
🏒🔴🟡 EISKALT IN RAVENSBURG: DEG SETZT IHRE SIEGESSERIE FORT
Ravensburg Towerstars – Düsseldorfer EG 1:2
Drittelergebnisse: 0:1, 0:1, 1:0
25. September 2026 | CHG Arena | 2.578 Zuschauer
Drei Auswärtsspiele, drei Siege – die Düsseldorfer EG bringt reichlich Rückenwind zur Heimpremiere mit. Nach den Erfolgen in Crimmitschau und Landshut gewann sie am Freitagabend auch bei den Ravensburg Towerstars und steht mit acht Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Ausbeute, sondern auch die unterschiedliche Art dieser Erfolge: Auf das wilde Elf-Tore-Spiel in Landshut folgte nun ein knapper Sieg, bei dem Düsseldorf deutlich weniger Gegentore zuließ. Die DEG kann offenbar nicht nur Spektakel, sondern auch einen Vorsprung verteidigen.
Dass diese Aufgabe anspruchsvoll werden würde, war schon vor dem ersten Bully klar. Auch Ravensburg hatte seine beiden Auftaktspiele gewonnen und fünf Punkte gesammelt. Die Mannschaft von Johan Pennerborn ging also keineswegs angeschlagen in das Duell, sondern mit guten Gründen für Selbstvertrauen. Für Düsseldorf war die Begegnung deshalb ein aussagekräftiger früher Test: Würde die eigene Offensive auch gegen einen erfolgreich gestarteten Gegner tragen, ohne dass sich erneut ein offener Schlagabtausch entwickelte?
Zunächst benötigten die Gäste allerdings einen aufmerksamen Torwart – und etwas Glück. Robert Czarnik traf den Innenpfosten, Max Hense bereinigte anschließend die gefährliche Situation vor dem Düsseldorfer Tor. Die Schiedsrichter überprüften die Szene, erkannten aber keinen Treffer an. Ravensburg hatte zunächst die besseren Möglichkeiten. Von einer überlegenen DEG konnte in dieser Phase keine Rede sein; entscheidend war vielmehr, dass die Mannschaft den frühen Druck ohne Gegentor überstand.
Dann schlug Düsseldorf dort zu, wo Spiele häufig entschieden werden: unmittelbar vor dem gegnerischen Tor. Nach einem Abschluss von Levi Holzhausen setzte Noah Münzenberger nach und brachte den Puck zwischen den Schonern von Ilya Sharipov hindurch über die Linie. Matthias Pischoff war ebenfalls an der Vorbereitung beteiligt. Das Führungstor nach 12:35 Minuten war kein Kunststück, sondern die Belohnung für konsequentes Nacharbeiten. Gerade darin lag sein Wert: Nicht die prominenten Offensivkräfte, sondern die jungen Deutschen verschafften der DEG den entscheidenden ersten Vorteil.
Im Mittelabschnitt folgte der nächste Wirkungstreffer. Nachdem Düsseldorf die Strafe gegen Andrew Bodnarchuk überstanden hatte, musste auf Ravensburger Seite Anselm Gerg wegen Spielverzögerung hinaus. Elf Sekunden später stand es 0:2: Carter Turnbull traf nach Vorlagen von Brett Kemp und Bradford bei 26:46 Minuten in Überzahl. Damit wurde das Spiel der Spezialformationen zum entscheidenden Unterschied. Düsseldorf nutzte eines seiner beiden Powerplays, Ravensburg keines. Bei lediglich vier Strafminuten pro Mannschaft gab es nur wenige solcher Gelegenheiten. Die DEG machte aus ihrer ersten sofort einen Treffer und überstand beide Unterzahlsituationen ohne Gegentor.
Ganz ohne Versäumnisse blieb der Auftritt dennoch nicht. Zu Beginn des Schlussdrittels ließ Düsseldorf die vorzeitige Entscheidung liegen. Ville Järveläinen kam im Powerplay mehrfach zum Abschluss, später liefen Pischoff und Münzenberger gemeinsam ohne gegnerischen Verteidiger vor sich auf Sharipov zu. Der Ravensburger Schlussmann verhinderte das dritte Gegentor. Das ist der berechtigte Kritikpunkt an diesem Abend: Die DEG erspielte sich Möglichkeiten, dem Gegner die Hoffnung frühzeitig zu nehmen, nutzte sie aber nicht.
Trotzdem wäre es falsch, den Erfolg als bloßes Überstehen einer Ravensburger Daueroffensive zu beschreiben. Die Schussverteilung zeigt vielmehr eine bemerkenswerte Verschiebung: Im ersten Drittel verzeichneten die Towerstars 14 Abschlüsse auf das Tor, Düsseldorf nur sechs. Im zweiten Abschnitt kamen beide Mannschaften auf jeweils zwölf, im letzten die DEG auf 15 und Ravensburg auf sechs. Schusszahlen allein bewerten zwar nicht die Qualität der Möglichkeiten. Sie stützen hier aber die Einschätzung, dass Düsseldorf mit zunehmender Spieldauer aktiver wurde. Die Mannschaft verteidigte ihren Vorsprung nicht ausschließlich vor dem eigenen Tor, sondern beschäftigte den Gegner auch in dessen Zone.
Die Rückversicherung blieb Jonas Langmann. Mit 31 Paraden hatte er erheblichen Anteil daran, dass aus der Führung drei Punkte wurden. Erst 18 Sekunden vor Schluss überwand Mark Rassell den DEG-Torwart zum Anschluss; für eine Wende kam der Treffer zu spät. Harry Lange ordnete die Leistung anschließend als bislang bestes Saisonspiel seiner Mannschaft ein und hob die Scheibengewinne durch frühes Stören im zweiten Drittel hervor. Das passt zum Gesamtbild: Düsseldorf fand zunehmend Zugriff, statt sich allein auf seinen Torhüter zu verlassen. Langmann hielt die Partie offen, als das nötig war – seine Vorderleute übernahmen danach mehr Verantwortung für deren Verlauf.
So bleibt ein Sieg, der Zuversicht verdient, ohne bereits Anlass für große Saisonprognosen zu sein. Drei Partien sind eine Momentaufnahme; acht Punkte aus drei Auswärtsspielen jedoch eine ausgesprochen gute Grundlage. Am Sonntag, 27. September, folgt um 17 Uhr im PSD Bank Dome das erste Heimspiel gegen die ebenfalls ungeschlagenen Memmingen Indians, die genauso viele Punkte gesammelt haben. Die nächste Prüfung wartet also bereits. Aus Ravensburg nimmt die DEG dafür eine wertvolle Erfahrung mit: Sie muss nicht jeden Gegner überrennen, um zu gewinnen. Sie kann eine schwierige Anfangsphase überstehen, ihre Chancen nutzen und anschließend selbst bestimmen, wohin sich ein Spiel entwickelt.
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