
☝️🫵👉 HIMMELGEIST MACHT SICH HOCHWASSERSICHER – DIE GROSSBAUSTELLE AM RHEIN HAT BEGONNEN
In Himmelgeist wird derzeit an einem der wichtigsten Hochwasserschutzprojekte im Düsseldorfer Süden gearbeitet. Nach jahrelangen Planungen, Genehmigungsverfahren und vorbereitenden Maßnahmen ist der eigentliche Deichbau angelaufen. Ziel ist es, die bestehende Lücke im Hochwasserschutz entlang des Rheins zu schließen und den historischen Ortskern künftig besser vor extremen Rheinhochwässern zu schützen. Ein anspruchsvolles Vorhaben, denn gerade in Himmelgeist treffen die Anforderungen moderner Sicherheitstechnik auf eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft.
Wer derzeit am Rhein unterwegs ist, kann die Veränderungen bereits erkennen. Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf hat die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen. Schwere Baumaschinen bringen Spundwände und Pfahlrohre in den Boden, die ersten Elemente sind bereits gesetzt. Auch der bisherige Durchlass des Broichgrabens wurde zurückgebaut. Im Bereich des historischen Schlossmeierhofs entsteht zudem eine Winkelstützwand, die Bestandteil der neuen Schutzanlage wird.
Die Arbeiten erfolgen in zwei eng aufeinander abgestimmten Bauabschnitten. Der erste reicht vom bestehenden Mickelner Deich bis südlich der Kirche St. Nikolaus. Hier werden vorhandene Schutzanlagen ertüchtigt und teilweise neu errichtet. Dieser Abschnitt soll nach aktueller Planung bis Herbst 2027 fertiggestellt werden. Anschließend beziehungsweise teilweise parallel folgt der Bereich der direkten Ortslage nördlich der Kirche. Dort entsteht eine neue Hochwasserschutzanlage, deren Fertigstellung bis Ende 2028 vorgesehen ist.
Besonders sensibel ist die Gestaltung rund um die Kirche St. Nikolaus, den Schlossmeierhof und den ehemaligen Fronhof. Himmelgeist gehört zu den Stadtteilen, in denen der Rhein nicht nur eine geografische Grenze bildet, sondern das Erscheinungsbild und die Geschichte des Ortes wesentlich geprägt hat. Die offene Landschaft, die historischen Gebäude und die Nähe zum Fluss machen den besonderen Charakter des Veedels aus. Deshalb sollen die neuen Schutzanlagen möglichst behutsam in das bestehende Umfeld eingefügt werden.
Dass die Arbeiten notwendig sind, steht außer Frage. Die bestehenden Schutzanlagen entsprechen nicht überall den Anforderungen, die an einen zuverlässigen Schutz vor extremen Hochwasserereignissen gestellt werden. Die Schließung der Deichlücke soll deshalb ein bislang bestehendes Sicherheitsdefizit beseitigen. Zugleich zeigt die lange Vorgeschichte, wie aufwendig solche Projekte sind. Bereits vor Jahren wurden die Planungen vorangetrieben, erste Baumfällungen erfolgten Ende 2022 und Anfang 2023. Der ursprünglich früher vorgesehene Baubeginn verschob sich jedoch mehrfach.
Die Eingriffe in die Rheinlandschaft sind dabei durchaus erheblich. Für die Herstellung der Bauflächen mussten bereits Bäume und Gehölze entfernt werden. Gerade deshalb spielen die landschaftliche Einbindung, naturschutzrechtliche Vorgaben und die spätere Gestaltung der betroffenen Flächen eine wichtige Rolle. Der Hochwasserschutz muss langfristig funktionieren, ohne den besonderen Charakter von Himmelgeist unnötig zu beeinträchtigen.
Für Anwohnerinnen und Anwohner bringt die Großbaustelle vorübergehend Einschränkungen mit sich. Die Stadt hat zugesichert, dass die Erreichbarkeit der Grundstücke für Anlieger, Rettungsdienste, Feuerwehr und Müllabfuhr während der Bauzeit gewährleistet bleibt. Darüber hinaus werden Bürgersprechstunden angeboten, um Fragen zum Bauablauf und zu möglichen Beeinträchtigungen zu beantworten.
Am kommenden Montag, 19. Oktober, wird das Projekt auch offiziell vor Ort vorgestellt. NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Mobilitäts- und Infrastrukturdezernent Marcus Beyer sowie Frank Heuner von der technischen Betriebsleitung des Stadtentwässerungsbetriebs erläutern um 13 Uhr am Parkplatz Himmelgeister Rheinauen die laufenden Maßnahmen und den weiteren Baufortschritt.
Parallel läuft noch bis zum 4. November ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren für die Hochwasserschutzanlage Himmelgeister Rheinbogen. Die zugehörigen Unterlagen können öffentlich eingesehen werden. Einwendungen sind bis einschließlich 18. November möglich. Informationen dazu stellt die Stadt unter folgender Adresse bereit:
https://www.duesseldorf.de/kanal/deichsanierung-himmelgeister-rheinbogen
Für Himmelgeist beginnt damit eine neue Phase im Umgang mit dem Rhein. Die Bauarbeiten werden das Veedel noch einige Zeit begleiten und seine Uferbereiche sichtbar verändern. Langfristig geht es jedoch um weit mehr als Beton, Stahl und Deiche: Es geht um die Sicherheit der Menschen, den Erhalt eines historischen Stadtteils und die Frage, wie Düsseldorf auch künftig mit den Naturgewalten seines großen Flusses leben kann.
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