
☝️🫵👉 2027 WIRD ES JECK: 6 × 11 JAHRE ZUGLEITUNG DÜSSELDORF – DIE MENSCHEN HINTER UNSEREM ZOCH
Wenn Düsseldorf am Rosenmontag feiert, gehören die Blicke den Wagen, den Fußgruppen und dem Prinzenpaar. Damit all das durch die Stadt kommt, braucht es aber auch Menschen, die Fahrzeuge einweisen, Abstände beachten, Probleme lösen und bis zur Rückkehr in die Wagenbauhalle Verantwortung tragen. Genau dafür steht die Zugleitung 1961.
Am 26. Oktober 2026 blickte diese besondere Gemeinschaft auf 65 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Das ist für sich genommen schon eine beachtliche Leistung. Doch im kommenden Jahr wird es richtig jeck: Am 26. Oktober 2027 erreicht die Zugleitung ihr närrisches Jubiläum von 6 × 11 Jahren. Ein schöner Anlass, schon heute auf die Menschen zu schauen, deren Geschichte untrennbar mit unserem Düsseldorfer Zoch verbunden ist.
VOM RATINGER HOF ZUM EIGENSTÄNDIGEN VEREIN
Am 26. Oktober 1961 gründete sich im Ratinger Hof die „Kommission Zugleitung im Karnevalsausschuss der Stadt Düsseldorf“. Vorausgegangen waren Sicherheitsprobleme: Bonbonsammler gerieten zwischen Zugmaschinen und Wagen. Seit 1958 stellte die KG Onger Ons die Zugleitung. Als Mitwirkende nach Rosenmontag 1961 aufhören wollten, übernahmen Wilhelm Holzapfel senior, weitere Karnevalisten und Mitglieder des Camping-Clubs Radschläger Verantwortung. Karl Reismann begleitete die Gründung; Holzapfel, damals Präsident von Onger Ons, wurde erster Leiter.
Nach dessen Tod 1967 folgte Heinz Reismann. 1978 wählten die Mitglieder erstmals selbst ihren Chef: Gerd Raunitschke. Ihn löste 1980 Josef Niggenaber ab. Nach dessen Rücktritt 1983 trat an die Stelle des Einzelchefs ein Vorstand mit Heinrich Holzapfel, Wilhelm Holzapfel und Horst Weidemann. Aus der Kommission wurde später ein eigenständiger Verein. Seit 2003 gehört die Zugleitung dem Comitee Düsseldorfer Carneval als ordentliches Mitglied an.
MENSCHEN, DIE ÜBER JAHRZEHNTE GEBLIEBEN SIND
Solche Jahreszahlen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Wie viel Beständigkeit hinter der Zugleitung steckt, zeigen die Menschen, die über Jahrzehnte geblieben sind. Wilhelm „Willi“ Scheidmann wird seit 1971 als Mitglied geführt, Emil Janosch seit 1983 und Nico Di Carlo seit 1998. Janosch gehört heute weiterhin dem erweiterten Vorstand an. Hier reicht die persönliche Verbindung zum Verein weit über einzelne Sessionen hinaus.
Auch die Ehrenmitgliedschaften machen diese Verbundenheit sichtbar: Willi Holzapfel wurde 2003 ausgezeichnet, Karl-Heinz Balf 2009 und Wilhelm Scheidmann 2010. Holzapfel gehörte bereits seit dem Gründungsjahr zur Zugleitung. Im Juni 2026 verabschiedete sich der Verein mit einem Nachruf von ihm. Zum bevorstehenden närrischen Jubiläum gehört deshalb nicht nur der Blick auf das Erreichte, sondern auch die Erinnerung an Menschen, die fehlen. In ihrem Totengedenken bewahrt die Zugleitung ebenso die Namen von Rolf Gerdes und ihrem früheren Schatzmeister Wolfgang Becker.
VON HERMANN SCHMITZ ZU MICHAEL FAUSTMANN
Wer heute über die Führung der Zugleitung spricht, kommt an Michael Faustmann nicht vorbei. „Fausti“ gehört seit 1997 ihrem Vorstand an und führt den Verein seit 2004 als erster Vorsitzender und Geschäftsführer. Damit steht er seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze der Mannschaft. 2021 übernahm er zusätzlich das Amt des Rosenmontagszugleiters im Comitee Düsseldorfer Carneval.
Sein Vorgänger in diesem Amt war Hermann Schmitz. Bereits 2005 hatte Schmitz Faustmann als Beirat zu seiner Unterstützung berufen. Der spätere Wechsel baute somit auf einer langjährigen Zusammenarbeit auf. Der im August 2025 verstorbene Hermann Schmitz gehört ebenfalls zu den Persönlichkeiten, die in diesem Rückblick ihren Platz haben. Dabei lohnt die Unterscheidung: Die Führung des Vereins Zugleitung und die Leitung des gesamten Rosenmontagszuges sind zwei verschiedene Aufgaben. Bei Faustmann laufen sie heute zusammen.
EINE MANNSCHAFT MIT VERTEILTER VERANTWORTUNG
Hinter einem Vorsitzenden steht allerdings keine namenlose Helferschar, sondern ein Vorstand mit verteilten Zuständigkeiten. Meinolf Höhler ist zweiter Vorsitzender und Schriftführer. Frank Engels verantwortet als Schatzmeister die Finanzen und führt die Geschäftsstelle. Klaus Kazmierski und Emil Janosch ergänzen die Vereinsführung im erweiterten Vorstand.
Diese Aufgaben mögen weniger öffentlichkeitswirksam sein als ein Auftritt auf dem Rosenmontagswagen. Für einen Verein, der planen, Absprachen festhalten und seinen Betrieb organisieren muss, sind sie jedoch unverzichtbar. Auch darin liegt ein Stück der Geschichte der Zugleitung: Das Ehrenamt funktioniert nicht allein auf der Straße, sondern ebenso am Schreibtisch und in der Vorbereitung.
BEVOR DER ERSTE WAGEN ROLLT
Ein besonders anschauliches Beispiel ist das sogenannte Wagenmikado. Vor Rosenmontag müssen die Fahrzeuge in der Halle so stehen, dass sie später in der richtigen Reihenfolge herauskommen. Dafür werden fast alle Wagen noch einmal herausgezogen und neu eingeordnet. Ein solcher Einsatz kann 16 Stunden und länger dauern. Was von außen wie ein Durcheinander wirken mag, folgt einem vorher durchdachten Plan.
Dabei geht es nicht bloß um Stellplätze. Wagenbreiten und Höhen müssen zu engen Straßen, Brücken und Oberleitungen passen. Die Abstimmung mit der Wagenbauleitung gehört deshalb ebenso dazu wie das Rangieren. Und die Verantwortung endet nicht mit dem Startsignal: Während des Zuges müssen Ablauf, Zeit und Sicherheit zusammenpassen. Auch beim Hoppeditz-Erwachen und beim Kinder- und Jugendumzug unterstützt die Zugleitung. Ihr Einsatz ist also keineswegs auf einen einzigen Montag beschränkt.
ALS EIN TRECKERFAHRER NICHT MEHR WEITERWOLLTE
Wie schnell aus einem geregelten Ablauf eine unerwartete Aufgabe werden kann, zeigt eine Begebenheit, die der Verein aus früheren Jahren schildert. Ein Treckerfahrer bog auf die Königsallee ein, sah vor lauter Menschen keine freie Straße mehr und wollte nicht weiterfahren. Mit den Worten „Da fahre ich nicht durch“ verließ er das Fahrzeug. Ein Gruppenführer der Zugleitung übernahm daraufhin das Steuer, bis ein Ersatzfahrer zur Verfügung stand.
Eine kleine Episode, die viel über dieses Ehrenamt erzählt: Zur sorgfältigen Vorbereitung gehört auch, in einer unerwarteten Situation handlungsfähig zu bleiben. Entscheidend war in diesem Moment nicht der große Auftritt, sondern eine Lösung.
Zum Einsatz gehören ebenso die weniger erzählträchtigen Arbeiten. Fahrzeuge und Fahrer müssen zusammenfinden, Wagen ihre Aufstellplätze erreichen und nach dem Umzug geordnet zurückkehren. Wenn das Publikum längst auseinandergeht, ist die Arbeit an der Halle noch nicht vorbei. Auch das Abbauen und erneute Rangieren gehört zum Ablauf rund um Rosenmontag.
ERFAHRUNG MUSS WEITERGEGEBEN WERDEN
Die Zugleitung beschreibt sich als Gemeinschaft ganz unterschiedlicher Berufe und Lebenswege. Handwerkliche, kaufmännische und andere Erfahrungen kommen zusammen. Für die Einsätze werden Freizeit, Urlaub und mitunter Schlaf geopfert. Gleichzeitig stellt der Verein ausdrücklich klar, dass Gesundheit und Beruf Vorrang haben.
Damit das Wissen nicht mit einzelnen Mitgliedern verloren geht, erhalten Neue einen Paten, der sie in die Arbeit einführt. Eine volle Mitgliedschaft folgt in der Regel frühestens nach einer gemeinsam erlebten Session und einer Abstimmung der Mitglieder. Erfahrung soll also nicht einfach vorausgesetzt, sondern weitergegeben werden.
Natürlich besteht dieses Vereinsleben nicht nur aus Einsatzplänen. Gemeinsame Ausflüge, Grillfeste und Besuche bei befreundeten Karnevalsgesellschaften gehören ebenfalls dazu. Die Menschen, die anderen das Feiern ermöglichen, wollen selbst Gemeinschaft erleben. Das ist kein Nebenaspekt, sondern ein guter Grund, einem solchen Ehrenamt über viele Jahre treu zu bleiben.
6 × 11 JAHRE – EIN NÄRRISCHES JUBILÄUM MIT BESONDERER BEDEUTUNG
65 Jahre Zugleitung sind bereits eine beeindruckende Zeitspanne. Doch das kommende Jahr besitzt im Karneval noch einmal eine ganz eigene Bedeutung. Denn 2027 werden aus 65 Jahren stolze 66 Jahre und damit 6 × 11 Jahre gelebtes Düsseldorfer Brauchtum.
Die Zahl Elf ist aus dem Karneval nicht wegzudenken. Sie steht für das närrische Selbstverständnis und verleiht solchen Jubiläen einen besonderen Stellenwert. Für die Zugleitung wird der 26. Oktober 2027 deshalb zu einem bemerkenswerten Datum in ihrer Vereinsgeschichte.
Doch hinter diesen sechs mal elf Jahren steckt weit mehr als eine schöne Zahl. Es sind Jahrzehnte voller Verantwortung, Freundschaften, gemeinsamer Erlebnisse und unzähliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden. Es sind Generationen von Düsseldorfern, die ihre Zeit und ihre Fähigkeiten eingesetzt haben, damit andere einen unbeschwerten Rosenmontag erleben können.
DUS4YOU gratuliert der Zugleitung Düsseldorf zu inzwischen 65 Jahren engagierter Vereinsarbeit und blickt mit Vorfreude auf das närrische Jubiläum 2027. Unser besonderer Dank gilt den heutigen Mitgliedern ebenso wie allen, die diese Gemeinschaft aufgebaut, geprägt und über die Jahrzehnte begleitet haben.
Beim nächsten Zoch darf der Applaus ruhig auch einmal denen gelten, die neben den Wagen gehen.
LUST, SELBST TEIL DIESER TRUPPE ZU WERDEN?
Wer beim Lesen selbst Lust bekommen hat, Teil der Zugleitung zu werden, sollte Kontakt aufnehmen. Hier lässt sich Düsseldorfer Brauchtum nicht nur miterleben, sondern aktiv mitgestalten – gemeinsam mit Menschen, die ihr Wissen weitergeben und neue Mitstreiter Schritt für Schritt an die Aufgaben heranführen. Gefragt sind Freude am gemeinsamen Anpacken, Teamgeist und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Ein wichtiger Treffpunkt der Zugleitung ist die Wagenbauhalle an der Merowingerstraße 86, 40225 Düsseldorf. Wer die Mannschaft persönlich kennenlernen möchte, kann sich vorab beim Vorstand melden und einen Besuch abstimmen. Gerade während der laufenden Vorbereitungen für die Session 2026/2027 bietet sich so die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mehr über die Mitarbeit zu erfahren.
Vielleicht gehört der eine oder andere neue Mitstreiter dann schon zum großen närrischen Jubiläumsjahr 2027 dazu.
E-Mail: vorstand@zugleitung-duesseldorf.de
Kontaktformular: https://zugleitung-duesseldorf.de/index.php/kontakt/
Weitere Informationen: https://zugleitung-duesseldorf.de
Zugleitung voll Tanzbar:
https://youtu.be/_PNa0bbrt5c
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