ADERS-BRAUEREI: ALS AN DER CÖLNERSTRASSE NOCH DÜSSELDORFER LAGERBIER GEBRAUT WURDE

☝️🫵👉 ADERS-BRAUEREI: ALS AN DER CÖLNERSTRASSE NOCH DÜSSELDORFER LAGERBIER GEBRAUT WURDE
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Manchmal taucht eine verschwundene Brauerei nicht über ein prächtiges Emailschild oder eine erhaltene Flasche wieder auf, sondern durch einen unscheinbaren Eintrag in einem alten Adressbuch. Genau so beginnt die Geschichte von Joseph Aders. 1889 wird er in Düsseldorf als Bierbrauer und Schenkwirt an der Cölnerstraße 67 geführt. Wo heute die Kölner Straße durch ein dicht bebautes Stück der Innenstadt führt, wurde damals tatsächlich noch Bier hergestellt und unmittelbar im eigenen Umfeld ausgeschenkt. Von dieser Brauerei ist im heutigen Straßenbild praktisch nichts mehr übrig – und trotzdem gehörte sie einmal zu einer erstaunlich vielfältigen Düsseldorfer Bierlandschaft.

Die Cölnerstraße lag in einem Teil Düsseldorfs, der sich im 19. Jahrhundert mit enormer Geschwindigkeit veränderte. Oberbilk und die Gebiete östlich der alten Innenstadt wurden durch Eisenbahn, Fabriken, Werkstätten und wachsende Arbeiterviertel geprägt. Wo wenige Jahrzehnte zuvor noch landwirtschaftliche Flächen lagen, entstanden Industriebetriebe und dicht bewohnte Straßenzüge. Mit den Menschen kamen Gaststätten – und mit den Gaststätten Bier. Für einen Brauer wie Joseph Aders war das ein Markt direkt vor der Haustür.

Aders war dabei nicht einfach nur Wirt, der fremdes Bier ausschenkte. Die Quellen nennen ihn ausdrücklich Bierbrauer und Schenkwirt. Später erscheint der Betrieb als Aders-Brauerei Düsseldorf an der Cölnerstraße 65/67. Die historische Hausnummerierung lässt sich nicht ohne eine genaue Katasterrecherche eins zu eins auf ein heutiges Gebäude übertragen. Deshalb werden wir auch bei dieser Brauerei kein beliebiges Haus der heutigen Kölner Straße zu ihrem Stammhaus erklären. Sicher ist aber der Standort an dieser Straße – und sicher ist, dass hier ein echter Braubetrieb existierte.

Besonders interessant wird die Geschichte bei der Frage, was Joseph Aders eigentlich braute. Für viele kleine Düsseldorfer Brauereien des 19. Jahrhunderts haben wir keine vollständigen Sortenlisten mehr. Bei Aders gibt es jedoch einen seltenen zeitgenössischen Hinweis. Als 1899 eine Restauration mit Gartenwirtschaft am neuen städtischen Schlacht- und Viehhof eröffnete, kündigte der Wirt in einer Anzeige seine Biere an. Ausgeschenkt wurden dort ausdrücklich „Ia. Düsseldorfer Lagerbier“ aus der Brauerei Jos. Aders sowie ein helles Exportbier und Münchner Pschorrbräu.

Dieser kleine Werbesatz ist für unsere Serie Gold wert. Denn er zeigt zunächst einmal, dass Aders sein Bier tatsächlich über die eigene Wirtschaft hinaus verkaufte. Das Bier gelangte in andere Düsseldorfer Gaststätten und wurde dort namentlich als Produkt seiner Brauerei angeboten. Noch spannender ist aber die Bezeichnung „Düsseldorfer Lagerbier“.

Dabei müssen wir mit heutigen Begriffen vorsichtig sein. Lagerbier bedeutet historisch nicht automatisch, dass wir es mit einem hellen untergärigen Bier nach heutiger bayerischer Vorstellung zu tun haben. Auch obergärige Düsseldorfer Biere wurden gelagert und konnten ausdrücklich als Lagerbier bezeichnet werden. Noch Jahrzehnte später warben Düsseldorfer Hausbrauereien mit „obergärigem Lagerbier“. Bei Aders ist diese Unterscheidung besonders wichtig, denn eine spätere Quelle bezeichnet seinen Betrieb ausdrücklich als obergärige Brauerei.

Was genau 1899 im Glas lag – dunkel oder hell, kräftig oder mild, bereits unter dem Namen Alt oder schlicht als Düsseldorfer Lagerbier verkauft – können wir deshalb bislang

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