DIE ARENA WARTET AUF EINE ANTWORT

🔴⚪ DIE ARENA WARTET AUF EINE ANTWORT 🔴⚪

🔴⚪ DIE ARENA WARTET AUF EINE ANTWORT 🔴⚪
FORTUNA MUSS GEGEN HOFFE ZWO ZEIGEN, WAS IN DIESER MANNSCHAFT STECKT

Samstag, 14 Uhr. MERKUR SPIEL-ARENA. Zum ersten Mal seit 17 Jahren
bestreitet Fortuna Düsseldorf wieder ein Heimspiel in der 3. Liga.
Allein dieser Satz fühlt sich noch immer falsch an. Doch spätestens
mit dem Anpfiff gegen die TSG Hoffenheim II hilft kein Blick mehr
zurück. Mannheim ist Geschichte. Jetzt geht es darum, wie diese neue
Fortuna auf ihren ersten Rückschlag reagiert.

Das 1:2 zum Saisonauftakt hat wehgetan, vielleicht war es aber auch
genau jener Weckruf, den eine nahezu komplett neu zusammengestellte
Mannschaft früh gebrauchen kann. Fortuna war vor allem in der ersten
Halbzeit zu passiv, die Abstände stimmten nicht und im Mittelfeld
fehlte der Zugriff. Alexander Ende hat das anschließend selbst deutlich
angesprochen. Schönreden wollte er nichts – und das war richtig so.
Am Samstag erwarten wir deshalb keine Wunderdinge, sondern eine Reaktion.

Die Voraussetzungen dafür sind deutlich besser als noch in Mannheim.
Jorrit Hendrix kehrt nach seiner Sperre zurück und damit jener Spieler,
der dem neuen Düsseldorfer Zentrum eigentlich Struktur, Ruhe und Führung
geben soll. Zusätzlich hat Fortuna mit Andreas Müller genau den Sechser
verpflichtet, den Samir Arabi noch gesucht hatte. Müller bringt
Zweikampfstärke, Aggressivität und Qualität im Spielaufbau mit – und
ausgerechnet gegen Hoffenheim könnte er sein Fortuna-Debüt feiern.
Von 2009 bis 2017 wurde der gebürtige Sinsheimer selbst bei der TSG
ausgebildet. Manchmal schreibt Fußball solche kleinen Geschichten.

Wie Alexander Ende sein Zentrum besetzt, dürfte eine der spannendsten
Fragen des Nachmittags werden. Hendrix, Müller, Marcel Benger, Yassine
Bouchama und der erst 17-jährige Elias Arden bieten plötzlich mehrere
Varianten. Gerade Arden hat nach seiner Einwechslung in Mannheim erneut
gezeigt, dass er sich vor erfahrenen Profis nicht verstecken muss.
Ähnliches gilt für Anas Slimani und Jordi Paulina. Nach dem Fehlstart
darf deshalb durchaus die Frage gestellt werden, ob Ende diesmal etwas
früher auf jene Energie setzt, die unsere jungen Wilden in der
Vorbereitung immer wieder auf den Platz gebracht haben.

Nicht alles ist allerdings behoben. Hamza Anhari fehlt weiter, Elias
Egouli steht wegen seiner Oberschenkelverletzung ebenfalls nicht zur
Verfügung. Und auf der linken Abwehrseite bleibt eine Baustelle.
Kaden Amaniampong musste in Mannheim auf ungewohnter Position Lehrgeld
bezahlen, während Sascha Risch als gelernter Linksverteidiger zunächst
draußen blieb. Egal wer dort am Samstag beginnt: Hoffenheim besitzt
genügend Tempo, um jede Unsicherheit konsequent anzugreifen.

Wer bei „Hoffenheim II“ allerdings an eine harmlose Nachwuchstruppe
denkt, sollte diesen Gedanken schnell wieder vergessen. Die TSG geht
bereits in ihre zweite Drittligasaison. Trainer Stefan Kleineheismann
führte die Mannschaft im Vorjahr trotz einer katastrophalen Rückrunde
zum Klassenerhalt. Am Ende standen Platz 16 und 43 Punkte. Besonders
bemerkenswert: In der Hinrunde lag Hoffe zwo noch auf Rang sieben,
danach brach die Mannschaft deutlich ein. Im Kalenderjahr 2026 holten
die Kraichgauer aus 20 Ligaspielen lediglich zwölf Punkte.

Im Sommer wurde erneut kräftig umgebaut. 13 Spieler gingen, 19 kamen.
Mit Klaus Gjasula wurde ausgerechnet ein 36-jähriger Routinier verpflichtet,
der einer extrem jungen Mannschaft Führung geben soll. Gleichzeitig
verlor Hoffenheim vor wenigen Tagen mit Deniz Zeitler einen seiner
gefährlichsten Spieler. Der 19-Jährige erzielte in der vergangenen
Drittliga-Saison 15 Tore und wurde nun an den SC Paderborn verliehen.
Auch Paul Hennrich, im Vorjahr neunmal erfolgreich, zog zum
1. FC Heidenheim weiter.

Unterschätzen darf Fortuna diesen Gegner trotzdem keine Sekunde.
Beim 2:3 gegen Hansa Rostock zeigte Hoffenheim am ersten Spieltag
genau jene Eigenschaft, die junge Mannschaften so unangenehm macht:
Sie haben wenig Angst. Zweimal geriet die TSG in Rückstand, zweimal
kam sie zurück. Besonders Yasin Zor machte auf sich aufmerksam.
Der 20-Jährige kam im Sommer aus Walldorf, nachdem er dort in der
Regionalliga 15 Tore erzielt und 16 weitere vorbereitet hatte.
Gegen Rostock traf er sofort zum 1:1 und bereitete anschließend das
2:2 mit der Hacke vor.

Und dann ist da Jakov Dedic. 16 Jahre alt, 1,90 Meter groß und bereits
Torschütze in der 3. Liga. Gegen Rostock stand der Kroate über 90 Minuten
auf dem Platz und traf zum zwischenzeitlichen 2:2. Damit wurde er zum
zweitjüngsten Torschützen in der Geschichte dieser Spielklasse.
Genau solche Spieler sind gefährlich: unbekümmert, hungrig und ohne
großen Respekt vor Namen oder Kulissen. Wer glaubt, ein 16-Jähriger
werde angesichts der Düsseldorfer Arena automatisch nervös, könnte
eine böse Überraschung erleben.

Fortuna ist trotzdem Favorit. Alles andere wäre bei diesem Kader und
diesem Heimspiel auch eine merkwürdige Einordnung. Aber Favorit zu sein
bedeutet in dieser Liga offenbar herzlich wenig, wenn Intensität,
Kompaktheit und Zweikampfbereitschaft nicht stimmen. Mannheim hat uns
das am ersten Spieltag eindrucksvoll vorgeführt. Hoffenheim wird mit
seinen jungen Spielern ebenfalls versuchen, mutig zu pressen und Räume
zu nutzen, wenn Fortuna im Aufbau unsauber wird.

Genau deshalb wollen wir am Samstag vor allem eines sehen: eine Mannschaft,
die von Beginn an klar macht, wem dieses Stadion gehört. Nicht hektisch,
nicht kopflos und schon gar nicht überheblich. Aber aggressiv in den
Zweikämpfen, mutig mit dem Ball und bereit, nach vorne zu spielen.
Fortuna muss zeigen dass die Lektion von Mannheim angekommen ist.

19.000 verkaufte Dauerkarten sind nach dem Abstieg noch immer ein
außergewöhnliches Zeichen. Diese Fans haben nicht erst verlangt,
dass die Mannschaft liefert und danach entschieden, ob sie kommen.
Sie waren vorher da. Sie haben Vertrauen gegeben, obwohl es dafür
sportlich zuletzt nur wenige Gründe gab. Samstag steht diese neue
Mannschaft zum ersten Mal in einem Ligaspiel vor ihrem eigenen Publikum.

Das ist kein Druck, vor dem man Angst haben muss.

Das ist ein Geschenk.

Unsere jungen Wilden wollen ihre Chance. Die Routiniers müssen führen.
Hendrix ist zurück. Müller ist da. Die Arena wartet.

Nach Mannheim braucht Fortuna keine großen Versprechen mehr.
Sie braucht 90 Minuten, in denen jeder auf dem Platz zeigt,
dass dieses 1:2 nicht der Maßstab für die neue Saison sein wird.

Ein Selbstläufer wird es nicht. Dafür ist Hoffenheim zu talentiert
und zu unbekümmert. Aber wenn Fortuna die Qualität dieses Kaders mit
der Intensität verbindet, die in der 3. Liga verlangt wird, dann muss
dieses Spiel gewonnen werden.

Unser Tipp: 2:1 für Fortuna.

Und vielleicht ist am Samstag genau der richtige Moment, um aus den
19.000 Vorschusslorbeeren endlich die ersten drei Punkte zu machen.

Die Arena ist bereit.

Jetzt muss es die Mannschaft auch sein.

Auf geht’s, Fortuna – kämpfen und siegen!

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