POKALABEND AM HÜNTING: FÜR BIEMENHORST DAS SPIEL DES JAHRHUNDERTS – FÜR…

🔴⚪ POKALABEND AM HÜNTING: FÜR BIEMENHORST DAS SPIEL DES JAHRHUNDERTS – FÜR…
🔴⚪ POKALABEND AM HÜNTING: FÜR BIEMENHORST DAS SPIEL DES JAHRHUNDERTS – FÜR…

🔴⚪ POKALABEND AM HÜNTING: FÜR BIEMENHORST DAS SPIEL DES JAHRHUNDERTS – FÜR FORTUNA EIN CHARAKTERTEST

Nach 17 Jahren kehrt Fortuna Düsseldorf in den Niederrheinpokal zurück – und gleich die erste Aufgabe vereint alles, was solche Abende gefährlich macht. Am Mittwoch um 19.30 Uhr wartet im ausverkauften praemium Park am Hünting der SV Biemenhorst. Drei Spielklassen trennen den Landesligisten vom Düsseldorfer Drittligisten, die Rollen sind eindeutig verteilt. Doch während es für Fortuna zunächst nach einer Pflichtaufgabe klingt, bestreitet der Gastgeber eines der größten Spiele seiner 100-jährigen Vereinsgeschichte. Bis zu 4.100 Zuschauer und mehr als 1.000 mitreisende Fortuna-Fans werden in Bocholt für eine Kulisse sorgen, die mit gewöhnlichem Landesliga-Alltag nichts zu tun hat.

Der SV Biemenhorst musste im Sommer den Abstieg aus der Oberliga verkraften und befindet sich unter seinem neuen Trainer Miroslaw Giruc in einem erheblichen Umbruch. Der Start in die Landesliga verlief entsprechend schwierig: Nach vier Begegnungen wartet die Mannschaft noch auf ihren ersten Sieg und steht mit zwei Punkten sowie 5:8 Toren auf dem 16. Tabellenplatz. Auf das 1:3 gegen Victoria Mennrath folgten ein 2:2 beim 1. FC Kleve, ein 1:2 gegen den VfB Speldorf und zuletzt ein 1:1 bei Union Nettetal. Harmlos ist der Außenseiter dennoch nicht. Biemenhorst hat in jeder Partie getroffen und ging dreimal sogar in Führung. Gelingt das auch gegen Fortuna, könnte aus der ohnehin aufgeheizten Atmosphäre schnell jener Pokalabend entstehen, von dem der kleine Verein seit der Auslosung träumt.

Fortuna muss deshalb vom Anpfiff an deutlich machen, dass es diesen Traum nicht erfüllen möchte. Vier Punkte und lediglich zwei Tore aus den ersten vier Drittligaspielen sind für einen Zweitliga-Absteiger mit ambitionierten Zielen zu wenig. Zwar blieb die Mannschaft beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart II und beim anschließenden 0:0 bei Fortuna Köln zweimal ohne Gegentreffer, doch die größere defensive Stabilität kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Düsseldorfer Spiel offensiv weiterhin Tempo, Präzision und Durchschlagskraft fehlen. Besonders die ernüchternde Vorstellung im Südstadion hat gezeigt, wie schwer sich Fortuna damit tut, aus Ballbesitz klare Torchancen zu entwickeln. Gegen einen tief verteidigenden Landesligisten wird nun eine Mannschaft gefragt sein, die geduldig bleibt, ohne behäbig zu werden, und zielstrebig spielt, ohne in Hektik zu verfallen.

Cheftrainer Alexander Ende hat angekündigt, die Partie mit Vollgas anzugehen. Genau daran wird sich seine Mannschaft messen lassen müssen. Angesichts des bereits am Samstag folgenden Heimspiels gegen den bislang makellosen Tabellenführer MSV Duisburg wäre eine kontrollierte Rotation nachvollziehbar. Der Pokalabend bietet Spielern wie Enes Varol Slimani, Jordi Paulina, Kilian Sauck oder Robin van der Sloot die Gelegenheit, sich nachdrücklich für weitere Einsätze zu empfehlen. Wer in Bocholt aufläuft, darf die Begegnung jedoch nicht als besseres Trainingsspiel begreifen. Der Klassenunterschied muss sich in Laufbereitschaft, Zweikampfführung, Spieltempo und Konsequenz vor dem Tor widerspiegeln. Das Weiterkommen ist Pflicht – nach dem schwachen Saisonstart zählt aber auch die Art und Weise.

Gerade deshalb ist diese vermeintlich kleine Pokalpartie für Fortuna größer, als sie zunächst erscheint. Die Mannschaft braucht nicht bloß einen Sieg, sondern ein überzeugendes Erfolgserlebnis. Sie braucht Tore, Sicherheit und das Gefühl, einen Gegner über längere Zeit beherrschen zu können. Ein mühsames Weiterzittern würde zwar für die zweite Runde reichen, die Zweifel am spielerischen Zustand der Mannschaft aber kaum vertreiben. Ein konzentrierter, dominanter Auftritt könnte dagegen wichtige Energie für die anschließenden Ligaspiele gegen Duisburg, Regensburg und Aachen freisetzen. Für Biemenhorst darf es das Spiel des Jahrhunderts sein – für Fortuna muss es der Abend werden, an dem sie ihren eigenen Anspruch endlich glaubwürdig auf den Platz bringt.

Zuletzt war Fortuna in der Saison 2008/09 im Niederrheinpokal vertreten und scheiterte damals im Viertelfinale gegen Rot-Weiss Essen im Elfmeterschießen. Gewonnen haben die Düsseldorfer diesen Wettbewerb noch nie, obwohl sie 2003, 2004 und 2008 jeweils das Endspiel erreichten. Nun eröffnet der Pokal einen zusätzlichen Weg zurück in den DFB-Pokal und besitzt damit nach dem Abstieg auch erhebliche sportliche und wirtschaftliche Bedeutung. Sollte Fortuna die erste Hürde nehmen, wartet am 23. September in der zweiten Runde ein weiteres Auswärtsspiel beim Bezirksligisten Schwarz-Weiß Alstaden.

Das Spiel SV Biemenhorst – Fortuna Düsseldorf beginnt am Mittwoch, 9. September, um 19.30 Uhr im praemium Park am Hünting in Bocholt. Die Partie ist ausverkauft, eine Tageskasse wird es nicht geben. Für Fans ohne Eintrittskarte wird das Spiel für 5,99 Euro unter https://www.leagues.football/duesseldorf übertragen.

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