
☝️🫵👉 FAKTENCHECK: MEFFES ERFINDERBEHAUPTUNG ZUM FORTUNA-BRÖTCHEN HÄLT NICHT STAND
In der WDR-Dokumentation Meine Heimat. Mein Verein. Düsseldorf und die Fortuna behauptet ein Mitglied der Familie Meffe, das Fortuna-Brötchen erfunden zu haben. Eine schöne Geschichte wäre das. Nur lässt sie sich mit der bekannten Geschichte des Düsseldorfer Klassikers nicht in Einklang bringen.
Wer das Fortuna-Brötchen tatsächlich erfunden hat, können auch wir nicht zweifelsfrei feststellen. Um seinen Ursprung ranken sich verschiedene Erzählungen. Eine Legende reicht bis zur Deutschen Meisterschaft der Fortuna 1933 zurück. Eine wesentlich konkretere Überlieferung führt in die 1960er-Jahre nach Flingern: Ein Schüler des Rethel-Gymnasiums namens Jürgen soll damals ein Brötchen vom Bäcker an der Flurstraße mit einem Schokokuss vom Büdchen kombiniert haben. Historisch bewiesen ist allerdings auch diese Geschichte nicht.
Entscheidend für den Faktencheck ist etwas anderes: Das Fortuna-Brötchen ist keine Kreation, deren Geschichte erst mit Meffe beginnt. Es wird seit Jahrzehnten als Düsseldorfer Spezialität überliefert. Rückblicke verorten seine große Popularität bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren. Viele Düsseldorfer kennen den Schokokuss im Brötchen aus ihrer Schulzeit, von Bäckern und Kiosken. Die konkrete Erinnerung an einen Preis von 50 Pfennig lässt sich heute zwar nicht mit einer zeitgenössischen Preisliste belegen, sie passt aber in diese deutlich ältere Überlieferung.
Spätestens Anfang der 2000er-Jahre wird es dann auch schriftlich eindeutig: Eine Düsseldorfer Laufgruppe benannte ihre Internetseite bereits 2002 nach dem Fortunabrötchen. Und 2009 bezeichnete Fortuna Düsseldorf selbst den Snack bei einer großen Aktion mit Düsseldorfer Bäckereien ausdrücklich als Klassiker und als bekannten Pausensnack in und um Düsseldorf.
Damit ist der entscheidende Punkt klar: Wir können den wahren Erfinder des Fortuna-Brötchens nicht benennen. Aber die Behauptung, Meffe habe es erfunden, wird durch die recherchierbare Geschichte nicht getragen. Die Spuren des Fortuna-Brötchens reichen deutlich weiter zurück, und in den älteren Überlieferungen findet sich keine entsprechende Erfinderzuschreibung an Meffe.
Genau deshalb hätte eine solche Aussage in einer WDR-Dokumentation historisch eingeordnet werden müssen. Eine persönliche Erinnerung darf erzählt werden. Zur gesicherten Stadtgeschichte wird sie dadurch aber nicht.
Das Fortuna-Brötchen bleibt also, was es seit Generationen ist: ein Düsseldorfer Klassiker mit ungeklärtem Ursprung. Einen einzelnen Erfinder können wir nicht beweisen. Meffes Erfinderbehauptung ebenso wenig.
Wann habt Ihr euer 1. Fortuna Brötchen gegessen?
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