🔴⚪ WAS ALLE DENKEN – DIE STIMMEN DER FANS 🔴⚪
Über 500 Kommentare, eine massive Trainerdebatte – und eine Anhängerschaft, die endlich erkennen will, wohin diese Fortuna eigentlich soll
Die Überschrift ist zugespitzt. Aber die Stimmung ist es inzwischen auch. Unter Fortunas Ergebnispost nach dem 1:5 gegen Freiburg haben sich mehr als 500 Kommentare angesammelt, und wer sich durch die Diskussion arbeitet, stößt immer wieder auf dieselben Fragen: Wo ist die Spielidee? Wo ist die Entwicklung? Warum kommt offensiv so wenig? Und vor allem: Ist Alexander Ende noch der richtige Trainer für diesen Neuaufbau? Ein sehr großer Teil der Reaktionen geht inzwischen sogar deutlich weiter und fordert offen die Trennung vom Trainer. Das sind nicht unsere Forderungen – aber es wäre genauso falsch, so zu tun, als gäbe es diese massive Stimmung unter den Fans nicht.
Dabei geht es vielen erstaunlicherweise gar nicht um das 1:5 gegen Freiburg allein. Gegen einen Bundesligisten kann Fortuna verlieren, und selbst in den Kommentaren wird durchaus anerkannt, dass die Mannschaft über weite Strecken mehr Einsatz zeigte als beim erschreckenden Auftritt gegen Hoffenheim II. Die Kritik sitzt tiefer. Viele Anhänger vermissen nach wie vor eine erkennbare Handschrift, Tempo im Offensivspiel und eine klare Vorstellung davon, wie diese Mannschaft eigentlich Tore erzielen soll. Einer der meistbeachteten Kommentare bringt es auf den Punkt: „Was genau ist eigentlich die Idee von Alexander Ende?“ Genau diese Frage bestimmt momentan die Diskussion.
Entsprechend hart fällt das Urteil über den Trainer aus. Einige Fans rechnen inzwischen Niederlagenquoten vor, andere fordern unverblümt einen sofortigen Wechsel auf der Bank. Wieder andere wollen Ende noch Zeit geben, verlangen aber spätestens jetzt eine deutlich sichtbare Entwicklung. Auffällig ist dabei, dass sich die Kritik längst nicht mehr nur an Ergebnissen festmacht. Es geht um Aufstellungen, Wechsel, die geringe Zahl herausgespielter Möglichkeiten und um das Gefühl, dass vorhandenes Tempo und vorhandenes Talent im Kader nicht konsequent genutzt werden. Genau deshalb dürfte auch das kommende Ligaspiel so wichtig werden: Gegen Stuttgart II gibt es keinen Bundesligisten und keinen Klassenunterschied mehr, hinter dem sich eine schwache offensive Vorstellung verstecken könnte.
Einen Namen schreiben die Fans dagegen momentan beinahe geschlossen auf die Gewinnerseite: Louis Lord. Trotz fünf Gegentoren wurde der 22-Jährige nach seinen starken Paraden immer wieder hervorgehoben. „Lord bitte zur Nummer 1 machen“, lautet eine Forderung mit enormer Resonanz, und auch außerhalb der Fan-Kommentare wird inzwischen darüber diskutiert, ob der bisherige Pokaltorwart nicht auch in der Liga zwischen die Pfosten gehört. Selbst BILD kommt nach seinem Auftritt zu dem Schluss, dass Lord die Torwartdiskussion mit seiner Leistung neu eröffnet hat.
Und dann kommen wir zu einem Punkt, an dem wir die reine Wiedergabe der Fanmeinungen bewusst verlassen und unsere eigene Position vertreten. Fortuna besitzt mit Kilian Sauck, Anas Slimani, Jordi Paulina, Steven van der Sloot und weiteren jungen Spielern genau das Potenzial, aus dem langfristig wieder eine Mannschaft entstehen könnte, mit der sich die Menschen identifizieren. Gerade in der Vorbereitung haben einige dieser Jungs mit Tempo, Mut und Unbekümmertheit Leben ins Spiel gebracht. Wir würden uns deshalb wünschen, dass sie nicht nur als Perspektivspieler geführt werden, sondern echte Einsatzzeiten bekommen.
Für uns wäre es insbesondere der falsche Weg, solche Talente vorschnell zu verkaufen oder zu verleihen, bevor sie bei Fortuna überhaupt eine ernsthafte Chance erhalten haben. Natürlich braucht eine Mannschaft erfahrene Spieler, gerade nach einem Abstieg. Aber irgendwann muss Fortuna auch einmal aus dem Kreislauf ausbrechen, jeden Sommer große Teile des Kaders auszutauschen und anschließend monatelang darauf zu warten, dass sich die nächste Mannschaft findet. Wer junge Spieler entwickelt und Leistung von ihnen bekommt, sollte versuchen, sie langfristig an den Verein zu binden. Nur so entsteht irgendwann ein Kern, auf den man in der nächsten Saison noch aufbauen kann, statt wieder fast bei null anzufangen.
Vielleicht erklärt gerade dieser Wunsch auch einen Teil der momentanen Unruhe auf den Rängen und in den sozialen Netzwerken. Die Menschen wollen nicht nur Siege sehen. Sie wollen wieder eine Richtung erkennen, eine Mannschaft wachsen sehen und Spieler erleben, von denen sie das Gefühl haben, dass diese Fortuna auch morgen noch ihre Fortuna sein könnte. Dass Louis Lord nach einem 1:5 derjenige ist, über den anschließend am positivsten gesprochen wird, zeigt gleichzeitig, wie schnell ein junger Spieler die Fans hinter sich bringen kann, wenn er seine Chance bekommt und sie nutzt.
Mehr als 500 Kommentare sind keine wissenschaftliche Meinungsumfrage, und selbstverständlich spricht Facebook nicht für jeden Fortuna-Fan. Doch die Wucht der Reaktionen sollte niemand einfach als üblichen Frust nach einer Niederlage abtun. In unserer ersten Auswertung waren die Schwerpunkte bereits eindeutig: fehlende Spielidee, offensive Harmlosigkeit, Kritik an den Personalentscheidungen und zunehmende Zweifel am Trainer – auf der anderen Seite aber auch klare Zustimmung für Lord und der Wunsch nach mehr Dynamik durch jüngere Spieler.
Jetzt interessiert uns deshalb eure Meinung – ausdrücklich auch die derjenigen, die Alexander Ende weiterhin die notwendige Zeit geben wollen.
Ist die massive Trainerkritik nach diesem Saisonstart bereits berechtigt oder wird hier viel zu früh der nächste Trainer verbrannt? Gehört Louis Lord für euch jetzt ins Tor? Und vor allem: Soll Fortuna endlich konsequenter auf Sauck, Slimani, Paulina, van der Sloot und die anderen jungen Spieler setzen, sie entwickeln und bei entsprechender Leistung langfristig halten?
Denn eines möchten wir diesmal wirklich wissen:
Was denkt ihr?
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