DAS 0:0 IST NICHT DAS PROBLEM – DIE ART UND WEISE…

🔴⚪ DAS 0:0 IST NICHT DAS PROBLEM – DIE ART UND WEISE…
🔴⚪ DAS 0:0 IST NICHT DAS PROBLEM – DIE ART UND WEISE…

🔴⚪ DAS 0:0 IST NICHT DAS PROBLEM – DIE ART UND WEISE SCHON

SC Fortuna Köln – Fortuna Düsseldorf 0:0. Ein Auswärtspunkt, das zweite Zu-null-Spiel in Folge und immerhin keine Niederlage – isoliert betrachtet klingt das vertretbar. Wer die 90 Minuten im Südstadion gesehen hat, kann sich damit jedoch nicht zufriedengeben. Fortuna steht nach vier Spieltagen mit vier Punkten und gerade einmal zwei erzielten Toren auf Rang 16. Das ist nicht nur ein mäßiger Saisonstart, sondern Ausdruck einer Mannschaft, die offensiv weiterhin keine verlässliche Idee erkennen lässt.

Alexander Ende veränderte die Startelf nach dem 1:0 gegen Stuttgart II nur auf einer Position und schickte seine Mannschaft in einem 4-3-1-2 auf den Platz. Diese Formation soll im Zentrum Überzahl schaffen, die beiden Spitzen über kurze Wege einbinden und den Außenverteidigern Raum für Vorstöße geben. Davon war viel zu wenig zu sehen. Fabian Schleusener und Eric Hottmann blieben weitgehend isoliert, der Ball wanderte häufig quer durch das Mittelfeld, und Läufe hinter die Kölner Abwehr fanden entweder nicht statt oder wurden nicht bedient. Sinnbildlich war eine Szene aus der siebten Minute: Yassine Bouchama spielte den Ball in den Strafraum, Schleusener ließ ihn durchlaufen – doch hinter ihm war niemand. Idee und Laufweg passten nicht zusammen.

Nach etwa zehn Minuten übernahm F95 zwar mehr Ballbesitz, entwickelte daraus aber kaum Druck. Ein Freistoß von Matthias Zimmermann, ein harmloser Schlenzer von Andreas Müller und ein deutlich zu hoch angesetzter Abschluss von Anas Slimani blieben die überschaubare Ausbeute. Ab der 30. Minute verlor Düsseldorf sogar diese optische Kontrolle. Die Abstände wurden größer, nach Ballverlusten öffneten sich Räume, und SC Fortuna Köln kam zu den klareren Chancen. Enzo Wirtz verfehlte zunächst aus kurzer Distanz das Tor, ehe Louis Lord mit einer herausragenden Reaktion den Rückstand verhinderte. Wenn der eigene Torhüter beim Aufsteiger die größte Chance des Spiels entschärfen muss, sollte niemand Ballbesitz mit Spielkontrolle verwechseln.

Nach der Pause stand Düsseldorf stabiler, blieb aber langsam und vorhersehbar. Die beste F95-Chance entstand in der 58. Minute, als Andreas Müller nach einer Flanke von Bouchama völlig frei zum Kopfball kam und den Ball deutlich neben das Tor setzte. Der Dreifachwechsel mit Philipp Förster, Lukas Eixler und Steven van der Sloot brachte neue Kräfte, aber keine grundlegende Veränderung. Stattdessen verpasste Adrian Stanilewicz auf der Gegenseite nur knapp die Kölner Führung. Erst in der Schlussphase sorgte Slimani wieder für Gefahr, scheiterte jedoch zweimal aus spitzem Winkel an Lennart Winkler. Zahlreiche Flanken und Ecken wurden bereits am ersten Pfosten geklärt, selbst die letzte Kopfballmöglichkeit durch Elias Egouli ging vorbei.

Der Vereinsbericht bezeichnete Fortuna als „spielbestimmend“. Das ist allenfalls formal richtig. Spielbestimmend ist nicht, wer den Ball häufiger besitzt, sondern wer Räume öffnet, den Gegner zu Entscheidungen zwingt und sich wiederholt hochwertige Chancen erarbeitet. Genau das gelang Düsseldorf nicht. Fortunas Problem beginnt deshalb nicht erst beim Abschluss, sondern bereits bei der Entstehung von Möglichkeiten: zu wenig Tempo im Aufbau, kaum überraschende Positionswechsel, fehlende Verbindungen zu den Stürmern und keine konstanten Abläufe, mit denen eine kompakte Defensive auseinandergezogen werden kann.

Alexander Ende sprach anschließend von einem „Abnutzungskampf“ und hob das zweite Zu-null-Spiel hervor. Die defensive Stabilisierung ist tatsächlich ein Fortschritt. Tim Oberdorf und Elias Egouli verteidigten über weite Strecken ordentlich, Lord war im entscheidenden Moment zur Stelle und Slimani arbeitete unermüdlich. Doch bei vier Punkten und zwei Toren darf ein weiteres Zu-null-Spiel nicht zum zentralen Erfolgsnachweis werden. Dass 19 neue Spieler integriert werden müssen, gehört zu einer fairen Bewertung. Eine neu zusammengestellte Mannschaft darf noch unsauber und nicht perfekt abgestimmt sein. Sie sollte nach der Vorbereitung und vier Ligaspielen aber erkennen lassen, wie sie künftig Fußball spielen möchte. Genau diese Handschrift fehlt bislang.

Damit muss auch die Trainerfrage gestellt werden – nicht als persönliche Abrechnung oder reflexhafte Entlassungsforderung, sondern als berechtigte sportliche Prüfung. Ist Alexander Ende der Trainer, der dieser Mannschaft schnell genug eine klare Identität geben kann? Warum bleiben die Stürmer so wirkungslos? Warum verändern die Wechsel zwar das Personal, aber kaum die Dynamik? Und woran soll die angekündigte Entwicklung konkret zu erkennen sein? Auch die Spieler und die sportliche Leitung tragen Verantwortung. Müller muss seine freie Kopfballchance besser nutzen, Pässe und Flanken müssen präziser kommen, und die Kaderplanung muss sich daran messen lassen, ob die zusammengestellten Profile überhaupt zu einer gemeinsamen Spielidee passen.

Das Fan-Stimmungsbild erhöht den Handlungsdruck. In der uns vorliegenden, ausdrücklich nicht repräsentativen Auswertung von 179 Beiträgen aus einer Facebook-Kommentarspalte dominieren Frust, Resignation und Zweifel an der sportlichen Entwicklung. „Es macht keinen Spaß mehr..“, schreibt eine Stimme. Eine andere hält fest: „Anas hat für 3 geackert“. Diese beiden Aussagen beschreiben die Lage treffend: Die Mannschaft wird nicht pauschal verdammt, Einsatz und individuelle Leistungen werden anerkannt – doch immer mehr Menschen verlieren die Freude an der Art, wie Fortuna Fußball spielt.

Lord hat den Punkt gerettet, Slimani hat sich aufgerieben und die Defensive blieb ohne Gegentor. Das gehört zur Wahrheit. Ebenso wahr ist aber, dass SC Fortuna Köln als Aufsteiger mindestens auf Augenhöhe spielte und die klareren Möglichkeiten besaß. Die Trainerfrage ist deshalb nicht unbegründet. Der Verein muss jetzt deutlich machen, welche Entwicklung er unter Ende erwartet, woran sie messbar sein soll und wie viel Zeit dafür bleibt. Mehr Tempo, bessere Verbindungen, klare Pressingabläufe und regelmäßig herausgespielte Torchancen müssen sehr bald sichtbar werden.

Wie seht ihr es? Braucht diese völlig neu zusammengestellte Mannschaft noch Zeit – oder zeigt sich bereits ein grundsätzliches Problem bei Spielidee und Ansprache? Welche konkreten Fortschritte müssen gegen Duisburg erkennbar sein, damit das Vertrauen in diesen Weg zurückkehren kann? Bitte diskutiert hart in der Sache, aber fair gegenüber allen Beteiligten.

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