WAS FÜR EIN COMEBACK – DEG MACHT DIE ZEHN VOLL

🏒🔴🟡 WAS FÜR EIN COMEBACK – DEG MACHT DIE ZEHN VOLL
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BIETIGHEIM STEELERS – DÜSSELDORFER EG 5:6 NACH VERLÄNGERUNG
Drittel: 2:2 | 3:1 | 0:2 | Verlängerung: 0:1

Wer diese DEG abschreibt, sollte vorher auf die Uhr schauen. Selbst ein Zwei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten reichte am Sonntag nicht, um Düsseldorfs Siegesserie zu beenden. Vor 3.358 Zuschauern in der EgeTrans Arena kämpfte sich Rot-Gelb gegen die Bietigheim Steelers zurück und gewann einen wilden Schlagabtausch durch Ville Järveläinens Überzahltreffer in der Verlängerung. Zehn Spiele, zehn Siege – diesmal allerdings mit erheblichen Umwegen.

Der Abend begann mit einem Missgeschick, das Nico Pertuch bei seinem DEG-Debüt gerne erspart geblieben wäre. Beim Versuch, die Scheibe wegzuspielen, rutschte sie dem Torwart ins eigene Netz. Gerade vier Sekunden waren gespielt, als Bietigheim führte; der Treffer wurde Nolan Ritchie zugeschrieben. Düsseldorf fing sich jedoch. Erik Bradford glich in Überzahl aus, Corey Mackin brachte die Gäste erstmals nach vorne. Auf Jack Dugans Ausgleich zum 2:2 antwortete Mackin gleich nach der Pause mit seinem zweiten Tor zum 2:3.

Dann verlor die DEG innerhalb von nur zwei Minuten und 40 Sekunden die Kontrolle. Cole Fonstad traf in Überzahl, Tim Schüle legte nach, und Luca Franzese nutzte seine Freiheiten vor dem Tor zum 5:3. Aus einer Düsseldorfer Führung war ein deutlicher Rückstand geworden. Harry Lange nahm eine Auszeit und brachte Niklas Lunemann für Pertuch. Ein notwendiger Einschnitt in einer Phase, in der nicht nur der Torwart, sondern die gesamte Mannschaft gefordert war.

Die Aufholjagd gelang anschließend dort, wo Tore oft mehr Entschlossenheit als Schönheit brauchen: unmittelbar vor dem gegnerischen Gehäuse. Carter Turnbull setzte nach einem Abschluss von Max Faber nach und verkürzte in der 49. Minute auf 5:4. Vier Minuten später verwertete Matthias Pischoff einen weiteren Abpraller zum Ausgleich. Düsseldorf suchte die zweiten Chancen und belohnte sich dafür. Aus einem Abend, an dem die Serie zu reißen drohte, war wieder eine offene Partie geworden.

Auch die Verlängerung verlangte beiden Mannschaften alles ab. Zunächst besaß Bietigheim die besseren Möglichkeiten, doch Lunemann hielt die DEG im Spiel. Als Jack Dugan wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, nutzte Düsseldorf seine Gelegenheit. Nur zehn Sekunden nach Beginn der Überzahl traf Järveläinen zum 5:6. Der nächste Auswärtssieg war geschafft – und der Jubel nach diesem Kraftakt entsprechend verdient.

Die Analyse fällt trotzdem nicht makellos aus. Bietigheim hatte mit 35:31 mehr Torschüsse und legte gerade im Mittelabschnitt die Düsseldorfer Schwächen offen. Zu wenig Zugriff, zu viel Platz in gefährlichen Bereichen: Besonders Franzeses Treffer zeigte, dass dieser Rückstand nicht allein mit Pertuchs unglücklichem Abend zu erklären war. Die DEG kann solche Phasen derzeit mit ihrer Offensivqualität auffangen. Darauf verlassen sollte sie sich nicht.

Für die Wende waren drei Dinge entscheidend: Lunemann parierte nach seiner Einwechslung sämtliche 15 Schüsse, Düsseldorf blieb bei Abprallern hartnäckig, und das Powerplay lieferte mit zwei Treffern aus vier Gelegenheiten. Mackin und Turnbull kamen jeweils auf drei Scorerpunkte, Pischoff steuerte den wichtigen Ausgleich bei. Die Mannschaft fand also nicht nur emotional zurück, sondern auch mit konkreten Lösungen auf dem Eis.

Mit 27 Punkten und acht Zählern Vorsprung auf das Verfolgerfeld bleibt Düsseldorf Tabellenführer. Weiter geht es am Freitag, 23. Oktober, um 20 Uhr mit Eisbären Regensburg – Düsseldorfer EG in der Donau-Arena. Aus Bietigheim nimmt Rot-Gelb zwei Punkte, einen außergewöhnlichen Comeback-Sieg und eine klare Erkenntnis mit: Die Moral ist beeindruckend, die Spielkontrolle bleibt verbesserungsfähig.

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