sich bei unserer Serie, genauer hinzusehen.

Denn Düsseldorf war früher keineswegs eine Stadt, in der ausschließlich dunkles Alt getrunken wurde. Historische Anzeigen und Brauereiquellen zeigen ein deutlich vielfältigeres Bild. Neben obergärigen dunkleren Bieren gab es Lagerbiere, helle Biere, Export, Bock und später auch Pils. Welche dieser Varianten Butzon tatsächlich selbst gebraut hat, wollen wir jedoch nicht behaupten, solange dafür kein belastbarer Beleg vorliegt.

Überliefert ist dagegen die Atmosphäre des Hauses.

Ein Bericht aus dem Jahr 1939 erzählt eine kleine Szene aus der Zeit, als die ehemalige Brauerei Butzon bereits Braumeister Heinrich Kreuder gehörte. Ein Bauer steht an der Schenke und trinkt sein Bier, während ein Düsseldorfer Original hereinkommt. Nur ein winziger Ausschnitt – und doch entsteht sofort ein Bild: keine große Industriebrauerei, sondern ein Haus, in dem Brauen, Ausschank und Alltag noch unmittelbar zusammengehörten.

Die Adresse Citadellstraße 8 blieb auch später ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Das Brauerei-Gasthaus St. Maximilian wurde unter Kreuder zu einem bekannten Lokal. Besonders die Düsseldorfer Schlaraffen fanden hier eine Heimat. Heinrich Kreuder selbst ging als „Ritter Falkenauge, der Forellenschinder“ in deren Überlieferung ein. Noch in den 1950er-Jahren wurden in dem Lokal Vereine gegründet und Fässer gemeinsam geleert.

Das Haus steht bis heute.

Die Citadellstraße 8 stammt im Kern aus der Zeit um 1700 und steht unter Denkmalschutz. Damit haben wir bei Butzon einen jener seltenen Fälle, bei denen die Brauerei zwar verschwunden ist, ein Teil ihrer Bühne aber erhalten blieb.

Wer heute dort vorbeigeht, läuft also an einem Haus vorbei, in dem vor Generationen noch gebraut, ausgeschenkt, diskutiert und gefeiert wurde.

Und die Umgebung erzählt noch mehr.

Nur wenige Häuser weiter begann 1838 die Geschichte der heutigen Brauerei Schumacher. Auch „Zur Stadt Neuß“, „Zum heiligen Franziskus“, „Zum Schloss Benrath“ und „Zum roten Ochsen“ werden für die Citadellstraße als ehemalige Brauereien genannt.

Man muss sich das einmal vorstellen: Eine Straße, die wir heute vor allem wegen ihrer historischen Architektur kennen, war damals gleichzeitig eine regelrechte kleine Brauereimeile.

Aus offenen Türen kam der Geruch von Malz und Würze. Fässer wurden angeliefert und abgeholt. In den Schankräumen standen Nachbarn, Handwerker, Händler und Vereine. Jede Wirtschaft hatte ihr eigenes Bier – und vermutlich auch ihre eigenen Stammgäste, die selbstverständlich wussten, welches Haus das beste Fass im Keller hatte.

Von all dem ist heute fast nichts mehr sichtbar.

Genau deshalb gehört die Brauerei Butzon in diese Serie.

Sie ist vielleicht keine der großen Düsseldorfer Bierlegenden. Aber sie steht stellvertretend für jene vielen kleinen Hausbrauereien, ohne die die berühmte Düsseldorfer Bierkultur überhaupt nicht entstanden wäre.

Und jetzt kommt ihr ins Spiel:

Hat jemand von euch noch alte Fotos, Bierdeckel, Flaschen, Rechnungen oder Familiengeschichten zur Brauerei Butzon oder zum späteren St. Maximilian in der Citadellstraße? Vielleicht schlummert irgendwo noch genau das Stück Geschichte, das uns bislang fehlt.

Schreibt uns eure Erinnerungen und Hinweise in die Kommentare.

Denn manchmal beginnt Stadtgeschichte genau dort, wo die offiziellen Akten aufhören.

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