
☝️🫵👉 WENN DIGITALISIERUNG ZUR HÜRDE WIRD: DÜSSELDORF WILL ÄLTERE MENSCHEN BESSER UNTERSTÜTZEN
Ein Arzttermin wird online gebucht. Der Behördentermin muss im Internet vereinbart werden. Versicherungsunterlagen liegen im Kundenportal, Fahrkarten in der App und selbst einfache Formulare wandern immer häufiger ins Netz. Für viele Menschen ist das längst selbstverständlich. Für andere wird genau diese Entwicklung zunehmend zum Problem.
Der Düsseldorfer Seniorenrat will deshalb erreichen, dass ältere Menschen deutlich mehr praktische Unterstützung im digitalen Alltag bekommen. Am Dienstag, 13. Oktober, beschäftigt sich der Ausschuss für Gesundheit und Soziales mit einem entsprechenden Antrag. Geprüft werden soll unter anderem, wie Schulungen und niedrigschwellige Hilfsangebote rund um Smartphone, Tablet, Computer und digitale Dienste ausgebaut werden können.
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur darum, weitere Computerkurse anzubieten. Zunächst soll die Stadt erfassen, welche Angebote in Düsseldorf bereits existieren, wie gut sie bekannt sind und wo Versorgungslücken bestehen. Denn Hilfe gibt es durchaus – nur erreicht sie nicht automatisch jene Menschen, die sie besonders benötigen.
Noch weiter geht ein zweiter Vorschlag des Seniorenrates. Bürgerbüros, Stadtteilbüchereien, Bürgerhäuser oder ähnliche Einrichtungen könnten künftig zu Anlaufstellen für Menschen werden, die digitale Dienstleistungen nicht allein nutzen können. Denkbar wären öffentlich zugängliche Computer oder andere Geräte – kombiniert mit persönlicher Unterstützung.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Servicefrage. Tatsächlich geht es aber um gesellschaftliche Teilhabe.
Denn wer keinen Computer besitzt, sich kein Smartphone leisten kann oder mit digitalen Anwendungen überfordert ist, verliert zunehmend Möglichkeiten, Dinge selbstständig zu erledigen. Das betrifft längst nicht mehr nur Onlinebanking oder soziale Netzwerke. Arzttermine, Behördenkontakte, Anmeldungen, Dokumente, Tickets oder Verträge werden immer häufiger digital organisiert.
Der Seniorenrat weist deshalb auf einen entscheidenden Unterschied hin: Nicht jeder Mensch, der digitale Angebote nicht nutzt, will grundsätzlich analog bleiben. Viele würden sie gern nutzen, brauchen aber jemanden, der geduldig erklärt, gemeinsam ausprobiert und auch beim zweiten oder dritten Mal noch einmal hilft.
Düsseldorf hat dafür bereits eine gute Infrastruktur. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt arbeiten 32 zentren plus, die Menschen ab 55 Jahren beraten, Begegnungsmöglichkeiten schaffen und dabei helfen sollen, möglichst lange selbstbestimmt zu leben. Auch dort gibt es bereits unterschiedliche digitale Angebote. Hinzu kommen Kurse der Volkshochschule und weitere Initiativen.
Wie groß das Interesse ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Ein VHS-Kurs speziell für Seniorinnen und Senioren zu ChatGPT, Gemini, Copilot und anderen KI-Anwendungen startet ausgerechnet ebenfalls am 13. Oktober – und wird bereits nur noch über Warteliste angeboten.
Digitale Teilhabe bedeutet inzwischen also weit mehr als zu wissen, wie man eine E-Mail schreibt. Es geht um Apps, Online-Formulare, digitale Behördenleistungen, Videotelefonie, Sicherheit im Netz und zunehmend auch um künstliche Intelligenz.
Gleichzeitig darf Digitalisierung nicht dazu führen, dass Menschen aus dem Alltag ausgeschlossen werden.
Genau deshalb ist die Frage wichtig, die Düsseldorf jetzt beantworten muss: Wie digital kann eine Stadt werden, ohne diejenigen zurückzulassen, die mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten können?
Der Seniorenrat bietet ausdrücklich an, an der Entwicklung eines entsprechenden Projekts mitzuwirken. Entscheiden soll zunächst der Ausschuss, ob die Verwaltung die vorgeschlagenen Möglichkeiten genauer untersuchen soll.
AUSSCHUSS FÜR GESUNDHEIT UND SOZIALES
Dienstag, 13. Oktober 2026
15 Uhr
Rathaus Düsseldorf
Plenarsaal
Marktplatz 2
40213 Düsseldorf
Die Sitzung ist öffentlich und wird außerdem live übertragen:
www.duesseldorf.de/livestream
Und jetzt interessiert uns eure Erfahrung: Helft ihr Eltern, Großeltern oder älteren Nachbarn regelmäßig bei Smartphone, Apps oder Online-Terminen? Oder gehört ihr selbst zu denen, die manchmal denken: Warum muss eigentlich inzwischen alles digital sein?
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