DÜSSELDORF GRÜNDET ALLIANZ GEGEN ANTISEMITISMUS: AUS HALTUNG SOLL KONKRETES HANDELN WERDEN

☝️🫵👉 DÜSSELDORF GRÜNDET ALLIANZ GEGEN ANTISEMITISMUS: AUS HALTUNG SOLL KONKRETES HANDELN WERDEN
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Düsseldorf will den Kampf gegen Antisemitismus breiter in der Stadtgesellschaft verankern. Dafür hat die Landeshauptstadt jetzt die Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus ins Leben gerufen. Rund 26 Institutionen, Unternehmen, Verbände und Organisationen gehören zum Start dazu – und das Netzwerk soll weiter wachsen.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller empfing die ersten Mitglieder gemeinsam mit Wolfgang Rolshoven, dem Düsseldorfer Beauftragten zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens, im Rathaus. Hinter dem neuen Bündnis steht die Überzeugung, dass öffentliche Bekenntnisse allein nicht ausreichen. Die Allianz soll deshalb nicht bei symbolischen Erklärungen stehenbleiben, sondern gemeinsame Projekte, Bildungsangebote, Veranstaltungen und Aktionen entwickeln.

Zu den ersten Beteiligten gehören unter anderem die Messe Düsseldorf, die Rheinbahn, der Flughafen Düsseldorf, Henkel, die Stadtsparkasse, das Düsseldorfer Schauspielhaus, der Stadtsportbund sowie AWO, Caritas, Diakonie und der Rat der Religionen. Damit sitzen bewusst sehr unterschiedliche Teile der Stadtgesellschaft an einem Tisch: Wirtschaft, Kultur, Sport, soziale Träger, Religionsgemeinschaften und öffentliche Unternehmen.

Genau darin liegt der Ansatz des Projekts. Antisemitismus soll nicht als Problem einzelner Einrichtungen oder ausschließlich als Aufgabe von Politik, Polizei oder Bildungsarbeit betrachtet werden. Unternehmen können ihre Reichweite und Kommunikationskanäle einbringen, Schulen und Kulturinstitutionen Bildungsarbeit leisten, soziale Verbände Menschen erreichen, Sportvereine Haltung in ihre Strukturen tragen und große Institutionen gemeinsame Aktionen sichtbar machen.

Geplant sind regelmäßige Netzwerktreffen sowie Projekte wie Kundgebungen, Schul- und Bildungsangebote und Benefizveranstaltungen. Die Stadt übernimmt die Koordination. Die beteiligten Partner sollen ihre jeweiligen Kontakte, personellen Möglichkeiten, Fachkenntnisse und – wo möglich – auch finanzielle Ressourcen einbringen.

Grundlage der Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Düsseldorfer Erklärung. Die Allianz orientiert sich außerdem an der Arbeitsdefinition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance. Der Düsseldorfer Rat hatte sich dieser Definition bereits Ende 2024 angeschlossen.

Ein bemerkenswerter Punkt betrifft die Rolle der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Sie gehört selbstverständlich zur Allianz und soll mit ihren Erfahrungen und Perspektiven eng in die Arbeit einbezogen werden. Zugleich wird sie bewusst nicht wie eine gewöhnliche Kooperationspartnerin behandelt. Wolfgang Rolshoven begründet das mit einem wichtigen Gedanken: Es könne nicht Aufgabe der Jüdischen Gemeinde sein, sich selbst gegen Antisemitismus zu schützen und gleichzeitig die übrige Gesellschaft darüber aufzuklären.

Die Verantwortung liege vielmehr bei der nichtjüdischen Stadtgesellschaft.

Dieser Gedanke macht deutlich, woran sich die neue Allianz letztlich messen lassen muss. Nicht daran, wie viele Institutionen eine Erklärung unterschreiben. Sondern daran, ob aus dem Bündnis tatsächlich eine dauerhafte Zusammenarbeit entsteht, die antisemitische Vorfälle sichtbar macht, Prävention verbessert und jüdisches Leben in Düsseldorf schützt und stärkt.

Jüdisches Leben gehört seit Jahrhunderten zur Geschichte dieser Stadt und ist bis heute ein wichtiger Teil Düsseldorfs. Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass antisemitische Vorfälle in den vergangenen Jahren auch hier zugenommen haben. Die Gründung der Allianz ist damit keine abstrakte Reaktion auf ein bundesweites Problem, sondern ausdrücklich auch eine Antwort auf Entwicklungen vor Ort.

Das Netzwerk soll deshalb offen bleiben. Weitere Düsseldorfer Institutionen können sich anschließen, wenn sie die Ziele des Bündnisses unterstützen, die Düsseldorfer Erklärung unterzeichnen und bereit sind, selbst aktiv Verantwortung zu übernehmen.

Kontakt für interessierte Institutionen:

gegen-antisemitismus@duesseldorf.de

Entscheidend wird nun sein, was aus diesem Bündnis entsteht. Wenn aus 26 Unterschriften tatsächlich gemeinsame Bildungsarbeit, sichtbare Unterstützung jüdischen Lebens und konkrete Projekte in Schulen, Unternehmen, Vereinen und Kulturinstitutionen werden, könnte aus der Allianz mehr entstehen als ein weiteres Netzwerk.

Dann würde Düsseldorf zeigen, dass Haltung erst dort wirklich Bedeutung bekommt, wo Menschen und Institutionen daraus Handeln machen.

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