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Künstliche Intelligenz ist längst im Familienalltag angekommen. Sie erklärt Matheaufgaben, schreibt Texte um, erzeugt Bilder, beantwortet Fragen – und manchmal wird aus dem digitalen Werkzeug sogar ein Gesprächspartner, dem Kinder und Jugendliche Sorgen, Unsicherheiten oder sehr persönliche Gedanken anvertrauen.
Genau darum geht es am Dienstag, 13. Oktober, bei einem kostenlosen Informationsabend der Volkshochschule Düsseldorf. Unter dem Titel „KI im Kinderzimmer – ChatGPT bei den Hausaufgaben, KI als beste Freundin auf dem Handy – wie gehen Familien damit um?“ will die VHS Eltern und Sorgeberechtigten eine erste Orientierung geben.
Der Zeitpunkt könnte kaum aktueller sein. Nach Angaben der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz nutzen viele Jugendliche KI bereits selbstverständlich zum Lernen. Gleichzeitig gewinnen sogenannte KI-Companions an Bedeutung – Programme, die nicht nur Fragen beantworten, sondern bewusst Nähe, Persönlichkeit und längerfristige Beziehungen simulieren.
Und genau dort wird es kompliziert.
Denn ein Chatbot wirkt oft geduldig, freundlich und jederzeit verfügbar. Er widerspricht nicht wie ein Elternteil, hat keine schlechte Laune und antwortet auch nachts um zwei. Für Jugendliche kann das entlastend wirken. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass eine künstliche Beziehung echter erscheint, als sie ist.
Ein KI-System empfindet nichts. Es versteht Sorgen nicht wie ein Mensch, auch wenn seine Antworten so klingen können. Es kann falsche Informationen liefern, problematische Inhalte erzeugen oder durch seine Gesprächsführung Vertrauen aufbauen, das Nutzer dazu bringt, immer persönlichere Informationen preiszugeben.
Besonders sensibel sind sogenannte Charakter- oder Companion-Bots. Untersuchungen von jugendschutz.net haben gezeigt, dass Minderjährige bei einzelnen Angeboten trotz vorhandener Schutzmechanismen schnell auf ungeeignete oder grenzüberschreitende Inhalte stoßen können. Gerade deshalb fordern Jugendschutzexperten klare altersgerechte Leitplanken und vor allem Erwachsene, die junge Menschen nicht einfach allein mit diesen Anwendungen lassen.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: Dürfen Kinder KI benutzen?
Diese Entwicklung lässt sich ohnehin kaum zurückdrehen.
Spannender ist die Frage, wie Familien damit umgehen können, ohne entweder alles zu verbieten oder jede neue Anwendung bedenkenlos laufen zu lassen.
Beim Düsseldorfer Infoabend soll deshalb zunächst erklärt werden, was hinter ChatGPT, Bildgeneratoren und KI-Companions überhaupt steckt. Außerdem geht es darum, welche Rolle diese Anwendungen inzwischen im Alltag von Kindern und Jugendlichen spielen und welche Fragen Eltern im Blick behalten sollten.
Der Abend bildet zugleich den Einstieg in eine zweiteilige Veranstaltungsreihe „KI im Kinderzimmer“. Vorgestellt wird, welche Themen dort vertieft werden und wie die weiteren Termine aufgebaut sind. Eigene Fragen der Besucher sind ausdrücklich erwünscht.
Geleitet wird der Abend von Vanessa Linnemann, Medienwissenschaftlerin und Philosophin. Veranstalter sind die Volkshochschule Düsseldorf in Kooperation mit der Elternschaft Düsseldorfer Schulen und dem Regionalen Bildungsbüro.
Vorkenntnisse braucht niemand.
Vielleicht ist genau das wichtig. Denn viele Eltern erleben gerade einen merkwürdigen Rollentausch: Die eigenen Kinder kennen die neuen Anwendungen oft früher und nutzen sie selbstverständlicher. Erwachsene sollen aber trotzdem erklären, wo Chancen liegen, wo Risiken beginnen und warum nicht jede überzeugend klingende Antwort richtig ist.
Medienerziehung bekommt damit eine neue Dimension.
Früher ging es darum, wie lange Kinder vor dem Bildschirm sitzen. Heute geht es zusätzlich darum, mit wem – oder besser gesagt mit was – sie dort sprechen.
KI IM KINDERZIMMER
Dienstag, 13. Oktober 2026
18.30 bis 20 Uhr
Volkshochschule Düsseldorf
Haus H, Saal 1
Yorckstraße 23
40476 Düsseldorf
Teilnahme kostenlos
Anmeldung möglich
Und jetzt an die Eltern unter euch: Nutzen eure Kinder ChatGPT oder andere KI-Anwendungen bereits für Schule und Freizeit? Findet ihr das hilfreich – oder macht euch besonders der Gedanke Sorgen, dass ein Chatbot irgendwann zum digitalen Freund oder Kummerkasten wird?
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