DÜSSELDORFS LUFT IST SAUBERER GEWORDEN – ABER IST SIE AUCH SCHON…

☝️🫵👉 DÜSSELDORFS LUFT IST SAUBERER GEWORDEN – ABER IST SIE AUCH SCHON…
☝️🫵👉 DÜSSELDORFS LUFT IST SAUBERER GEWORDEN – ABER IST SIE AUCH SCHON…

☝️🫵👉 DÜSSELDORFS LUFT IST SAUBERER GEWORDEN – ABER IST SIE AUCH SCHON GUT?

Die gute Nachricht zuerst: Düsseldorf hält die derzeit geltenden gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub weiterhin ein. Selbst an Straßen, die noch vor wenigen Jahren bundesweit als Problemfälle galten, hat sich die Situation deutlich verbessert. Wer daraus allerdings schließt, dass das Thema Luftverschmutzung für die Stadt erledigt ist, übersieht einen entscheidenden Punkt: Europa verschärft die Anforderungen deutlich – und dann sieht die Düsseldorfer Bilanz plötzlich weniger komfortabel aus.

Am Donnerstag beschäftigt sich der Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz mit den Messwerten des Jahres 2025. Düsseldorf überwachte die Luft dafür an sechs kontinuierlichen Messstationen sowie mit zahlreichen zusätzlichen Passivsammlern. Besonders genau beobachtet werden weiterhin Straßen mit hoher Verkehrsbelastung wie Corneliusstraße, Merowingerstraße und Dorotheenstraße.

Beim Stickstoffdioxid zeigt sich zunächst eine Erfolgsgeschichte. Der derzeit geltende Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde 2025 zum sechsten Mal in Folge an sämtlichen Düsseldorfer Messstellen eingehalten. An der Corneliusstraße wurden 32 Mikrogramm gemessen, an der Merowingerstraße 31 und an der Dorotheenstraße 30. Zum Vergleich: An der Corneliusstraße lag der Jahreswert 2015 noch bei 59 Mikrogramm. Innerhalb von zehn Jahren ist die dort gemessene Belastung damit erheblich zurückgegangen.

Auch an anderen früher auffälligen Stellen bleiben die Werte unter der heutigen Grenze. Die Ludenberger Straße kam 2025 auf 29 Mikrogramm, die Bernburger Straße ebenfalls auf 29, die Kaiserstraße auf 27 und der Südring 110 auf 25 Mikrogramm. Selbst an zusätzlich eingerichteten Messpunkten, mit denen mögliche Ausweichverkehre kontrolliert werden, wurden keine Überschreitungen festgestellt.

Beim Feinstaub sieht die Bilanz nach den aktuell geltenden Regeln ebenfalls ordentlich aus. Für PM10 gilt derzeit ein Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. An den stark verkehrsbelasteten Stationen wurden 20 Mikrogramm an der Corneliusstraße, ebenfalls 20 an der Dorotheenstraße und 16 an der Merowingerstraße gemessen.

Interessant wird es bei den einzelnen Tagen mit besonders hoher Belastung. Ein Tagesmittel von mehr als 50 Mikrogramm PM10 darf nach heutiger Rechtslage an bis zu 35 Tagen im Jahr auftreten. Düsseldorf lag davon weit entfernt: An der Corneliusstraße wurden fünf solcher Tage registriert, an Dorotheen- und Merowingerstraße jeweils drei. In den weniger verkehrsbelasteten Bereichen waren es ein bis zwei Tage.

Dass 2025 überhaupt mehr Feinstaubspitzen auftraten als im Vorjahr, lag nach Einschätzung der Stadt wesentlich am Wetter. Besonders im Februar und März gab es ausgeprägte Inversionslagen. Bei solchen Wetterlagen liegt wärmere Luft über kalter Luft am Boden und wirkt wie ein Deckel. Wenn gleichzeitig kaum Wind weht und Niederschlag fehlt, werden Schadstoffe schlechter verteilt oder ausgewaschen. Sie sammeln sich dort, wo sie entstehen.

Auch beim besonders kleinen Feinstaub PM2,5 wurden die geltenden Grenzwerte eingehalten. An der Corneliusstraße lag der Jahreswert bei 13 Mikrogramm, an der Merowingerstraße bei 11 und in Lörick und Lohausen jeweils bei 9 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Bis hierhin könnte man also sagen: alles im grünen Bereich.

Doch genau an dieser Stelle beginnt die eigentlich spannende Geschichte.

Die Europäische Union hat die Luftqualitätsrichtlinie inzwischen deutlich verschärft. Die neuen Grenzwerte sollen ab 2030 gelten. Für Stickstoffdioxid soll der zulässige Jahresmittelwert beispielsweise von heute 40 auf 20 Mikrogramm sinken. Für PM10 geht es ebenfalls von 40 auf 20, bei PM2,5 von 25 auf 10 Mikrogramm.

Legt man diese künftigen Maßstäbe gedanklich bereits heute an, verändert sich das Bild erheblich.

Die 32 Mikrogramm an der Corneliusstraße wären dann nicht mehr komfortabel unter einem Grenzwert, sondern deutlich darüber. Dasselbe gilt für Merowingerstraße, Dorotheenstraße und zahlreiche weitere verkehrsbelastete Standorte. Auch beim besonders gesundheitsrelevanten PM2,5 läge beispielsweise die Corneliusstraße mit 13 Mikrogramm über dem künftigen europäischen Jahresgrenzwert von 10.

Und selbst diese neuen europäischen Werte sind noch weniger streng als die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO empfiehlt für Stickstoffdioxid im Jahresmittel lediglich 10 Mikrogramm, für PM10 15 und für PM2,5 sogar nur 5 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Damit lässt sich die Düsseldorfer Situation ziemlich treffend zusammenfassen: Die Luft ist in den vergangenen Jahren messbar besser geworden. Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben werden eingehalten. Aber „Grenzwert eingehalten“ bedeutet noch lange nicht automatisch „Belastung unproblematisch“.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung an der Corneliusstraße. Jahrelang gehörte sie zu den bekanntesten Stickoxid-Brennpunkten Deutschlands. Über Fahrverbote wurde diskutiert, Umweltspuren sorgten für heftige politische Auseinandersetzungen und die Luftreinhalteplanung beschäftigte Gerichte und Verwaltung. Heute liegen die Werte deutlich niedriger. Neben moderneren Fahrzeugen und anderen Maßnahmen setzt Düsseldorf dort inzwischen auch auf eine dynamische umweltsensitive Verkehrssteuerung, die Verkehrsströme abhängig von der jeweiligen Situation beeinflussen kann.

Die Debatte verschiebt sich deshalb. Früher lautete die Frage: Wie schafft Düsseldorf überhaupt die geltenden Grenzwerte? Heute lautet sie zunehmend: Wie schafft die Stadt die wesentlich strengeren Werte von morgen?

Und das dürfte schwieriger werden.

Denn der Straßenverkehr ist nach wie vor eine der wichtigsten Quellen der Düsseldorfer Luftbelastung. Mehr Elektromobilität, sauberere Fahrzeugflotten, ÖPNV, Radverkehr, Verkehrssteuerung und weniger Verbrennungsmotoren können die Werte weiter senken. Gleichzeitig muss eine dicht bebaute Großstadt Mobilität ermöglichen und erreichbar bleiben.

Die Zahlen für 2025 erzählen deshalb zwei Geschichten gleichzeitig. Düsseldorf hat bei der Luftreinhaltung große Fortschritte gemacht. Gleichzeitig gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen.

Vielleicht ist die ehrlichste Überschrift deshalb nicht „Düsseldorfs Luft ist gut“.

Sondern: Sie ist deutlich besser geworden – und muss noch besser werden.

Wie nehmt ihr die Luft in Düsseldorf wahr? Gibt es Straßen oder Viertel, in denen ihr Abgase und schlechte Luft besonders deutlich bemerkt? Oder ist das Thema für euch heute kaum noch spürbar?

#Düsseldorf #Düsseldorf4You #DUS4YOU #Luftqualität #Umwelt #Verkehr #Feinstaub #Stickstoffdioxid #DüsseldorfAktuell

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