
🔴⚪ ZURÜCK AM BROICH – FORTUNA MUSS JETZT LIEFERN!
Der Flinger Broich ist bereit für einen besonderen Fußballabend. Wenn unsere Fortuna am heutigen Mittwoch, 23. September, um 19:30 Uhr im ausverkauften Paul-Janes-Stadion auf Schwarz-Weiß Alstaden trifft, bekommt die zweite Runde des Niederrheinpokals einen Rahmen, der weit über ein gewöhnliches Pflichtspiel gegen einen Bezirksligisten hinausgeht. Die erste Mannschaft kehrt erstmals seit dem Pokalspiel gegen TGD Essen-West im August 2008 für eine Pflichtaufgabe an ihre alte Heimstätte zurück. Das weckt Erinnerungen und verspricht eine Atmosphäre, die man nicht künstlich herstellen kann. Nur eines darf bei aller Vorfreude nicht passieren: dass die Nostalgie auf den Rängen größer wird als die Entschlossenheit auf dem Rasen.
Schwarz-Weiß Alstaden reist jedenfalls mit einem Erfolgserlebnis nach Düsseldorf. Am Sonntag gewann der Oberhausener Bezirksligist bei den Sportfreunden Hamborn 07 mit 2:1, Boran Sezen und Serdy Nguala erzielten die Treffer. Mit zwölf Punkten steht die Mannschaft auf dem siebten Tabellenplatz. Natürlich macht das den Außenseiter noch lange nicht zu einem Gegner auf Augenhöhe mit einem Drittligisten. Es wäre allerdings ebenso falsch, ihn nur als Begleitprogramm für Fortunas Rückkehr an den Broich zu betrachten. Für die Alstadener bietet dieser Abend eine außergewöhnliche Bühne. Zu erwarten ist eine Mannschaft, die zunächst die Räume eng halten und darauf hoffen wird, dass mit jeder torlosen Minute ihre eigene Zuversicht wächst. Fortuna sollte ihr diesen Gefallen nicht tun.
Wie nötig ein überzeugender Auftritt wäre, hat das 0:1 in Aachen gezeigt. Nach den beiden 2:1-Erfolgen gegen Duisburg und in Regensburg folgte am Tivoli der nächste Rückschlag. Ein Fehler im Aufbau leitete das Gegentor ein, anschließend fanden zu wenige Angriffe einen brauchbaren Weg ins letzte Drittel. Lange Bälle ersetzten zu häufig eine sauber herausgespielte Lösung, und nach dem Platzverweis gegen Elias Egouli hielt Louis Lord seine Mannschaft mit starken Paraden überhaupt noch im Spiel. Zehn Punkte und sechs Tore nach sieben Ligapartien beschreiben deshalb keinen gelungenen Neustart, sondern eine Mannschaft, die weiterhin nach Verlässlichkeit sucht. Gegen Alstaden geht es nicht darum, diese Bilanz mit einem möglichst hohen Ergebnis zu übermalen. Es geht darum, im eigenen Spiel endlich mehr Selbstverständlichkeit erkennen zu lassen.
Dafür braucht Fortuna vor allem Bewegung, bevor der Ball gespielt wird. Gegen einen voraussichtlich tief verteidigenden Gegner genügt es nicht, den Ball geduldig zwischen den Innenverteidigern zu verschieben und irgendwann auf eine Flanke zu hoffen. Gefragt sind zügige Seitenwechsel, mutige Dribblings und abgestimmte Läufe hinter die Abwehr. Wer außen durchkommt, muss im Strafraum mehrere Anspielstationen vorfinden; wer den Ball verliert, braucht Mitspieler, die sofort absichern. Ein früher Treffer könnte den Abend erheblich erleichtern. Er darf aber nicht die Voraussetzung dafür sein, dass Fortuna konzentriert bleibt. Gerade wenn Alstaden zunächst standhält, muss sich zeigen, ob Düsseldorf Lösungen findet oder wieder unruhig und berechenbar wird.
Für Alexander Ende wäre es nachvollziehbar, Spielern mit bislang weniger Einsatzzeit eine Gelegenheit zu geben. Eine veränderte Aufstellung dürfte allerdings nichts am Anspruch ändern. Wer sich für die Liga empfehlen möchte, muss das durch Präsenz, klare Entscheidungen und konsequentes Arbeiten gegen den Ball tun – nicht durch den Versuch, jede Szene allein entscheiden zu wollen. Den ersten Schritt im Wettbewerb hat Fortuna mit dem 5:0 gegen Biemenhorst erledigt. Jetzt muss der nächste folgen, denn der Niederrheinpokal ist keine lästige Unterbrechung des Ligaalltags, sondern ein Weg in den DFB-Pokal der kommenden Saison. Für einen Verein mit Fortunas Anspruch ist dieser Wettbewerb entsprechend ernst zu nehmen.
Auch ohne Stadionkarte lässt sich der Pokalabend gemeinsam erleben: Die Fortuna Bros begleiten die Partie mit ihrer Watchparty und bieten euch damit einen Treffpunkt zum Mitfiebern, Fachsimpeln und Diskutieren. Schaut bei ihnen vorbei und verfolgt den Abend zusammen mit anderen Fortunen – hoffentlich mit deutlich mehr Gründen zum Jubeln als zuletzt in Aachen. Eine Übertragung der Begegnung bietet außerdem LEAGUES an: Schwarz-Weiß Alstaden verweist auf einen Livestream in HD mit Live-Kommentar für 5,99 Euro. Die konkreten Informationen zur Watchparty findet ihr direkt bei den Fortuna Bros.
Wer im Paul-Janes-Stadion dabei ist, sollte die Anreise frühzeitig planen. Der Einlass beginnt um 18:00 Uhr, wegen der Sperrungen rund um den Flinger Broich empfiehlt Fortuna ausdrücklich Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel. Wichtig dabei: Die Eintrittskarten enthalten keine Fahrtberechtigung für Bus und Bahn. Im Stadion ist ausschließlich Barzahlung möglich. Eine Abendkasse wird es nicht geben. Damit sind die organisatorischen Voraussetzungen klar – und die sportlichen sollten es ebenfalls sein: Fortuna muss diesen Gegner respektieren, ohne ihm die Initiative zu überlassen.
Ein Sieg gegen einen Bezirksligisten wäre noch kein Beweis dafür, dass die Probleme in der 3. Liga gelöst sind. Ein fahriger Auftritt würde die Zweifel allerdings auch nicht kleiner machen. Deshalb darf die Erwartung über das bloße Weiterkommen hinausgehen: Wir wollen eine Fortuna sehen, die ihre Möglichkeiten entschlossen nutzt, gemeinsam Druck entwickelt und nach einer Führung nicht aufhört, Fußball zu spielen. Der Broich liefert dafür den passenden Rahmen. Den überzeugenden Auftritt muss die Mannschaft selbst beisteuern.
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