
🔴⚪ STADTDUELL AM FLINGER BROICH: FORTUNA MUSS IHRE FAVORITENROLLE MIT LEBEN FÜLLEN
Für die einen ist es das große Los, für die anderen der nächste Pflichtschritt auf dem Weg zum Pokalgewinn. Wenn Fortuna Düsseldorf morgen, Dienstag, 6. Oktober, um 19:30 Uhr im Paul-Janes-Stadion auf den DSC 99 trifft, begegnen sich zwei Düsseldorfer Fußballwelten. Der Drittligist will ins Viertelfinale des Niederrheinpokals, der Bezirksligist einen außergewöhnlichen Abend erleben und dem großen Stadtnachbarn möglichst lange Paroli bieten. Durch den vereinbarten Heimrechttausch lautet die Begegnung Fortuna Düsseldorf – DSC 99 Düsseldorf. Gespielt wird dort, wo Fortunas Geschichte besonders unmittelbar zu spüren ist: am Flinger Broich.
Die Rollen sind eindeutig verteilt. Fortuna hat sich mit einem 5:0 beim SV Biemenhorst und dem anschließenden 12:0 gegen Schwarz-Weiß Alstaden bislang ohne Gegentor durch den Wettbewerb gearbeitet. Doch gerade das Torfestival der zweiten Runde darf die Erwartungshaltung nicht in die falsche Richtung verschieben. Ein weiteres zweistelliges Ergebnis ist keine Voraussetzung für einen gelungenen Pokalabend. Entscheidend ist, dass die Mannschaft ihre Überlegenheit von Beginn an in ein konzentriertes Spiel übersetzt und dem Außenseiter wenig Gelegenheit gibt, Hoffnung zu schöpfen.
Der DSC hat sich diesen Auftritt erkämpft. In der zweiten Runde setzte sich der Bezirksligist beim SC 20 Oberhausen nach einem turbulenten 4:4 über 120 Minuten im Elfmeterschießen durch. Richard Marliani traf dabei zweimal, Jonas Apostolos Frantzozas und Levin Benauer steuerten die weiteren Düsseldorfer Tore bei. Diese Vorgeschichte zeigt einen Gegner, der offensive Akzente setzen kann und auch einen langen, nervenaufreibenden Pokalabend besteht. Vier Gegentore gegen einen ebenfalls in der Bezirksliga spielenden Kontrahenten zeigen allerdings auch, dass Fortuna Chancen finden sollte, wenn sie Tempo und Präzision zusammenbringt.
Für den DSC reicht die Bedeutung der Partie weit über das Sportliche hinaus. Der Verein mobilisiert seine Anhänger für das Stadtduell und ruft dazu auf, das Stadion schwarz-weiß einzufärben. Vorsitzender Dirk Leitzbach beschreibt die Begegnung als besonderes Ereignis für den gesamten Klub. Darin liegt der Reiz dieses Wettbewerbs: Ein Amateurverein bekommt eine Bühne, auf der sonst die Profis stehen. Fortuna sollte dieser Vorfreude mit Respekt begegnen – und auf dem Rasen mit der Ernsthaftigkeit, die ein K.-o.-Spiel verlangt.
Sportlich wird es für Alexander Endes Mannschaft darauf ankommen, Ballbesitz nicht mit Kontrolle zu verwechseln. Sollte der DSC tief verteidigen, braucht Fortuna Bewegung zwischen den Linien, zügige Seitenwechsel und konsequent besetzte Räume im Strafraum. Ein frühes Tor würde helfen, doch auch ohne schnelle Führung muss der Favorit geduldig bleiben. Überhastete Abschlüsse und leichtfertige Ballverluste wären genau die Einladung, auf die ein Außenseiter bei Standards oder einzelnen Gegenstößen warten kann.
Der Pokal bietet Ende zugleich die Möglichkeit, Spielzeit zu verteilen. Wer eine Gelegenheit bekommt, sollte sie durch klare Entscheidungen, saubere Laufwege und zuverlässige Arbeit gegen den Ball nutzen. Ein Duell mit einem Bezirksligisten beantwortet nicht alle Fragen zur Qualität in der 3. Liga. Es zeigt aber, wie gewissenhaft eine Mannschaft ihre Aufgaben erledigt, wenn sie selbst das Spiel gestalten und den Gegner unter Druck setzen muss.
Für Fortuna zählt morgen der Einzug ins Viertelfinale. Für die Zuschauer verspricht der Abend die besondere Nähe des Paul-Janes-Stadions und ein Stadtduell, das im Ligaalltag kaum möglich wäre. Die Favoritenrolle bringt Fortuna mit. Den Sieg muss sie sich auf dem Platz erarbeiten.
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