
🏒🔴🟡VIER SIEGE IM RÜCKEN – DIE DEG WILL IN ROSENHEIM NACHLEGEN
Mit vier Siegen aus vier Spielen hat sich die Düsseldorfer EG einen Saisonstart erarbeitet, der Lust auf mehr macht. Am Freitag, 2. Oktober 2026, folgt um 19:30 Uhr in der SPIE Arena die nächste Aufgabe: Starbulls Rosenheim – Düsseldorfer EG. Die Mannschaft von Harry Lange reist mit elf Punkten und 15:7 Toren als Tabellenzweiter an, punktgleich mit Spitzenreiter Kassel. Doch der Blick auf die Tabelle erzählt vor diesem Duell nur einen Teil der Geschichte.
Was den Düsseldorfer Auftakt besonders wertvoll macht, sind die unterschiedlichen Wege zum Erfolg. Nach dem gelungenen Start in Crimmitschau holte die DEG in Landshut zweimal einen Zwei-Tore-Rückstand auf und setzte sich im Penaltyschießen durch. In Ravensburg verteidigte sie ihren Vorsprung bis in die Schlussphase, gegen Memmingen gewann sie ein lange enges Heimspiel. Das spricht für eine Mannschaft, die nicht auf einen idealen Spielverlauf angewiesen ist. Sie hat bereits bewiesen, dass sie sowohl auf Rückschläge antworten als auch knappe Führungen behaupten kann.
Im Angriff fällt dabei die Verteilung der entscheidenden Beiträge auf. Carter Turnbull steht nach seinem Hattrick in Landshut und dem Powerplaytreffer in Ravensburg bei vier Toren. Die DEG lebt aber nicht allein von seiner Abschlussstärke: Matthias Pischoff traf zum Auftakt in Crimmitschau, Noah Münzenberger erzielte die Führung in Ravensburg und Kevin Orendorz öffnete gegen Memmingen kurz vor der ersten Pause das Spiel. Solche Beiträge machen Düsseldorf schwerer auszurechnen. Der Gegner muss mehr kontrollieren als nur die auffälligsten Namen.
Ebenso wichtig ist der Rückhalt im Tor. Jonas Langmann stand bei allen drei Auswärtssiegen zwischen den Pfosten und hatte gerade in schwierigen Phasen entscheidenden Anteil am Erfolg. Beim anschließenden 3:0 gegen Memmingen blieb Niklas Lunemann ohne Gegentreffer. Besonders im Schlussdrittel hielt er die knappe Führung fest, als die Gäste stärker wurden. Nur ein Gegentor aus den vergangenen beiden Begegnungen ist eine starke Bilanz. Sie zeigt aber auch, wie wichtig die Torhüter für diese Serie waren – nicht jede gefährliche Situation wurde bereits vor ihnen entschärft.
Der deutlichste Verbesserungsauftrag liegt deshalb darin, gute Spielphasen früher in einen komfortableren Vorsprung umzusetzen. Gegen Memmingen dauerte es trotz zahlreicher Möglichkeiten bis zur 53. Minute, ehe Corey Mackin die Führung ausbaute. Auch in Ravensburg ließ die DEG Chancen auf eine frühere Entscheidung liegen. Enge Spiele zu gewinnen ist eine Qualität. Sie trotz guter Gelegenheiten lange offen zu halten, bleibt jedoch ein Risiko, das sich nicht an jedem Wochenende folgenlos wiederholen lässt.
Genau deshalb wäre es verkehrt, Rosenheim auf drei Punkte und Tabellenplatz zwölf zu reduzieren. Die Starbulls verloren ihre ersten drei Begegnungen gegen Ravensburg, Kassel und Landshut jeweils nur mit einem Tor Unterschied. Am vergangenen Sonntag folgte dann der erste Erfolg: Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers 5:3. Zwischenzeitlich hatten die Gastgeber bereits mit 5:1 geführt. Die jüngsten Ergebnisse beschreiben damit keinen chancenlosen Gegner, sondern eine Mannschaft, die nach knappen Niederlagen erstmals die volle Ausbeute mitnahm.
Der Rosenheimer Sieg liefert zugleich konkrete Hinweise für die Düsseldorfer Aufgabe. Ryan McKiernan traf in Überzahl, während seine Mitspieler dem Torwart die Sicht nahmen. Scott Feser war bei einem Abpraller zur Stelle, Lukas Laub nutzte einen schnellen Gegenstoß. Für die DEG dürfte es deshalb besonders darauf ankommen, den eigenen Torraum konsequent zu verteidigen und nach Scheibenverlusten gut abgesichert zu bleiben. Rosenheim hat zuletzt gezeigt, dass es auf unterschiedliche Weise gefährlich werden kann.
Eine eigene Chance bietet das Düsseldorfer Powerplay, das bislang drei von neun Überzahlsituationen genutzt hat. Nach erst vier Spielen ist das noch kein belastbarer Langzeittrend, wohl aber ein gelungener Anfang. Umgekehrt bleibt Landshut mit drei Gegentreffern in Unterzahl die Erinnerung daran, wie teuer Strafzeiten werden können. Disziplin und ein konzentriertes Überzahlspiel sind für Freitag deshalb ebenso wichtig wie die Qualität bei gleicher Spielerzahl.
Vier Siege sind noch keine Saisonprognose, geben den DEG-Fans aber gute Gründe für Zuversicht. Düsseldorf hat bereits gezeigt, dass es Rückstände aufholen, verschiedene Torschützen einbinden und enge Begegnungen gewinnen kann. In Rosenheim kommt es nun darauf an, diese Qualitäten erneut zusammenzubringen und die eigenen Chancen konsequenter zu nutzen. Die DEG fährt mit verdientem Selbstvertrauen nach Oberbayern – und trifft dort auf einen Gegner, gegen den sie sich den nächsten Erfolg vollständig neu erarbeiten muss.
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