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FORTUNA DARF BEI KILIAN SAUCK NICHT DIE NERVEN VERLIEREN

Kilian Sauck ist 19 Jahre alt, besitzt bei Fortuna einen Vertrag bis 2029 und wurde
mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber als eines der großen Talente seines Jahrgangs
ausgezeichnet. Erst im Februar kam er von Borussia Mönchengladbach nach Düsseldorf.
Nun soll Fortuna bereits bereit sein, ihn wieder abzugeben – und nach aktuellen
Berichten geht es dabei nicht nur um eine Leihe, sondern durchaus um einen Verkauf.

Und genau da wird die Geschichte für uns interessant.

Eine Leihe? Darüber kann man reden. Wenn Alexander Ende Sauck aktuell nicht genügend
Spielzeit bieten kann, dann soll der Junge irgendwo 30 Spiele machen, Erfahrungen
sammeln und stärker zurückkommen. Dafür hat man schließlich einen Vertrag bis 2029.
Das wäre ein nachvollziehbarer Entwicklungsplan.

Ein Verkauf nach gerade einmal einem halben Jahr wäre dagegen eine völlig andere
Nummer. Denn dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum verpflichtet man ein
hoch eingeschätztes Talent langfristig, wenn man wenige Monate später schon wieder
bereit ist, es endgültig aus der Hand zu geben?

Sauck wurde schließlich nicht als fertiger Leistungsträger geholt. Man verpflichtete
Potenzial, Tempo, technische Qualität und diese gewisse Frechheit, die jungen Spielern
manchmal noch erlaubt ist. In der Vorbereitung konnte man davon bereits einiges sehen.
Gerade gegen Borussia Dortmund gehörte Sauck zusammen mit Anas Slimani, Jordi Paulina
und Steven van der Sloot zu jener jungen Garde, die plötzlich Tempo und Unbekümmertheit
in das Düsseldorfer Spiel brachte.

Genau diese Spieler haben uns Spaß gemacht.

Umso erstaunlicher wäre es, wenn Fortuna nach dem Fehlstart in Mannheim einerseits
über fehlenden Mut und zu wenig Energie diskutiert, andererseits aber ausgerechnet
einen dieser jungen Wilden schon wieder abgeben möchte. Sauck saß in Mannheim über
90 Minuten auf der Bank. Das kann eine Momentaufnahme sein – möglicherweise zeigt
es aber auch ziemlich deutlich, wo er in Endes aktueller Hierarchie steht.

Natürlich darf eine neue sportliche Führung anders planen als ihre Vorgänger.
Samir Arabi und Alexander Ende müssen keine Entscheidungen verteidigen, die sie
selbst nicht getroffen haben. Wenn sie Sauck sportlich anders bewerten, gehört
auch das zum Profifußball.

Aber Talententwicklung funktioniert nunmal nicht nur dann, wenn ein 19-Jähriger
sofort liefert.

Junge Spieler machen Fehler. Sie verschwinden auch mal aus der Mannschaft und
kommen später stärker zurück. Wer langfristige Verträge mit Talenten abschließt,
muss deshalb eigentlich auch bereit sein, etwas zu investieren was im Fußball
inzwischen fast genauso wertvoll ist wie Geld: Geduld.

Eine vernünftig geplante Leihe würden wir deshalb jederzeit verstehen.

Ein endgültiger Verkauf hingegen müsste sehr gut erklärt werden.

Denn vielleicht bringt Sauck heute noch keine zehn Tore und entscheidet noch keine
Saison. Vielleicht braucht er noch ein Jahr. Vielleicht sogar zwei. Aber was wäre,
wenn genau dieser Spieler anschließend bei einem anderen Verein durchstartet und
wir uns in Düsseldorf fragen, warum man ihm diese Zeit nicht gegeben hat?

Und jetzt seid ihr dran:

Sauck behalten und endlich echte Chancen geben?

Verleihen, damit er regelmäßig spielt und stärker zurückkommt?

Oder verkaufen, wenn ein ordentliches Angebot auf dem Tisch liegt?

Wir sagen: Bei einem jungen Wilden mit Vertrag bis 2029 sollte Fortuna zweimal
überlegen, bevor aus einer offenen Tür endgültig eine geschlossene wird.

Denn wer Talente will, muss auch ihre Entwicklung aushalten.

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