
🔴⚪ TRANSFERFINALE: ZWEI NEUE GESUCHT – ABER DIE EIGENEN JUNGEN SOLLEN GEHEN?
Bis Dienstagabend läuft die Wechselperiode – und bei Fortuna ist der Kader offenbar noch nicht fertig. Nach aktuellen Medienberichten sucht Sportvorstand Samir Arabi noch einen Innenverteidiger und einen schnellen Außenstürmer. Konkrete Namen sind bislang nicht belastbar öffentlich geworden. Im Blick sollen vor allem Spieler stehen, die bei Bundesligisten kurz vor dem Ende des Transferfensters keine ausreichende Perspektive mehr besitzen.
Der Bedarf in der Innenverteidigung ist nachvollziehbar. Felix Meiser fällt nach seiner Meniskusverletzung und der notwendigen Operation voraussichtlich lange aus. Dominique Heintz musste gegen Stuttgart II zudem kurzfristig wegen Oberschenkelproblemen passen. Elias Egouli machte seine Sache ordentlich, doch mit Heintz, Tim Oberdorf und den jungen Alternativen ist die Position für eine lange Drittliga-Saison nicht so komfortabel besetzt, wie es die reine Anzahl der Namen vermuten lässt. Gesucht wird deshalb offenbar ein Spieler, der sofort helfen kann – und nicht erst monatelang an das Niveau herangeführt werden muss.
Noch spannender ist die Suche nach einem Außenstürmer. Fortuna fehlt im Angriff ein etablierter Flügelspieler, der mit Tempo ins Eins-gegen-eins geht, Gegner bindet und das Spiel konsequent in die Tiefe zieht. Anas Slimani hat gegen Stuttgart II gezeigt, wie wertvoll genau diese Unbekümmertheit sein kann. Gleichzeitig soll ausgerechnet Kilian Sauck weiterhin zu den Kandidaten gehören, die den Verein verlassen könnten. Ein Spieler also, der bei seiner Verpflichtung wegen seines Tempodribblings, seines Mutes am Ball und seines Entwicklungspotenzials gelobt wurde.
Darin steckt der große Widerspruch dieses Transfersommers: Fortuna sucht auf dem Markt offenbar genau die Qualitäten, die im eigenen Kader zumindest teilweise vorhanden sind. Natürlich kann niemand seriös behaupten, Sauck sei bereits die fertige Lösung. Aber einen 19-Jährigen mit Vertrag bis 2029 nach wenigen Monaten wieder abzugeben, während gleichzeitig ein neuer Außenstürmer gesucht wird, müsste sportlich sehr überzeugend begründet werden.
Das größte Hindernis ist ohnehin das Geld. Nach Medienberichten wurde Fortunas Kaderetat auf rund acht Millionen Euro erhöht. Mitte August sollen davon bereits etwa 7,8 Millionen gebunden gewesen sein – und anschließend kam mit Erik Wekesser noch der mittlerweile 17. externe Sommerzugang. Eine positive Transferbilanz bedeutet dabei nicht automatisch, dass genügend Gehaltsbudget vorhanden ist. Ablösesummen und laufende Personalkosten sind zwei verschiedene Rechnungen.
Zusätzlichen Spielraum könnten deshalb weitere Abgänge schaffen. Neben Sauck werden auch Noah Egouli und Levi Mentzel als mögliche Wechselkandidaten gehandelt. Ausgerechnet jene beiden Innenverteidiger, die erst im Mai mit Profiverträgen bis 2029 ausgestattet und damals als Beispiele für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Fortuna präsentiert wurden. Eine Leihe mit garantierter Spielzeit wäre nachvollziehbar. Talente lediglich aus finanziellen Gründen weiterzureichen, während anschließend Ersatz von außen verpflichtet wird, wäre dagegen ein ziemlich fragwürdiges Signal.
Arabis wahrscheinlichster Weg führt über Leihgeschäfte oder Profis, bei denen die abgebenden Vereine einen Teil des Gehalts übernehmen. Genau deshalb fallen manche Entscheidungen erst auf den letzten Metern: Bundesligisten müssen ihre Kader verkleinern, Spieler korrigieren ihre Ansprüche und plötzlich werden Lösungen möglich, die einige Tage zuvor noch unbezahlbar waren. Fortuna darf dabei aber nicht irgendeinen bekannten Namen verpflichten. Wer jetzt kommt, muss sofort funktionieren, das Team gezielt verbessern und finanziell auch über diese Saison hinaus verantwortbar sein.
Der erste Sieg gegen Stuttgart II hat etwas Zeit gekauft, die Schwachstellen aber nicht beseitigt. Jetzt muss Arabi entscheiden: Holt Fortuna tatsächlich noch zwei fertige Spieler – oder vertraut der Verein endlich konsequenter auf die jungen Kräfte, die bereits da sind? Ein überhasteter Transfer hilft niemandem. Zwei wirklich passende Verstärkungen könnten dagegen darüber entscheiden, ob Fortuna nur in der 3. Liga mitspielt oder ernsthaft nach oben angreifen kann.
Wie würdet ihr entscheiden: Noch zweimal nachlegen – oder Sauck, Slimani, die Egoulis und Mentzel behalten und ihnen endlich eine echte Chance geben?
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