
☝️🫵👉 DÜSSELDORF RECHNET MIT 472,9 MILLIONEN EURO DEFIZIT
Die Finanzlage der Landeshauptstadt hat sich im laufenden Jahr weiter verschärft. Nach dem jüngsten Controllingbericht rechnet Düsseldorf für 2026 inzwischen mit einem Jahresfehlbetrag von 472,9 Millionen Euro. Als der Rat den Haushalt im März verabschiedete, waren noch 390,4 Millionen Euro eingeplant. Innerhalb weniger Monate hat sich die Prognose damit um weitere 82,5 Millionen Euro verschlechtert.
Schon im Juni hatte die Kämmerei ihre Erwartung auf ein Minus von 447,1 Millionen Euro korrigiert. Nun geht die Stadt noch einmal von rund 25,8 Millionen Euro mehr aus. Hauptgrund sind nach Angaben der Verwaltung steigende laufende Aufwendungen. Allein bei Sach- und Dienstleistungen wird gegenüber der Planung ein zusätzlicher Bedarf von 62,3 Millionen Euro erwartet, bei den Personalaufwendungen sind es weitere 21,2 Millionen Euro.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Einnahmeseite nicht überall schlechter läuft als angenommen. Bei der Gewerbesteuer erwartet die Stadt derzeit rund 50 Millionen Euro mehr als im Haushaltsansatz. Düsseldorf weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Gewerbesteuer stark schwankt und Prognosen deshalb mit Vorsicht zu betrachten sind. Die höheren Einnahmen reichen nach der aktuellen Rechnung nicht aus, um die zusätzlichen Ausgaben auszugleichen.
Parallel steigt der Kreditbedarf. Zum 30. Juni standen 605 Millionen Euro an Liquiditätskrediten in den Büchern. Hinzu kamen rund eine Milliarde Euro an Investitions- und Förderkrediten. Bis zum Jahresende könnte der gesamte Kreditbestand nach derzeitiger Prognose auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Der jährliche Fehlbetrag und der Kreditbestand sind dabei unterschiedliche Größen: Das Defizit beschreibt die Lücke zwischen Erträgen und Aufwendungen eines Haushaltsjahres, Kredite dienen unter anderem der Finanzierung von Investitionen und der Sicherung der laufenden Zahlungsfähigkeit.
Die Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der finanzielle Puffer der Stadt deutlich kleiner wird. Der im März beschlossene Haushalt 2026 konnte haushaltsrechtlich noch über die Ausgleichsrücklage als fiktiv ausgeglichen dargestellt werden. Schon damals ging die Stadt davon aus, dass diese Rücklage bis Ende 2026 nahezu vollständig aufgebraucht sein dürfte. Auch das Jahr 2025 endete nach dem vorläufigen Jahresabschluss mit einem Verlust von 273,5 Millionen Euro.
Gleichzeitig investiert Düsseldorf weiter in seine Infrastruktur. Für 2026 wurden Investitionen von rund 729,5 Millionen Euro eingeplant. Davon entfallen unter anderem 307,5 Millionen Euro auf den Schulbau, 59,4 Millionen Euro auf den öffentlichen Nahverkehr, 89,8 Millionen Euro auf Straßen und Wege sowie 40,2 Millionen Euro auf Bauen und Wohnen. Welche Auswirkungen die nochmals schlechtere Finanzprognose auf einzelne Vorhaben oder künftige Prioritäten haben wird, hat die Stadt bislang nicht konkret festgelegt.
Eine erste wichtige Antwort dürfte bereits in der kommenden Woche folgen. Am Donnerstag, 24. September, bringt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gemeinsam mit Stadtkämmerin Dorothée Schneider den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027 und 2028 in den Düsseldorfer Stadtrat ein. Die öffentliche Sitzung beginnt um 9 Uhr im Rathaus. Erst mit diesem Entwurf wird sichtbar, mit welchen Einnahmen, Ausgaben, Investitionen und Konsolidierungsmaßnahmen die Verwaltung für die kommenden beiden Jahre plant.
Für Düsseldorf geht es damit längst nicht nur um eine große Zahl im Haushalt. Der finanzielle Spielraum entscheidet darüber, wie viel die Stadt in Schulen, Verkehr, Straßen, Wohnen, Kultur, Sport, soziale Angebote und weitere kommunale Aufgaben investieren kann. Die 472,9 Millionen Euro sind bislang eine Prognose und noch kein endgültiges Jahresergebnis. Klar ist aber schon jetzt: Die Ausgangslage für den neuen Doppelhaushalt ist deutlich schwieriger geworden.
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