ARABI FORDERT GEDULD – ABER FORTUNA DARF SICH NICHT KLEINREDEN

🔴⚪ ARABI FORDERT GEDULD – ABER FORTUNA DARF SICH NICHT KLEINREDEN
🔴⚪ ARABI FORDERT GEDULD – ABER FORTUNA DARF SICH NICHT KLEINREDEN

🔴⚪ ARABI FORDERT GEDULD – ABER FORTUNA DARF SICH NICHT KLEINREDEN

Das Transferfenster war gerade einmal einen Tag geschlossen, als sich Samir Arabi am Mittwochabend im Haus der Jugend den Mitgliedern stellte. Rund 100 Fortunen waren gekommen, um mit dem Sportvorstand über den größten Kaderumbruch der jüngeren Vereinsgeschichte, den schwierigen Saisonstart und die sportliche Perspektive nach dem Abstieg zu sprechen.

Nach Angaben des Vereins verlief der Austausch offen, respektvoll und stellenweise kritisch. Arabi nahm sich Zeit für die Fragen der Mitglieder und warb eindringlich dafür, dass bei Fortuna nun alle an einem Strang ziehen. Das klingt zunächst nach einer jener Formulierungen, die im Fußball schnell gesagt sind. Hinter dieser Botschaft steckt in diesem Fall jedoch eine gewaltige Aufgabe: Aus einem nahezu aufgelösten Zweitligakader muss innerhalb weniger Wochen eine funktionierende Mannschaft entstehen.

31 Spieler haben Fortuna im Zuge des Umbruchs verlassen oder wurden verliehen. Nur sechs Akteure aus dem bisherigen Zweitligakader blieben übrig. Demgegenüber stehen 19 externe Neuzugänge und fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die an die Profimannschaft herangeführt wurden. Das ist keine gewöhnliche Transferperiode. Das ist eine sportliche Kernsanierung.

Arabi legte nach eigener Aussage großen Wert auf Spieler, die zur Spielidee von Alexander Ende passen, charakterlich belastbar sind und wirklich für Fortuna spielen wollen. Möglichst viele Neuzugänge sollten deutschsprachig sein, um die Integration zu beschleunigen. Gesucht wurden nicht nur Fähigkeiten, Marktwerte und Positionen, sondern Bodenständigkeit, Persönlichkeit und sportlicher Ehrgeiz.

Dieser Ansatz ist nachvollziehbar. Die vergangene Saison ist schließlich nicht allein an fehlender individueller Qualität gescheitert. Fortuna hatte keine geschlossene Mannschaft, keine belastbare Hierarchie und in den entscheidenden Momenten keine Einheit auf dem Platz. Genau daran will Arabi angesetzt haben.

Man muss ihm zugutehalten, dass er den Absturz nicht verursacht hat. Er übernahm Ende Mai einen sportlichen Bereich, in dem kaum noch ein konkurrenzfähiger Kader vorhanden war. Innerhalb von gut drei Monaten stellte er eine nahezu vollständige Mannschaft zusammen. Darunter befinden sich erfahrene Führungsspieler, entwicklungsfähige Profis und junge Talente. Dass bei 19 Neuzugängen nach wenigen Wochen noch nicht alle Automatismen funktionieren, ist keine Ausrede, sondern eine logische Folge dieses radikalen Umbaus.

Arabi räumte allerdings auch ein, dass Fortuna während der Transferperiode nicht alle Vorhaben umsetzen konnte. Welche Bausteine konkret fehlen, ließ der Sportvorstand öffentlich offen. Gerade diese Frage wird interessant bleiben: Ist der Kader tatsächlich vollständig und ausgewogen genug, um über eine gesamte Drittliga-Saison um die Spitzenplätze zu spielen?

Die bemerkenswerteste Botschaft des Mitgliederforums betraf jedoch nicht einzelne Transfers, sondern die Erwartungen an diese Saison. Arabi machte deutlich, dass ein direkter Wiederaufstieg keineswegs selbstverständlich sei und im ersten Jahr nicht einfach erwartet werden dürfe.

Die Statistik gibt ihm recht. Nach Angaben des DFB gelang nur drei der vergangenen 23 Zweitliga-Absteiger die sofortige Rückkehr. Die 3. Liga ist kein Wartezimmer, aus dem ein großer Name automatisch wieder abgeholt wird. Zahlreiche Traditionsvereine haben Jahre gebraucht, manche wurden sogar direkt in die Regionalliga durchgereicht.

Realismus ist deshalb notwendig. Er darf aber nicht mit Anspruchslosigkeit verwechselt werden.

Als Arabi Ende Mai bei Fortuna vorgestellt wurde, formulierte er noch unmissverständlich: „Wir müssen aus dieser Liga raus.“ Gleichzeitig kündigte der Verein an, ein Kaderbudget aufzustellen, das zum oberen Bereich der 3. Liga gehört. Einige Wochen später wurden rund 19.000 Dauerkarten verkauft. Die Fans haben trotz Abstieg, Entlassungen, sportlichem Chaos und massivem Vertrauensverlust eine Unterstützung geliefert, um die Fortuna andere Drittligisten beneiden.

Deshalb darf aus der berechtigten Warnung vor der schwierigen Liga keine vorsorgliche Absenkung der Erwartungen werden. Niemand kann den Aufstieg garantieren. Aber ein Verein mit diesem Umfeld, diesem Etat, diesen Zuschauerzahlen und 19 externen Neuzugängen muss den Anspruch besitzen, um die Spitzenplätze mitzuspielen.

Nach nur drei Ligaspielen eine Aufstiegsgarantie einzufordern, wäre unseriös. Nach zwei Niederlagen, dem ernüchternden Pokalaus gegen Freiburg und einem mühsamen 1:0 gegen Stuttgart II bereits ein Übergangsjahr vorzubereiten, wäre es allerdings ebenfalls.

Fortuna braucht Zeit, aber keine ergebnisoffene Saison. Der neu zusammengestellte Kader muss wachsen dürfen. Gleichzeitig muss auf dem Platz eine klare Entwicklung erkennbar werden: mehr Stabilität, eine belastbare Spielidee, nachvollziehbare Personalentscheidungen und Ergebnisse, die zum eigenen Anspruch passen. Geduld kann immer nur mit Fortschritt begründet werden.

Ein weiterer Punkt bleibt nach dem Forum unbefriedigend. Der Verein berichtet zwar von kritischen Fragen, nennt aber weder deren konkreten Inhalt noch die dazugehörigen Antworten. Anders als beim großen Mitgliederforum im Juni wurde bislang keine vollständige Aufzeichnung des Abends veröffentlicht. Stattdessen verweist Fortuna auf ein knapp zehnminütiges Vereinsinterview mit Arabi zur Transferperiode.

Damit bleibt ausgerechnet der wichtigste Teil eines Mitgliederforums außerhalb des Saales weitgehend unsichtbar: Was wollten die Mitglieder wissen? Wo wurde Arabi konkret widersprochen? Welche Entscheidungen musste er erklären? Und welche Antworten gab er auf Fragen, die sich möglicherweise nicht in einer kurzen Vereinszusammenfassung abbilden lassen?

Offener Austausch ist wertvoll. Wirkliche Transparenz entsteht aber erst dann, wenn auch jene Mitglieder nachvollziehen können, was gesprochen wurde, die keinen Platz im Haus der Jugend hatten. Gerade in einem eingetragenen Verein sollte ein Mitgliederforum mehr sein als eine Veranstaltung, deren öffentliche Einordnung anschließend allein beim Verein liegt.

Samir Arabi hat in wenigen Wochen viel geleistet. Sein Ansatz, eine charakterlich belastbare und hungrige Mannschaft aufzubauen, verdient eine faire Chance. Auch seine Warnung vor der 3. Liga ist sachlich richtig. Trotzdem darf Geduld nicht zu einem Freibrief werden.

Fortuna muss nicht im September aufsteigen. Fortuna muss aber vom ersten Spieltag an erkennen lassen, dass sie wieder aufsteigen will.

Wie bewertet ihr Arabis Aussagen? Ist die neue Zurückhaltung ehrlicher Realismus – oder senkt Fortuna bereits sehr früh die Erwartungen? Und sollte der Verein das komplette Mitgliederforum öffentlich zugänglich machen?

#FortunaDüsseldorf #F95 #Fortuna4You #Mitgliederforum #SamirArabi #DritteLiga #Neuaufbau #FortunaFans @Follower

Beitrag auf Facebook ansehen

Op Platt anzeije

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen