{"id":35922,"date":"2026-10-24T15:00:30","date_gmt":"2026-10-24T13:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/24\/joh-albrecht-als-das-bier-nach-niederkassel-zurueckkehrte-37197311\/"},"modified":"2026-10-24T15:00:30","modified_gmt":"2026-10-24T13:00:30","slug":"joh-albrecht-als-das-bier-nach-niederkassel-zurueckkehrte-37197311","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/24\/joh-albrecht-als-das-bier-nach-niederkassel-zurueckkehrte-37197311\/","title":{"rendered":"JOH. ALBRECHT: ALS DAS BIER NACH NIEDERKASSEL ZUR\u00dcCKKEHRTE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 JOH. ALBRECHT: ALS DAS BIER NACH NIEDERKASSEL ZUR\u00dcCKKEHRTE<\/p>\n<p>Manchmal verl\u00e4uft Brauereigeschichte nicht geradlinig. Ein Sudkessel verstummt, Jahrzehnte vergehen, ein Geb\u00e4ude bekommt eine andere Funktion \u2013 und irgendwann wird am selben Ort wieder eingemaischt, gehopft und vergoren. Genau das macht das Brauhaus Joh. Albrecht in Niederkassel zu einem besonderen Kapitel unserer Serie. Denn hier beginnt die Geschichte nicht mit einer neuen Brauerei auf der gr\u00fcnen Wiese, sondern auf einem Gel\u00e4nde, auf dem D\u00fcsseldorf schon mehr als ein Jahrhundert zuvor Bier und Korn produziert hatte.<\/p>\n<p>Wir waren in unserer Serie bereits bei den Gebr\u00fcdern Schmittmann. Die Familie ist seit 1818 mit Niederkassel verbunden und wurde vor allem durch Korn, Boonekamp und andere Spirituosen bekannt. Weniger pr\u00e4sent ist heute, dass Schmittmann bis in den Ersten Weltkrieg hinein auch Bier braute. Danach konzentrierte sich die Familie auf die Brennerei. Der Bierzweig verschwand \u2013 doch der historische Standort an der Niederkasseler Stra\u00dfe blieb.<\/p>\n<p>Genau dort befindet sich heute das Brauhaus Joh. Albrecht. Es nutzt das denkmalgesch\u00fctzte ehemalige Verwaltungs- beziehungsweise Stammhaus der Schmittmann-Brennerei. Das Geb\u00e4ude an der Niederkasseler Stra\u00dfe 104 geh\u00f6rt zum historischen Ensemble und steht seit den 1980er-Jahren unter Denkmalschutz. Wer heute durch den Hof geht, bewegt sich also nicht durch eine k\u00fcnstlich geschaffene Brauhauskulisse, sondern durch einen echten D\u00fcsseldorfer Gewerbestandort mit mehr als zweihundert Jahren Geschichte.<\/p>\n<p>Seit nahezu drei Jahrzehnten wird in diesem Haus wieder Bier gebraut. Joh. Albrecht geh\u00f6rt zu einer Gruppe von Gasthausbrauereien, die auch in anderen deutschen St\u00e4dten vertreten ist. Der entscheidende Unterschied in Niederkassel liegt jedoch im Ort selbst. Die kupfernen Braukessel stehen sichtbar im Gastraum beziehungsweise unmittelbar daran. G\u00e4ste k\u00f6nnen erleben, wie aus Malz, Wasser, Hopfen und Hefe das Bier entsteht. Damit kehrte eine Produktionsweise nach Niederkassel zur\u00fcck, die dort lange verschwunden war: Bier wird wieder dort gebraut, wo es anschlie\u00dfend getrunken wird.<\/p>\n<p>Und bei den Biersorten wird Joh. Albrecht f\u00fcr unsere Serie besonders interessant. Denn hier zeigt sich sehr deutlich, dass D\u00fcsseldorfer Bierkultur auch heute weit mehr sein kann als ausschlie\u00dflich Alt.<\/p>\n<p>Das bekannteste Hausbier tr\u00e4gt den Namen Messing. Es ist ein helles, unterg\u00e4riges Bier mit 12,5 Prozent Stammw\u00fcrze und rund 4,9 Prozent Alkohol. Gebraut wird es \u00fcberwiegend mit Pilsener Malz, erg\u00e4nzt durch M\u00fcnchner, Weizen- und Karamellmalz. Als Hopfen kommt unter anderem Hallertauer Perle zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein hopfig-herbes Helles beziehungsweise ein Bier Pilsener Brauart, das nach der Hauptg\u00e4rung mehrere Wochen im Lagerkeller reift.<\/p>\n<p>Damit steht mitten in D\u00fcsseldorf-Niederkassel ganz selbstverst\u00e4ndlich ein helles, unterg\u00e4riges Bier neben dem Alt. Wer unsere bisherigen Folgen verfolgt hat, erkennt darin fast schon einen roten Faden: Helles Bier ist in D\u00fcsseldorf keineswegs ein Fremdk\u00f6rper. Bereits historische Gro\u00dfbrauereien wie Dieterich-Hoefel boten helle Biere und Pilsener an, und auch andere Betriebe f\u00fchrten unterg\u00e4rige Sorten. Joh. Albrecht kn\u00fcpft damit \u2013 ob bewusst oder nicht \u2013 an eine Bierlandschaft an, die fr\u00fcher wesentlich vielf\u00e4ltiger war, als das heutige Klischee von der reinen Altbierstadt vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der zweite Klassiker hei\u00dft Kupfer. Schon der Name beschreibt seine Farbe. Dieses dunklere, ebenfalls unterg\u00e4rige Bier wird vor allem mit M\u00fcnchner und dunklem Karamellmalz gebraut. Mit etwa 12,8 Prozent Stammw\u00fcrze und rund f\u00fcnf Prozent Alkohol ist es etwas kr\u00e4ftiger, geschmacklich aber bewusst malzbetont und mild. Das Kupfer bildet damit den Gegenpol zum hopfigeren Messing: hell und herb auf der einen Seite, dunkel und weich auf der anderen.<\/p>\n<p>Und dann kommt D\u00fcsseldorf ins Spiel.<\/p>\n<p>Denn nur im Niederkasseler Joh. Albrecht wird innerhalb der Brauhausgruppe ein eigenes Altbier gebraut. Auf der aktuellen D\u00fcsseldorfer Getr\u00e4nkekarte steht es schlicht als Alt, \u201etypisch D\u00fcsseldorf-Style\u201c. Es ist die lokale Antwort auf die Biertradition der Stadt und zeigt gleichzeitig, dass Joh. Albrecht seine bundesweit einheitlichen Hausbiere bewusst um einen regionalen Stil erg\u00e4nzt. Das D\u00fcsseldorfer Alt ist oberg\u00e4rig und wird naturtr\u00fcb frisch ausgeschenkt \u2013 also genau dort, wo es entsteht.<\/p>\n<p>Damit stehen in Niederkassel heute drei v\u00f6llig unterschiedliche Bierwelten nebeneinander: ein helles unterg\u00e4riges Messing, das dunkle unterg\u00e4rige Kupfer und das oberg\u00e4rige D\u00fcsseldorfer Alt. Genau diese Vielfalt macht das Haus f\u00fcr unsere Serie beinahe zu einem Lehrst\u00fcck \u00fcber Bierstile.<\/p>\n<p>Doch dabei bleibt es nicht. Zum festen beziehungsweise wiederkehrenden Sortiment geh\u00f6rt auch ein moderneres Craftbeer nach IPA-Art. Hier werden Pilsener und Pale-Ale-Malz mit Wiener, M\u00fcnchner und Karamellmalz kombiniert, dazu kommen Hopfensorten wie Simcoe, Cascade, Amarillo und Citra. Anders als Messing und Kupfer wird dieses Bier mit oberg\u00e4riger Ale-Hefe vergoren. Saisonale Spezialit\u00e4ten erweitern das Angebot zus\u00e4tzlich. Zur Weihnachtszeit wird beispielsweise ein kr\u00e4ftiger X-Mas-Bock mit etwa 16 Prozent Stammw\u00fcrze und rund 6,8 Prozent Alkohol gebraut; in den Brauh\u00e4usern tauchen au\u00dferdem immer wieder Weizen- und andere Saisonbiere auf.<\/p>\n<p>Auch die Herstellung folgt bewusst der Idee einer kleinen Gasthausbrauerei. Das Malz wird vor Ort geschrotet, im L\u00e4uterbottich eingemaischt und die W\u00fcrze anschlie\u00dfend in der Sudpfanne mit Hopfen gekocht. Nach der G\u00e4rung kommt das Jungbier in Lagertanks und bekommt dort mehrere Wochen Zeit zur Reifung. Gefiltert wird nicht. Das Bier landet naturbelassen im Glas \u2013 oder wird f\u00fcr zuhause in Siphons und F\u00e4sser abgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Damit unterscheidet sich Joh. Albrecht deutlich von vielen Brauereien, die wir bisher behandelt haben. Hier gibt es keine Geschichte von Millionen Hektolitern, gro\u00dfen Flaschenstra\u00dfen oder Brauereifusionen. Das Konzept ist fast das Gegenteil: kleine Sudmengen, sichtbare Brautechnik und m\u00f6glichst kurzer Weg zwischen Tank und Glas. Es ist eine moderne Form jenes Prinzips, nach dem vor zweihundert Jahren viele D\u00fcsseldorfer Hausbrauereien funktionierten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das Brauhaus l\u00e4ngst tief im Niederkasseler Veedelsleben angekommen. Der Schmittmann-Hof ist traditionell ein Treffpunkt des \u00f6rtlichen Brauchtums. Sch\u00fctzenvereine nutzen Joh. Albrecht als Vereinslokal, beim Sch\u00fctzenfest und bei Veranstaltungen im Dorf spielt das Gel\u00e4nde regelm\u00e4\u00dfig eine Rolle. Im Sommer kommt der Biergarten hinzu, nur wenige Schritte vom Rhein entfernt. So wurde aus einer Gasthausbrauerei, die urspr\u00fcnglich nicht aus einer alten D\u00fcsseldorfer Brauerfamilie hervorging, inzwischen ein fester Teil des linksrheinischen Stadtteils.<\/p>\n<p>Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte von Joh. Albrecht in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Vor mehr als hundert Jahren wurde auf dem Schmittmann-Gel\u00e4nde Bier gebraut. Dann verschwand das Brauen und die Brennerei bestimmte \u00fcber Jahrzehnte das Bild. Ende des 20. Jahrhunderts kehrten die Sudkessel zur\u00fcck \u2013 nicht als Wiederbelebung der alten Schmittmann-Brauerei, sondern als neues Kapitel an einem historischen Ort.<\/p>\n<p>Heute treffen hier deshalb mehrere Generationen D\u00fcsseldorfer Getr\u00e4nkegeschichte aufeinander: Schmittmann-Korn aus einem Unternehmen von 1818, ein denkmalgesch\u00fctztes Stammhaus und unmittelbar daneben eine moderne kleine Brauerei, die Helles, Dunkles, Alt, IPA und saisonalen Bock braut.<\/p>\n<p>Mehr Vielfalt kann man auf wenigen Metern kaum unterbringen.<\/p>\n<p>Und jetzt interessiert uns nat\u00fcrlich eure Meinung: Wer kennt Joh. Albrecht in Niederkassel schon seit den Anfangsjahren? Welches Bier geh\u00f6rt f\u00fcr euch dort ins Glas \u2013 Messing, Kupfer oder Alt? Wer erinnert sich an fr\u00fchere Saisonbiere, die heute vielleicht nicht mehr gebraut werden? Und wer hat dort schon einmal beim Brauen zugesehen?<\/p>\n<p>Schreibt eure Erinnerungen in die Kommentare. Gerade diesmal geht es nicht um eine verschwundene Brauerei \u2013 sondern um eine D\u00fcsseldorfer Braugeschichte, die noch immer jeden Tag weitergeschrieben wird.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #JohAlbrecht #Niederkassel #Hausbrauerei #Altbier #Bierkultur #Brauereigeschichte<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1549515237197311\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\r\n\r\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1549515237197311&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 JOH. 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