1:3 GEGEN SAARBRÜCKEN: FORTUNA BRAUCHT EINEN NEUEN TRAINER

🔴⚪ 1:3 GEGEN SAARBRÜCKEN: FORTUNA BRAUCHT EINEN NEUEN TRAINER
🔴⚪ 1:3 GEGEN SAARBRÜCKEN: FORTUNA BRAUCHT EINEN NEUEN TRAINER

🔴⚪ 1:3 GEGEN SAARBRÜCKEN: FORTUNA BRAUCHT EINEN NEUEN TRAINER

Drei Tage nach dem späten Jubel in Münster steht Fortuna wieder vor denselben Fragen. Die 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken am Samstag ist besonders bitter, weil diese Partie keineswegs verloren gehen musste. Düsseldorf führte früh, hatte gute Phasen und genügend Möglichkeiten, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Doch erneut fehlte die Verlässlichkeit, aus diesen Voraussetzungen etwas zu machen. Für uns ist deshalb der Punkt erreicht, an dem auch die sportliche Führung Konsequenzen ziehen sollte: Fortuna braucht einen neuen Cheftrainer.

DER SPIELBERICHT

Vor 34.049 Zuschauern veränderte Alexander Ende seine Startelf gegenüber dem Sieg in Münster auf vier Positionen. Steven van der Sloot und Jomaine Consbruch rückten hinein, im Angriff begannen Eric Hottmann und Jordi Paulina. Der Auftakt gab dieser Besetzung recht. Fortuna setzte Saarbrücken unter Druck, kam früh zu Abschlüssen und belohnte sich in der zehnten Minute mit einem sehenswert herausgespielten Treffer. Jorrit Hendrix fand mit seinem Pass die Lücke in der Gästeabwehr, Paulina startete im richtigen Moment und vollendete zum 1:0. Genau so kann dieser Fußball funktionieren: zielgerichtet, schnell und entschlossen.

Die Führung hielt allerdings nur drei Minuten. Nach einer Flanke von Niko Bretschneider durfte Kai Brünker den Ball im Strafraum mit der Brust annehmen und anschließend zum Ausgleich abschließen. Fortuna hatte den Gegner früh ins Wanken gebracht und ließ ihn mit dessen erster Torchance sofort zurück ins Spiel. Saarbrücken gewann Sicherheit und wurde nun selbst gefährlich. Louis Lord musste gegen Gökdeniz Gürpüz eingreifen, eine scharfe Hereingabe von Kelsey Owusu lenkte Elias Arden beinahe ins eigene Tor. Düsseldorf fand danach wieder besser hinein, blieb bei seinen Angriffen aber häufig im entscheidenden Moment hängen.

Nach der Pause wiederholte sich das ärgerliche Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Fortuna suchte den Weg nach vorne, Saarbrücken erzielte das Tor. In der 50. Minute setzte sich Owusu gegen Elias Egouli und Tim Oberdorf durch und überwand Lord zum 1:2. Ein starkes Solo des Saarbrückers, aber zugleich eine Szene, die Düsseldorfs Defensivprobleme an diesem Nachmittag schonungslos offenlegte.

Ende reagierte mit Wechseln. Fabian Schleusener kam, später folgten unter anderem Philipp Förster und Miguel Gonçalves. Der erhoffte Umschwung blieb aus. Fortuna drängte, brachte Bälle in den Strafraum und fand dennoch zu selten einen überzeugenden Abschluss. In der Schlussphase köpfte Lukas Bornschein nach Hottmanns Ablage vorbei. Als Düsseldorf immer mehr riskierte, nutzte Saarbrücken den entstehenden Platz: Alexander Staff entschied die Partie in der 90. Minute mit dem Treffer zum 1:3. Aus einer frühen Führung war eine weitere schmerzhafte Heimniederlage geworden.

DIE ANALYSE

Das Problem dieses Spiels lässt sich nicht allein mit schlechter Chancenverwertung erklären. Fortuna kam durchaus in aussichtsreiche Räume, zeigte gelungene Kombinationen und beschäftigte die gegnerische Defensive. Gerade deshalb wiegt das Ergebnis schwer. Wer solche Möglichkeiten erarbeitet, muss daraus häufiger klare Abschlüsse entwickeln. Der zusätzliche Kontakt, die unpräzise Hereingabe oder die falsche Entscheidung im Strafraum sind keine Randerscheinungen, wenn sie wiederholt den Ertrag verhindern. Hier fehlt der Mannschaft die Sicherheit, unter Druck das Richtige zu tun.

Auch die Gegentore verlangen mehr als einen Verweis auf Saarbrückens Effektivität. Beim Ausgleich funktionierte das Anlaufen nicht, anschließend bekam Brünker im Strafraum zu viel Zeit. Beim 1:2 konnte Owusu beide Innenverteidiger überwinden. Das späte dritte Gegentor entstand dann aus dem Risiko einer Mannschaft, die dem Ausgleich hinterherlief. Unterschiedliche Situationen, aber mit derselben Konsequenz: Saarbrücken brauchte für seine entscheidenden Aktionen erstaunlich wenig, während Fortuna für den eigenen Torerfolg enorm viel investieren musste.

Tim Oberdorf formulierte nach dem Spiel den treffendsten Maßstab: „Es reicht nicht, eine gute halbe Stunde zu spielen, um Partien zu gewinnen.“ Der Verteidiger bewertete auch das Düsseldorfer Ballbesitzspiel nach der Pause kritisch. Kapitän Hendrix bemängelte die einfachen Gegentore und die fehlende Präzision im letzten Drittel. Das sind konkrete sportliche Defizite, die sich nicht mit einer ansehnlichen Zahl von Angriffen erledigen.

Die Bilanz unterstreicht das Problem. Nach zehn Ligaspielen stehen vier Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen sowie elf erzielte Tore. Aus der englischen Woche gegen Verl, Münster und Saarbrücken wurden vier von neun möglichen Punkten. Beim 2:2 gegen Verl hielt keine der beiden Führungen, in Münster rettete der späte Siegtreffer den Abend, gegen Saarbrücken folgte der nächste Rückschlag. Aus unserer Sicht fehlt weiterhin eine Spielweise, auf die sich diese Mannschaft auch nach Widerständen verlassen kann. Gute Ansätze sind vorhanden. Ihre zuverlässige Umsetzung bleibt aus.

DIE TRAINERFRAGE

Alexander Ende verwies nach dem Abpfiff auf die vielen Strafraumszenen, Flanken und Abschlüsse. „Gegen einen effektiven Gegner sind wir nicht effektiv gewesen“, erklärte er in den offiziellen Vereinsstimmen. Diese Feststellung ist richtig, beantwortet aber die entscheidende Frage nicht: Wie sorgt der Trainer dafür, dass seine Mannschaft diese Situationen künftig besser löst? Nach zehn Spieltagen muss die Antwort zunehmend auf dem Platz sichtbar werden.

Die Berichterstattung verschärft den Druck. BILD stellt Endes Zukunft offen zur Diskussion und hält ihm die unzureichende Gesamtausbeute seiner Düsseldorfer Amtszeit vor. Die NRZ berichtet über Fans, die nach der Saarbrücken-Niederlage seine Entlassung fordern. liga3-online wägt dagegen ausdrücklich ab: Erkennbare Fortschritte und die über weite Strecken ordentliche Defensive sprechen für den Trainer, die schwache Offensive und die fehlende Konstanz gegen ihn. Ein geschlossenes Urteil der gesamten Presse gibt es also nicht. Die Zweifel an Endes Arbeit sind allerdings längst ein zentrales Thema.

Sportvorstand Samir Arabi würdigte gegenüber der Rheinischen Post, wiedergegeben von liga3-online, den Einsatz der Mannschaft. Zugleich machte er deutlich, dass Fortuna sportlich noch nicht dort stehe, wo der Verein hinwolle. Entscheidend sei, ob überzeugende Lösungsansätze vorhanden seien. Eine eindeutige öffentliche Zusage für Endes Zukunft lässt sich daraus nicht ableiten. Eine offiziell verkündete Trennung lag am Sonntagvormittag ebenfalls nicht vor.

Unsere redaktionelle Bewertung ist klar: Fortuna sollte sich von Alexander Ende trennen. Die vorhandenen Fortschritte reichen uns nicht mehr als Begründung für ein Weiter so. Wir sehen zu wenig Verlässlichkeit in den entscheidenden Bereichen: beim Verteidigen einer Führung, bei der Qualität der letzten Aktion und beim Umgang mit Rückschlägen. Dass die Mannschaft arbeitet und sich wehrt, ist erkennbar. Genau deshalb muss die sportliche Führung prüfen, ob ein anderer Trainer aus diesem Einsatz mehr machen kann.

Die Spieler bleiben dabei in der Verantwortung. Kein Trainer verhindert jeden individuellen Fehler oder verwandelt selbst die vergebenen Chancen. Seine Aufgabe ist es aber, Abläufe, Entscheidungen und Stabilität so zu verbessern, dass die Mannschaft ihr Potenzial regelmäßig ausschöpft. Nach unserer Einschätzung gelingt das unter Ende nicht ausreichend. Der Sieg in Münster hat die Hoffnung auf eine Wende geweckt. Das Heimspiel gegen Saarbrücken hat sie erneut enttäuscht.

Am kommenden Samstag, 24. Oktober, wartet um 14 Uhr das Auswärtsspiel bei Hansa Rostock. Wir halten einen Wechsel auf der Trainerbank vor dieser Aufgabe für richtig. Die Verantwortlichen müssen jetzt entscheiden, wem sie zutrauen, aus dieser Mannschaft dauerhaft mehr herauszuholen. Unser Vertrauen in Alexander Ende ist nach diesem Heimspiel aufgebraucht.

Wie bewertet ihr die Lage? Ist der Trainerwechsel überfällig, oder seht ihr noch überzeugende Gründe, mit Ende weiterzumachen?

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