ALTER BAHNHOF OBERKASSEL: WO FRÜHER ZÜGE HIELTEN UND HEUTE WIEDER GEBRAUT…

☝️🫵👉 ALTER BAHNHOF OBERKASSEL: WO FRÜHER ZÜGE HIELTEN UND HEUTE WIEDER GEBRAUT…
☝️🫵👉 ALTER BAHNHOF OBERKASSEL: WO FRÜHER ZÜGE HIELTEN UND HEUTE WIEDER GEBRAUT…

☝️🫵👉 ALTER BAHNHOF OBERKASSEL: WO FRÜHER ZÜGE HIELTEN UND HEUTE WIEDER GEBRAUT WIRD

Manche Düsseldorfer Orte haben dieses seltene Talent, Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig auszustrahlen. Der Alte Bahnhof in Oberkassel ist so ein Ort. Wer am Belsenplatz vorbeikommt, sieht nicht einfach nur ein Brauhaus. Er sieht ein Stück linksrheinischer Stadtgeschichte. Ein Haus, in dem einst Reisende warteten, später Nachbarn einkehrten – und in dem heute wieder Bier gebraut wird.

Die Geschichte beginnt weit vor dem ersten Sud. Der Bahnhof Oberkassel wurde bereits 1853 mit der Bahnstrecke nach Neuss und Mönchengladbach in Betrieb genommen. Das bis heute erhaltene Empfangsgebäude am Belsenplatz entstand 1896. Damals war das Haus Ausdruck einer Zeit, in der die Eisenbahn Fortschritt bedeutete und Bahnhofsgebäude fast etwas Repräsentatives hatten. Sogar ein Turmzimmer gab es – es diente den Fahrgästen der ersten Klasse als Warteraum.

Doch die Eisenbahn blieb hier nicht für immer der Taktgeber. Als Ende des 19. Jahrhunderts die elektrische Straßenbahn nach Krefeld und wenig später die Verbindung nach Neuss ihren Betrieb aufnahmen, bekam der Bahnhof Konkurrenz direkt vor der Tür. 1902 wurde der Personenverkehr eingestellt. Aus den Warteräumen wurde eine Gaststätte. Aus einem Ort des Ankommens wurde ein Ort des Bleibens.

Und genau das macht den Reiz dieses Hauses bis heute aus.

Denn der Alte Bahnhof ist nicht irgendein beliebiges Brauhaus, das sich historische Atmosphäre nur an die Wand hängt. Die Gastlichkeit gehört hier tatsächlich seit mehr als 120 Jahren zur Identität des Gebäudes. 1911 übernahm die Familie Vossen die Pacht, und über Generationen blieb das Haus ein fester Ort im Viertel. Viele Oberkasseler dürften noch Erinnerungen an diese Zeit haben – an Feiern, an Einkehr nach dem Spaziergang, an einen Belsenplatz, der noch anders aussah als heute.

Später wurde es stiller um das Gebäude. Der Bahnbetrieb auf dem Gütergelände lief aus, das Haus wurde marode, ein Verkauf drohte, und es gab eine Zeit, in der nicht sicher war, ob dieses Oberkasseler Wahrzeichen seine Geschichte überhaupt fortsetzen würde. Dass es anders kam, gehört zu den glücklicheren Kapiteln Düsseldorfer Stadtgeschichte. Anfang der 1990er-Jahre wurde das denkmalgeschützte Gebäude gerettet und aufwendig saniert. Einige Jahre später eröffnete es als Gastrobrauerei neu.

Damit begann der Brauerei-Teil seiner Geschichte.

Zunächst war dort das Belsenbräu zuhause. Später wurde der Alte Bahnhof unter Klaus Unterwainig und Jürgen Flohr zur festen Größe unter Düsseldorfs jüngeren Hausbrauereien. Und wichtig für unsere Serie ist genau das: Hier wurde eben nicht nur Alt gebraut. Zuerst entstand ab 2009 beziehungsweise 2011 ein naturtrübes, helles, obergäriges Hausbier mit dem Namen Gulasch Bräu. Das ist eine schöne Erinnerung daran, dass Düsseldorf historisch eben nie nur Altbier-Stadt war. Auch helle, mildere und andere obergärige Biere hatten in der Stadt ihren Platz.

2011 kam dann das Gulasch Alt hinzu, jenes Hausalt, das viele Bierfreunde weit über Oberkassel hinaus kannten. Es galt als etwas milder und malziger als manch klassisches Alt der Altstadt und bekam schnell seine eigene Fangemeinde. Seit 2024 wird im Alten Bahnhof nun das Belsen-Alt ausgeschenkt – ebenfalls ein hauseigenes Altbier, benannt nach dem Belsenplatz, also nach genau jenem Ort, an dem sich die Geschichte des Hauses verdichtet.

Gerade das macht den Alten Bahnhof für eine Düsseldorfer Brauereiserie so interessant: Er ist kein Relikt aus der Frühzeit des Altbiers wie Uerige oder Schumacher. Er steht vielmehr für eine jüngere, fast schon zweite Welle der Hausbrauerei-Kultur in Düsseldorf. Für die Rückkehr des Brauens an einen geschichtsträchtigen Ort. Für ein Haus, das sich nicht auf seine Vergangenheit verlassen hat, sondern ihr eine neue Funktion gegeben hat.

Und emotional steckt darin noch mehr.

Viele Düsseldorfer kennen den Alten Bahnhof nicht zuerst als „Objekt“ der Stadtgeschichte, sondern als persönlichen Erinnerungsort. Als Biergarten unter alten Bäumen. Als Treffpunkt in Oberkassel. Als Ort für Geburtstage, Stammtische, erste Dates, schnelle Biere nach Feierabend oder lange Sommerabende. Manche werden noch Belsenbräu sagen, andere denken sofort an Gulasch Alt, und die Jüngeren vielleicht schon an Belsen-Alt. Genau so entstehen in einer Stadt Schichten von Erinnerung.

Vielleicht ist der Alte Bahnhof deshalb mehr als eine Hausbrauerei.

Er ist ein Beweis dafür, dass Düsseldorf seine Geschichte nicht nur bewahren, sondern weiterleben lassen kann.

Und jetzt interessiert uns eure Erinnerung: Wer von euch war schon im Alten Bahnhof, vielleicht noch lange bevor dort wieder gebraut wurde? Wer erinnert sich an Belsenbräu, an das Gulasch Bräu oder an das Gulasch Alt? Und wie schmeckt für euch das neue Belsen-Alt im Vergleich?

Schreibt eure Erinnerungen und Biergeschichten in die Kommentare. Gerade bei solchen Orten sind es oft eure Geschichten, die aus einem Gebäude wieder ein lebendiges Stück Düsseldorf machen.

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