27,5 MILLIONEN EURO FÜR EIN STÜCK DÜSSELDORFER GESCHICHTE – WAS WIRD…

☝️🫵👉 27,5 MILLIONEN EURO FÜR EIN STÜCK DÜSSELDORFER GESCHICHTE – WAS WIRD…
☝️🫵👉 27,5 MILLIONEN EURO FÜR EIN STÜCK DÜSSELDORFER GESCHICHTE – WAS WIRD…

☝️🫵👉 27,5 MILLIONEN EURO FÜR EIN STÜCK DÜSSELDORFER GESCHICHTE – WAS WIRD AUS DEM ALTEN LUISEN-GYMNASIUM?

Mehr als ein Jahrhundert lang wurde an der Bastionstraße gelernt, geprüft, gelacht und manchmal auch gezittert. Generationen von Düsseldorfern haben im Luisen-Gymnasium ihre Schulzeit verbracht. Nun beginnt für das monumentale Gebäude zwischen Königsallee und Carlstadt ein neues Kapitel. Die Stadt Düsseldorf sucht einen Käufer für den historischen Schulkomplex. Das Mindestgebot liegt bei 27,5 Millionen Euro. Doch mindestens ebenso spannend wie der Kaufpreis ist die Frage, was aus diesem besonderen Ort werden soll.

Mit dem Umzug des Luisen-Gymnasiums in den Neubau an der Völklinger Straße verliert das traditionsreiche Gebäude seine bisherige Funktion. Bereits im August hat die Stadt deshalb ein Investorenauswahlverfahren gestartet. Gesucht wird nicht einfach jemand, der die Immobilie kauft, sondern ein tragfähiges Konzept, das dem denkmalgeschützten Bau eine neue Perspektive gibt.

EIN SCHULHAUS MIT MEHR ALS 100 JAHREN GESCHICHTE

Der Gebäudekomplex an der Bastionstraße 24 entstand nach Plänen des Architekten Johannes Radke. Die ersten Bauabschnitte wurden zwischen 1904 und 1913 errichtet. Mit seinen monumentalen Fassaden, geschweiften Giebeln, Jugendstilornamenten und der aufwendig gestalteten Aula gehört das ehemalige Schulgebäude zu den markanten historischen Bauten der Düsseldorfer Innenstadt.

Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Stahlhof prägt es das architektonische Gesicht dieses Teils der Carlstadt. Selbst die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs haben den besonderen Charakter des Ensembles nicht ausgelöscht. Einige beschädigte Gebäudeteile wurden wiederaufgebaut, andere später durch modernere Ergänzungen ersetzt.

Auch unter dem Schulhof steckt möglicherweise noch ein Stück älterer Stadtgeschichte. Das Grundstück liegt im Bereich der historischen Düsseldorfer Stadtbefestigung. Hier befanden sich einst militärische Anlagen, darunter die Große Caserne und später eine Infanteriekaserne. Bei künftigen Erdarbeiten könnten deshalb archäologische Überreste entdeckt werden.

VOM KLASSENZIMMER ZUM HOTEL, ZUR KULTURSTÄTTE ODER ZUM STADTQUARTIER?

Die Stadt lässt ausdrücklich verschiedene Nutzungsmöglichkeiten zu. Denkbar sind kleinere Geschäfte, Gastronomie, Kultureinrichtungen, Büros, Dienstleistungen oder Wohnungen. Auch ein Hotel beziehungsweise ein Boardinghaus ist nicht ausgeschlossen.

Gerade diese Offenheit macht das Verfahren interessant. Auf einer Grundstücksfläche von 3.566 Quadratmetern mit einer geschätzten Bruttogeschossfläche von rund 11.400 Quadratmetern könnten ganz unterschiedliche Vorstellungen von Innenstadtentwicklung verwirklicht werden.

Ein lebendiges Haus mit öffentlich zugänglichen Bereichen, kulturellen Angeboten und kleinen Geschäften könnte neue Verbindungen zwischen Königsallee und Carlstadt schaffen. Ebenso wäre allerdings eine überwiegend gewerbliche Nutzung denkbar, von der die Öffentlichkeit deutlich weniger hätte.

Welche Richtung tatsächlich eingeschlagen wird, ist noch völlig offen.

DER PREIS ZÄHLT MEHR ALS DAS KONZEPT

Ein besonders interessanter Punkt steckt in den Auswahlbedingungen. Bei der Bewertung der Angebote zählt der angebotene Kaufpreis mit 70 von 100 möglichen Punkten. Für das Nutzungskonzept bleiben 30 Punkte. Bewertet werden dabei unter anderem Innovationsgrad, Nachhaltigkeit und der Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude.

Damit steht bereits fest, dass finanzielle Kriterien im Wettbewerb deutlich stärker gewichtet werden als die konzeptionelle Qualität.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das höchste Gebot unabhängig vom Konzept gewinnt. Es macht aber deutlich, in welchem Spannungsfeld die Entscheidung steht: Die Stadt möchte einen möglichst guten Verkaufserlös erzielen und zugleich sicherstellen, dass ein bedeutendes Baudenkmal sinnvoll weiterentwickelt wird.

Hinzu kommen erhebliche Verpflichtungen für den zukünftigen Eigentümer. Die historische Bausubstanz und Teile der Innenausstattung stehen unter Denkmalschutz. Umfangreiche Umbauten sind deshalb nur in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden möglich.

Auch die beiden mehr als 120 Jahre alten Platanen im Innenhof müssen erhalten bleiben. Sie gehören zu den besonderen Qualitäten des Grundstücks und dürfen den Bauarbeiten nicht zum Opfer fallen.

EIN MILLIONENPROJEKT MIT SCHWIERIGEN RAHMENBEDINGUNGEN

Wer die Immobilie erwirbt, übernimmt nicht nur ein repräsentatives Denkmal, sondern auch ein anspruchsvolles Sanierungsprojekt.

Eine bereits 2016 angefertigte Machbarkeitsstudie weist unter anderem auf asbesthaltige Baustoffe und teerhaltige Parkettkleber hin. Hinzu kommen denkmalrechtliche Anforderungen, mögliche archäologische Untersuchungen und die besonderen Bedingungen einer dicht bebauten Innenstadtlage.

Das dürfte erhebliche Investitionen über den eigentlichen Kaufpreis hinaus erforderlich machen. Wie hoch diese am Ende ausfallen, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern.

Die Stadt hat deshalb konkrete Fristen vorgesehen. Innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss des Kaufvertrags muss ein vollständiger, genehmigungsfähiger Bauantrag eingereicht werden. Nach Erteilung der Genehmigung soll innerhalb von sechs Monaten mit den Arbeiten begonnen werden. Grundsätzlich muss die vereinbarte Entwicklung innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsabschluss abgeschlossen sein.

Interessenten können ihre Angebote noch bis zum 13. Januar 2027 um 12 Uhr einreichen. Erst danach wird sich zeigen, welche Nutzungsideen tatsächlich auf dem Tisch liegen.

WEM GEHÖRT DIE ZUKUNFT DIESES HAUSES?

Für Düsseldorf geht es bei diesem Verkauf um weit mehr als eine wertvolle Immobilie in erstklassiger Innenstadtlage.

Das ehemalige Luisen-Gymnasium ist ein Ort der Stadtgeschichte, der Bildung und persönlicher Erinnerungen. Sein architektonischer Wert ist durch den Denkmalschutz weitgehend abgesichert. Ob es darüber hinaus ein offenes, lebendiges Haus für die Stadtgesellschaft wird, entscheidet sich jedoch erst mit der Auswahl des zukünftigen Eigentümers und dessen Nutzungskonzept.

Ein Hotel kann wirtschaftlich funktionieren. Büros können Arbeitsplätze schaffen. Wohnungen könnten neue Bewohner in die Innenstadt bringen. Doch auch Kultur, Begegnung und öffentlich zugängliche Räume hätten an diesem geschichtsträchtigen Standort ihren besonderen Reiz.

Die spannende Frage lautet deshalb nicht allein, wer mindestens 27,5 Millionen Euro für das alte Luisen-Gymnasium bezahlen möchte.

Sie lautet vor allem: Was bekommt Düsseldorf dafür zurück?

Und wie würdet ihr euch die Zukunft dieses besonderen Gebäudes wünschen? Ein Kulturhaus, eine Mischung aus Gastronomie und kleinen Geschäften, Wohnungen oder doch ein Hotel?

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