Wer beim Düsseldorfer Schützenwesen nur an Uniformen, Festzüge, Marschmusik und Kirmes denkt, sieht nur einen kleinen Teil dessen, was dahintersteckt. Denn Brauchtum lebt vor allem von Menschen – von denen, die ihre Freizeit investieren, Verantwortung übernehmen, Veranstaltungen organisieren, Jugendarbeit leisten und dafür sorgen, dass Gemeinschaft in den Stadtteilen nicht nur ein schönes Wort bleibt.

139 Seiten
Ein Buch aus Düsseldorf
Genau diesen Menschen und Geschichten widmet sich unser Buch „Mehr als Marsch und Kirmes“.
Entstanden ist das Buch aus unserer gleichnamigen 24-teiligen Serie bei Düsseldorf4You. Die Resonanz darauf war so groß, dass uns immer wieder die Frage erreichte, ob man die Beiträge nicht gesammelt lesen könne. Aus dieser Idee wurde schließlich ein Buch: 24 Perspektiven auf 139 Seiten, herausgegeben von Düsseldorf4You und geschrieben von Frank Engels und Sebastian Thöne.
Brauchtum einmal anders betrachtet
Uns ging es von Anfang an nicht darum, das nächste Buch über Festzüge, Königslisten oder historische Uniformen zu schreiben.
Wir wollten genauer hinschauen.
Was bedeutet Ehrenamt heute eigentlich? Warum funktionieren manche Vereine seit Generationen? Was lernen junge Menschen dort? Welche Rolle spielen Frauen inzwischen im Brauchtum? Wie inklusiv können Vereine und Schießsport sein? Und welchen gesellschaftlichen Wert haben all die Stunden, die Menschen freiwillig investieren, ohne dafür bezahlt zu werden?
Auch unbequeme Fragen gehören dazu: Wie modern muss Tradition werden? Warum kämpfen Vereine zunehmend um Verständnis? Woher kommen manche Vorurteile gegenüber dem Schützenwesen – und was müssen die Vereine vielleicht selbst besser erklären?
Das Buch beschäftigt sich deshalb unter anderem mit Jugend, Ehrenamt, Inklusion, Heimat, demokratischem Miteinander, sozialem Engagement und der Zukunft des Brauchtums.
Im Mittelpunkt stehen nicht Ämter und Abzeichen, sondern die Frage, was Menschen für ihre Stadtteile und füreinander leisten.
Es geht um Menschen
Hinter jedem Schützenfest stehen unzählige Stunden Vorbereitung. Hinter jeder geöffneten Vereinstür stehen Menschen, die irgendwann einen Schlüssel genommen und gesagt haben: „Ich mach das.“
Genau das gerät im Blick von außen schnell in Vergessenheit.
Vereine schaffen Orte, an denen Generationen aufeinandertreffen, Freundschaften entstehen und Menschen Verantwortung übernehmen. Sie organisieren nicht nur Feste, sondern sind vielerorts ein Teil der sozialen Struktur eines Stadtteils.

Deshalb ist „Mehr als Marsch und Kirmes“ für uns auch kein nostalgischer Rückblick. Es ist vielmehr der Versuch, Düsseldorfer Brauchtum aus der Gegenwart heraus zu betrachten – mit seinen Traditionen, seinen Veränderungen, seinen Problemen und seinen Chancen.
Ein Buch für Düsseldorf
Man muss selbst kein Schütze sein, um dieses Buch zu lesen.
Im Gegenteil.
Wir wünschen uns, dass es gerade auch Menschen erreicht, die mit dem Schützenwesen bisher wenig anfangen konnten oder vielleicht nur das kennen, was einmal im Jahr beim großen Festzug oder auf der Kirmes sichtbar wird.
Vielleicht sorgt das Buch an der einen oder anderen Stelle für einen zweiten Blick. Vielleicht erkennt sich jemand darin wieder. Und vielleicht entsteht daraus auch einmal eine Diskussion darüber, welchen Stellenwert Ehrenamt und Vereinsleben heute für eine Stadt wie Düsseldorf haben.

Mehr als Marsch und Kirmes
Brauchtum ist mehr als das, was einmal im Jahr auf der Straße sichtbar wird.
Es sind die Menschen dahinter, die es lebendig halten. Und genau deren Geschichte wollten wir erzählen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt ein eigenes Buchprojekt von Düsseldorf4You vor.