DÜSSELDORF IST DEUTSCHLANDS SMART-CITY-NUMMER FÜNF – ABER WAS MERKT MAN DAVON?

☝️🫵👉 DÜSSELDORF IST DEUTSCHLANDS SMART-CITY-NUMMER FÜNF – ABER WAS MERKT MAN DAVON?
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Düsseldorf gehört inzwischen offiziell zur digitalen Spitzengruppe der deutschen Großstädte. Im neuen Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom steigt die Landeshauptstadt von Rang sechs auf Platz fünf und ist damit zugleich die bestplatzierte Stadt Nordrhein-Westfalens. Mit 90,9 von 100 möglichen Indexpunkten liegt Düsseldorf nur noch 1,9 Punkte hinter Spitzenreiter Stuttgart. Dahinter steckt eine bemerkenswerte Entwicklung: 2023 stand Düsseldorf noch auf Rang 21, 2024 auf Platz 17 und 2025 erstmals auf Rang sechs.

Doch ein guter Tabellenplatz allein macht noch keine Stadt smart. Bitkom hat für das diesjährige Ranking alle 83 deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. 14.442 Datenpunkte, 174 Parameter und 39 Indikatoren fließen in fünf Bereiche ein: Verwaltung, Energie und Umwelt, IT und Kommunikation, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Die Daten stammen sowohl aus belegten Angaben der Städte als auch aus amtlichen Statistiken und öffentlich zugänglichen Quellen. Das Ranking misst also vor allem, welche digitalen Strukturen und Angebote vorhanden sind – nicht, ob jeder Düsseldorfer Behördengang bereits reibungslos funktioniert.

Besonders stark ist Düsseldorf bei der digitalen Verwaltung. Hier erreicht die Stadt bundesweit Platz vier. Online-Terminvergabe, Serviceportal, digitale Verwaltungsleistungen und verschiedene Bürgerdienste erhalten im Index Spitzenwerte. Im Alltag wird das beispielsweise an der Dokumentenausgabebox am Dienstleistungszentrum am Hauptbahnhof sichtbar: Fertige Personalausweise und Reisepässe können dort mittlerweile rund um die Uhr abgeholt werden. Hinzu kommen Online-Angebote wie die elektronische Wohnsitzanmeldung, digitale Meldebescheinigungen, Bewohnerparkausweise oder verschiedene Fahrzeugdienste.

Den größten Sprung macht Düsseldorf ausgerechnet dort, wo im vergangenen Jahr noch erheblicher Nachholbedarf bestand. Im Bereich IT und Kommunikation geht es um 36 Plätze nach oben auf Rang zwölf. 5G, Open-Data-Angebote und Geoportal schneiden sehr stark ab. Gleichzeitig zeigt das Ranking aber auch, wo die glänzende Gesamtplatzierung ihre Grenzen hat: Beim Glasfaser-Ausbau erreicht Düsseldorf lediglich einen Indexwert von 38,5 Punkten. Die fünftsmarteste Großstadt Deutschlands ist also längst nicht in jedem digitalen Bereich Spitze.

Ähnlich sieht es bei Energie und Umwelt aus. Düsseldorf verbessert sich um zwölf Plätze auf Rang elf. Intelligente Straßenbeleuchtung, digitales Umweltmonitoring und digitale Wärmeplanung gehören zu den Stärken. Bei digitalen Energielösungen und besonders beim Anteil emissionsarmer Busse bleibt dagegen Luft nach oben. Ein Smart-City-Ranking ist eben keine Sammlung ausschließlich guter Nachrichten, sondern zeigt auch ziemlich deutlich, wo die Baustellen liegen.

Bei der Mobilität steht Düsseldorf weiterhin in den deutschen Top Ten, rutscht allerdings von Platz sieben auf Rang neun. Parken, multimodale Angebote und digitales Verkehrsmanagement schneiden stark ab, beim smarten ÖPNV fällt das Ergebnis schwächer aus. Wie Digitalisierung künftig unmittelbar auf der Straße wirken soll, zeigt das Projekt KISSiD: Neun Düsseldorfer Ampelanlagen werden erstmals mit KI-Technik ausgerüstet, damit die Signalsteuerung auf die aktuelle Verkehrslage reagieren und Auto-, Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr besser aufeinander abstimmen kann.

Der fünfte Platz ist deshalb durchaus mehr als eine hübsche Zahl für eine Pressemitteilung. Düsseldorf hat innerhalb weniger Jahre deutlich aufgeholt und gehört bei digitaler Verwaltung, Bildung und zahlreichen städtischen Datenangeboten inzwischen tatsächlich zur bundesweiten Spitzengruppe. Gleichzeitig sollte niemand Rang fünf mit „fertig digitalisiert“ verwechseln. Bitkom verändert und erweitert zudem regelmäßig seine Bewertungskriterien, weshalb Jahresplatzierungen nicht in jedem Detail eins zu eins vergleichbar sind.

Entscheidend ist am Ende ohnehin etwas anderes: Eine Smart City beweist sich nicht auf einer Rangliste, sondern dann, wenn Menschen weniger Zeit im Wartezimmer eines Amtes verbringen, Bus und Bahn zuverlässiger werden, Verkehr intelligenter gesteuert wird, Daten sinnvoll genutzt werden und digitale Angebote tatsächlich einfacher sind als der alte Papierweg.

Düsseldorf ist auf diesem Weg inzwischen ziemlich weit gekommen. Platz fünf ist ein starkes Ergebnis – aber auch eine ziemlich gute Messlatte für das, was jetzt im Alltag folgen muss.

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