
🔴⚪ 12:0 AM FLINGER BROICH: FORTUNA MACHT DAS DUTZEND VOLL
Am Flinger Broich durfte Fortuna endlich einmal einen Fußballabend genießen, an dem nicht bis zum Schluss gezittert werden musste. Vor 6.000 Zuschauern im ausverkauften Paul-Janes-Stadion besiegten die Düsseldorfer am Mittwochabend, 23. September, Schwarz-Weiß Alstaden mit 12:0 und zogen ins Achtelfinale des Niederrheinpokals ein. Schon zur Pause stand es 4:0, anschließend wurde aus der früh entschiedenen Pflichtaufgabe ein Torfest. Nach dem 0:1 in Aachen war das ein erfreulicher Abschluss vor der längeren Ligapause – allerdings gegen einen Bezirksligisten, der als Maßstab für die nächsten Drittliga-Aufgaben nur sehr eingeschränkt taugt.
Alexander Ende hatte seine Anfangsformation gegenüber dem Aachen-Spiel auf acht Positionen verändert und setzte auf eine Viererkette, eine Mittelfeldraute sowie Eric Hottmann und Lukas Eixler im Angriff. Anlaufzeit benötigte diese Besetzung kaum: Steven van der Sloot bereitete über rechts das 1:0 durch Jomaine Consbruch vor, der bereits in der zweiten Minute traf. Drei Minuten später bediente Hottmann uneigennützig Eixler zum zweiten Treffer. Beim 3:0 wurde es sehenswert: Wieder kam die Hereingabe von van der Sloot, diesmal vollendete Hottmann mit der Hacke. Als Eixler nach Consbruchs Zuspiel in der 21. Minute erneut traf, war die sportliche Entscheidung praktisch gefallen.
Gerade dieser Beginn lieferte mehr Anlass zur Zufriedenheit als die bloße Höhe des Endergebnisses. Fortuna spielte ihre Angriffe aus, suchte den besser positionierten Mitspieler und machte dem Außenseiter früh deutlich, dass hier keine Einladung zur Pokalüberraschung ausgesprochen werden würde. Ganz ohne Leerlauf ging es anschließend dennoch nicht weiter. Bis zur Pause blieben weitere Möglichkeiten ungenutzt; auf der anderen Seite musste Lasse Rieß kurz vor dem Seitenwechsel einen Abschluss von Sergen Sezen entschärfen. Auch unmittelbar nach Wiederbeginn kam Alstaden noch zu einer Kopfballchance. Das waren keine Vorboten einer Wende, aber kleine Hinweise darauf, dass selbst bei einem solchen Kräfteverhältnis Aufmerksamkeit gefragt bleibt.
Mit Hottmanns selbst herausgeholtem und verwandeltem Foulelfmeter zum 5:0 in der 50. Minute nahm das Torfestival wieder Fahrt auf. Zusätzlichen Schwung brachten die Einwechslungen von Fabian Schleusener und Matthias Zimmermann nach einer Stunde. Schleusener legte zunächst Andreas Müller das 6:0 auf, Zimmermann erhöhte wenig später auf 7:0. Danach bestimmten vor allem die beiden Angreifer das Geschehen: Schleusener erzielte das achte Tor, Hottmann machte mit zwei weiteren Treffern das Ergebnis zweistellig, bevor Schleusener ebenfalls noch zweimal zuschlug. Vier Tore für Hottmann, drei für Schleusener, zwei für Eixler sowie jeweils eines für Consbruch, Müller und Zimmermann ergaben schließlich das volle Dutzend.
Bemerkenswert war dabei das Zusammenspiel vor dem Tor. Hottmann und Schleusener bedienten sich in der Schlussphase gegenseitig, anstatt jede aussichtsreiche Situation unbedingt selbst abschließen zu wollen. Van der Sloot wiederum hatte mit seinen Vorlagen zum ersten, dritten und siebten Treffer erheblichen Anteil daran, dass Fortuna über die rechte Seite immer wieder durchkam. Solche Abläufe sind erfreulich. Ihre tatsächliche Belastbarkeit lässt sich aus diesem Abend allerdings nicht ableiten: Als Alstaden zunehmend die Kräfte ausgingen, wurden auch die Räume größer. Gegen einen Gegner, der diese Wege konsequenter zustellt, muss sich erst zeigen, wie viel davon übrig bleibt.
Zum Abend gehörte außerdem eine Kulisse, die auch in den anschließenden Fanreaktionen ihren Platz bekam. Im 95er-Forum brachte ein Anhänger seine Zufriedenheit auf die Formel: „Atmosphäre super, Spiel ernst genommen. Souverän gearbeitet.“ Andere Beiträge lobten die klareren Angriffe nach der Pause, während skeptischere Stimmen ausdrücklich auf die Spielklasse des Gegners verwiesen. Das ist keine repräsentative Abstimmung über Fortunas Zustand, beschreibt aber nachvollziehbar die beiden Perspektiven auf diesen Pokalabend: Freude über einen souveränen Auftritt und die berechtigte Zurückhaltung, daraus bereits große Versprechen für die Liga abzuleiten.
Beides darf nebeneinanderstehen. Man muss einen 12:0-Sieg nicht kleinreden, um seine Grenzen zu erkennen. Fortuna hat die Aufgabe ernst genommen, ihre Favoritenrolle überzeugend ausgefüllt und den Zuschauern reichlich Anlass zum Jubeln gegeben. Einen Nachweis, dass nun auch unter höherem Gegnerdruck alles funktioniert, ersetzt das nicht. Die nächste Gelegenheit dafür bietet das Heimspiel gegen den SC Verl am Sonntag, 11. Oktober, um 19:30 Uhr; die Auslosung des Pokal-Achtelfinals ist bereits für Donnerstag, 24. September, angekündigt. Bis dahin bleibt ein verdient positives Fazit: Dieser Abend gehörte den Toren und der Freude am Fußball. Die entscheidende Frage ist, was Fortuna davon in den Ligaalltag mitnimmt.
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