
🏒🔴🟡 ERST DOMINIERT, DANN GEZITTERT – DEG RETTET DEN SIEG!
EISPIRATEN CRIMMITSCHAU – DÜSSELDORFER EG 3:4
Drittel: 0:2 | 1:1 | 2:1
Drei Punkte im Gepäck, die Tabellenführung gefestigt und trotzdem ein paar deutliche Warnsignale: Die Düsseldorfer EG hat sich am Sonntagabend mit einem 4:3-Auswärtssieg bei den Eispiraten Crimmitschau in die Deutschland-Cup-Pause verabschiedet. Vor 2.314 Zuschauern im Sahnpark sah Rot-Gelb lange wie der souveräne Sieger aus. Doch aus einer komfortablen 4:1-Führung wurde innerhalb weniger Minuten eine nervenaufreibende Schlussphase. Am Ende überwog die Erleichterung über einen verdienten, aber unnötig spannend gewordenen Erfolg.
Dabei präsentierte sich Düsseldorf zunächst so, wie man es von einem Spitzenreiter erwartet. Die Eispiraten begannen engagiert, doch die DEG ließ sich davon nicht beeindrucken. Brett Kemp traf früh den Pfosten, ehe Corey Mackin in der achten Minute seine individuelle Klasse ausspielte und die Scheibe zur Führung unter die Latte setzte. Nur knapp drei Minuten später folgte der nächste Wirkungstreffer. Tariq Hammond leitete einen schnellen Angriff ein, Shawn O’Donnell vollendete eiskalt zum 0:2. Düsseldorf hatte die Partie früh in die gewünschte Richtung gelenkt und kontrollierte anschließend weitgehend das Geschehen.
Auch im Mittelabschnitt blieb die DEG zunächst gefährlicher. Nach weiteren guten Möglichkeiten war es erneut O’Donnell, der in der 30. Minute auf 0:3 erhöhte und seinen Doppelpack perfekt machte. Die Partie schien entschieden, doch Crimmitschau weigerte sich, die Punkte kampflos herzugeben. Louis Brune verkürzte in der 35. Minute auf 1:3 und brachte damit neue Energie in die Begegnung. Düsseldorf behielt zwar die Führung, musste aber erkennen, dass der Gegner noch längst nicht geschlagen war.
Als Matthias Pischoff in der 47. Minute nach Vorarbeit von Kristian Blumenschein das 1:4 erzielte, sprach erneut alles für einen ungefährdeten Auswärtssieg. Doch die Eispiraten antworteten mit bemerkenswerter Entschlossenheit. Tim Lutz traf zunächst zum 2:4 und legte nur gut zwei Minuten später seinen zweiten Treffer zum 3:4 nach. Plötzlich war der Sahnpark wieder da, die Gastgeber witterten ihre Chance und die DEG musste einen Vorsprung verteidigen, der kurz zuvor noch komfortabel erschienen war.
Düsseldorf überstand die verbleibenden Minuten und brachte den knappen Erfolg über die Zeit. Es war kein glänzender Schlusspunkt unter ein insgesamt starkes Wochenende, aber ein wichtiger Sieg, der erneut zeigte, dass diese Mannschaft auch schwierige Phasen überstehen kann.
ANALYSE: VIEL QUALITÄT, ABER ZU WENIG KONTROLLE NACH DER FÜHRUNG
Die Zahlen sprechen zunächst klar für die DEG. Mit 25:18 Torschüssen und einer Bullyquote von 58,8 Prozent hatte Düsseldorf in wichtigen Bereichen Vorteile. Besonders auffällig war die Effizienz im Angriff. Vier Treffer aus 25 Schüssen, dazu ein Doppelpack von O’Donnell und Tore von Mackin und Pischoff: Die Offensive funktionierte erneut, ohne dass die Mannschaft auf ihre sonst besonders auffälligen Torjäger angewiesen war.
Trotzdem darf die Schlussphase nicht unter den Tisch fallen. Eine 4:1-Führung gut 13 Minuten vor dem Ende muss einer Mannschaft mit Düsseldorfs Ansprüchen eigentlich mehr Sicherheit geben. Stattdessen gelangen Crimmitschau innerhalb von gut zwei Minuten zwei Treffer. Bemerkenswert ist dabei, dass die Eispiraten im gesamten Schlussdrittel lediglich vier Torschüsse abgaben und daraus zwei Tore erzielten. Das Problem war also weniger dauerhafter gegnerischer Druck als die fehlende Konsequenz in einzelnen entscheidenden Defensivmomenten.
Positiv bleibt die geschlossene Mannschaftsleistung über weite Strecken. Die Umstellung der Sturmreihen mit Yushiroh Hirano neben Mackin und Carter Turnbull sowie Fabian Herrmann an der Seite von Kemp und Ville Järveläinen nahm der DEG nicht ihre offensive Durchschlagskraft. Auch Niklas Lunemann war in wichtigen Situationen gefordert. Entscheidend war letztlich, dass Düsseldorf nach dem 3:4 keinen weiteren Treffer zuließ und den Vorsprung verteidigte.
Sportlich bleibt deshalb ein differenziertes Fazit: Die DEG besitzt genügend Qualität, um Spiele früh in ihre Richtung zu lenken. Sie muss aber daran arbeiten, klare Führungen konsequenter zu verwalten, ohne dabei ihre offensive Initiative zu verlieren. Gegen stärkere Gegner können solche kurzen Konzentrationsverluste erheblich teurer werden.
Mit dem Auswärtssieg festigt Rot-Gelb die Tabellenführung und verabschiedet sich mit einem weiteren Erfolgserlebnis in die Deutschland-Cup-Pause. Weiter geht es am Freitag, 13. November, um 20 Uhr bei den ECDC Memmingen Indians. Bis dahin bleibt Zeit, an den Details zu arbeiten.
Denn eines hat Crimmitschau eindrucksvoll gezeigt: Die DEG kann ein Spiel über weite Strecken beherrschen. Entscheidend ist, diese Kontrolle auch bis zur letzten Sirene zu behalten.
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