
☝️🫵👉 6.000 HELFER, 30 TONNEN MÜLL – DÜSSELDORF RÄUMT DEN RHEIN AUF
30 Tonnen Abfall an einem einzigen Tag – und dahinter rund 6.000 Menschen, die freiwillig zu Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken griffen. Beim diesjährigen RhineCleanUp am Samstag, 12. September, wurde entlang des Düsseldorfer Rheinufers erneut sichtbar, wie groß das ehrenamtliche Engagement für den Fluss ist. Gleichzeitig zeigte die gewaltige Menge des eingesammelten Mülls, wie hartnäckig das Problem bleibt.
In mehr als 30 Gruppen waren die Helferinnen und Helfer zwischen Wittlaer und Benrath unterwegs. Gesammelt wurde nicht nur direkt am Rhein, sondern teilweise auch an der Düssel. Einer der zentralen Ausgangspunkte lag auf den Oberkasseler Rheinwiesen. Dort gaben Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller, NRW-Umweltminister Oliver Krischer und RhineCleanUp-Initiator Joachim Umbach gemeinsam den Startschuss.
Unter den Freiwilligen waren Familien mit Kindern, Vereine, Unternehmen, Initiativen und Menschen, die sich schon seit Jahren regelmäßig um bestimmte Uferabschnitte kümmern. Auch die Fortuna-Jugend beteiligte sich rund um den Aktionstag. Sammelmaterial wie Handschuhe, Säcke und Greifer stellte RhineCleanUp an verschiedenen Stellen bereit. Die Beseitigung des zusammengetragenen Abfalls übernahm in Düsseldorf anschließend Awista Kommunal im Auftrag der Stadt.
Was dabei ans Tageslicht kam, reichte weit über weggeworfene Flaschen und Verpackungen hinaus. Gefunden wurden unter anderem Fahrradrahmen, ein altes Mofa, ein Kleiderständer, schwere Stahltrossen, verrostete Auspuffteile und Reste von Feuerwerkskörpern. Am Benrather Rheinufer tauchten sogar eine komplette Katzentoilette und ein auffällig grünes XXL-Stofftier zwischen dem Unrat auf. Den größten Anteil machten dennoch Plastik und Glas aus.
Eine Besonderheit des diesjährigen CleanUps war das außergewöhnlich niedrige Rheinwasser. Dadurch wurden Bereiche zugänglich, die teilweise seit Jahrzehnten unter Wasser gelegen hatten. Gleichzeitig entstand eine zusätzliche Gefahr: Die Helfenden wurden ausdrücklich aufgefordert, ungewöhnliche oder verdächtige Gegenstände nicht anzufassen. Hintergrund ist die Möglichkeit, dass durch das Niedrigwasser alte Munition oder Kampfmittel freigelegt werden. In Köln war im Zusammenhang mit den freigelegten Uferbereichen bereits eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden.
Dass das Müllproblem nicht allein mit einem jährlichen Aktionstag zu lösen ist, zeigen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen. Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben gemeinsam mit dem Kölner Umweltverein K.R.A.K.E. über 16 Monate hinweg Müll im Rhein systematisch erfasst. Ihre Hochrechnungen ergeben, dass allein auf Höhe Köln täglich rund 53.000 größere Müllteile den Rhein passieren.
Besonders auffällig ist dabei Kunststoff. Rund 70 Prozent der untersuchten Makromüllteile bestanden aus Plastik. Einwegprodukte machten insgesamt etwa 40 Prozent der erfassten Gegenstände aus. Die Studie zeigt damit, dass Müll an den Ufern nicht nur ein optisches Ärgernis ist. Was liegen bleibt, kann beim nächsten Hochwasser in den Fluss gelangen und über den Rhein letztlich bis in die Nordsee transportiert werden.
Genau an diesem Punkt setzt RhineCleanUp an. Die Initiative entstand 2018 in Düsseldorf und hat sich inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus entwickelt. In diesem Jahr beteiligten sich bundesweit rund 40.000 Menschen an Aktionen am Rhein und zahlreichen weiteren Flüssen. Die endgültige Müllmenge lag nach ersten Auswertungen bei mehr als 300 Tonnen.
Düsseldorf bleibt dabei eines der Zentren der Bewegung. Dass 6.000 Menschen an einem Wochenende gemeinsam losziehen, ist ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement. Die 30 Tonnen Müll erzählen allerdings auch die andere Seite dieser Geschichte: Ein sauberer Rhein lässt sich nicht dauerhaft herbeisammeln, wenn weiterhin jeden Tag neuer Abfall in Parks, auf Wiesen und an den Ufern zurückbleibt.
Der beeindruckendste Erfolg des RhineCleanUps wäre deshalb irgendwann nicht eine noch größere Zahl gefüllter Müllsäcke – sondern deutlich weniger davon.
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