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Erstelle bitte das Beitragsbild denke an die SafeZones 🔴⚪ POKALAUFSTELLUNG UNTER DER LUPE: JETZT MUSS DIE ZWEITE REIHE LIEFERN

Wenn Fortuna Düsseldorf heute Abend um 19.30 Uhr beim SV Biemenhorst antritt, geht es nicht allein um den selbstverständlichen Einzug in die zweite Runde des Niederrheinpokals. Das Gastspiel im ausverkauften praemium Park am Hünting ist zugleich eine Bestandsaufnahme des neu zusammengestellten Kaders. Trainer Alexander Ende hat personelle Veränderungen angekündigt und damit jenen Spielern eine Bühne eröffnet, die in der Liga bislang nur am Rand standen. Gegen einen Landesligisten dürfen diese Einsatzzeiten allerdings nicht als freundliche Zugabe verstanden werden. Wer Ansprüche auf eine größere Rolle erhebt, muss sie unter Wettbewerbsbedingungen begründen.

Eine Personalentscheidung steht bereits fest: Jorrit Hendrix wird in die Mannschaft zurückkehren. Der Kapitän fehlte zuletzt aufgrund seiner Sperre in der 3. Liga und soll sich in Bocholt wieder Spielrhythmus holen. Gerade für das Düsseldorfer Aufbauspiel ist sein Einsatz von Bedeutung. Beim torlosen Remis im Kölner Südstadion fehlten Fortuna über weite Strecken Tempo, Präzision und eine klare Ordnung mit dem Ball. Die Mannschaft kontrollierte Phasen der Partie, entwickelte daraus aber viel zu wenig Gefahr. Hendrix muss deshalb mehr liefern als Routine und Präsenz. Von ihm wird erwartet, dass er das Spiel früh strukturiert, den Ball zügig in die nächste Linie bringt und verhindert, dass Fortuna erneut in einem langsamen und vorhersehbaren Ballbesitz versandet.

Besonders gespannt darf man auf Lukas Bornschein und Filimon Gerezgiher sein. Beide späten Neuzugänge saßen gegen Fortuna Köln auf der Bank, wurden jedoch nicht eingewechselt. Das Pokalspiel bietet nun die naheliegende Gelegenheit, ihnen erstmals mehr Verantwortung zu übertragen. Bornschein könnte in der Innenverteidigung beginnen und zeigen, ob er neben seiner körperlichen Präsenz auch die Ruhe und Passqualität besitzt, um Fortunas Spiel von hinten zu beschleunigen. Gerezgiher wiederum wurde vor allem deshalb verpflichtet, weil der Mannschaft auf den Außenbahnen Dynamik, Mut im direkten Duell und der Zug in den Strafraum fehlen. Gegen einen tief verteidigenden Gegner wäre eine Startelfnominierung deshalb mehr als eine reine Belastungssteuerung: Sie wäre ein erster ernsthafter Test, ob der 26-Jährige genau jene offensiven Eigenschaften einbringen kann, die Fortuna in den bisherigen Ligaspielen so schmerzlich vermissen ließ.

Auch Jomaine Consbruch, Philipp Förster, Lukas Eixler, Steven van der Sloot, Sascha Risch und Elias Arden gehören zu den Kandidaten für deutlich mehr Spielzeit. Förster, Eixler, van der Sloot, Risch und Arden wurden in Köln eingewechselt, während Consbruch ohne Einsatz blieb. Gerade Eixler brachte nach seiner Einwechslung mehr Bewegung in das Düsseldorfer Angriffsspiel. Der Pokalabend könnte ihm nun die Chance eröffnen, sich von Beginn an zu zeigen. Dabei darf es für keinen dieser Spieler genügen, gegen einen sechstklassigen Gegner lediglich unauffällig mitzuschwimmen. Fortuna benötigt Konkurrenz um die Plätze, und diese entsteht nicht durch große Kadernamen, sondern durch Leistungen, die den Trainer vor dem Ligaspiel gegen den MSV Duisburg tatsächlich ins Grübeln bringen.

Alexander Ende steht dabei vor einer heiklen Aufgabe. Rotation ist angesichts der kurzen Pause nach dem Kölner Spiel und einiger Blessuren sinnvoll, sie darf aber nicht zu einem vollständigen Verlust der gewohnten Abläufe führen. Wer eine nahezu komplett veränderte Mannschaft auf den Platz schickt, riskiert, dass sich elf Einzelspieler zunächst selbst sortieren müssen. Genau darin läge die Chance für Biemenhorst. Der Landesligist wird von der Atmosphäre, der Euphorie eines ausverkauften Stadions und der Aussicht auf das größte Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte getragen. Die Gastgeber haben aus ihren ersten vier Ligapartien zwar lediglich zwei Punkte geholt und stehen auf Rang 16, doch solche Zahlen verlieren in einem Pokalspiel schnell an Bedeutung, wenn der Favorit Zweikämpfe nur halbherzig führt und dem Außenseiter das Gefühl vermittelt, dass an diesem Abend etwas möglich sein könnte.

Fortuna muss deshalb vom Anpfiff an deutlich machen, dass zwischen beiden Mannschaften fünf Spielklassen liegen. Das bedeutet nicht, kopflos anzurennen, sondern mit hohem Tempo, konsequentem Gegenpressing und klaren Laufwegen zu spielen. Die Außen müssen ihre Gegenspieler beschäftigen, im Strafraum braucht es mehrere Anspielstationen, und nach Ballverlusten darf Biemenhorst keine Zeit bekommen, um seine Umschaltmomente auszuspielen. Vor allem aber muss Düsseldorf Tore erzwingen. Nach lediglich zwei Treffern in vier Drittligaspielen und der offensiv enttäuschenden Nullnummer in Köln wäre ein mühsames Weiterkommen zwar formal ausreichend, sportlich aber erneut ein Warnsignal.

Der Pokalabend ist damit eine echte Gelegenheit für die zweite Reihe – aber ebenso eine Prüfung. Wer heute überzeugt, kann sich für das Duell mit dem MSV Duisburg empfehlen. Wer selbst gegen einen Landesligisten keine Wirkung entfaltet, liefert dem Trainer kaum Argumente für mehr Einsatzzeit. Fortuna muss die erste Hürde nehmen, ohne Überheblichkeit, ohne Nachlässigkeit und möglichst ohne das Spiel länger offenzuhalten als nötig. In der zweiten Runde würde Schwarz-Weiß Alstaden warten. Bevor darüber gesprochen werden kann, muss die Mannschaft in Bocholt jedoch zeigen, dass sie diesen Wettbewerb mit der notwendigen Ernsthaftigkeit annimmt.

SV Biemenhorst – Fortuna Düsseldorf
Mittwoch, 9. September 2026
Anstoß: 19.30 Uhr
Spielort: praemium Park am Hünting, Bocholt
Livestream: leagues.football, kostenpflichtig
Fortuna Bros -> Watchparty -> https://www.youtube.com/watch?v=-8EnxPbK4YM

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