{"id":35754,"date":"2026-10-21T15:00:00","date_gmt":"2026-10-21T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/21\/hubertusbrauerei-als-an-der-neusser-strasse-noch-duesseldorfer-alt-gebraut-wurde-44158957\/"},"modified":"2026-10-21T15:00:00","modified_gmt":"2026-10-21T13:00:00","slug":"hubertusbrauerei-als-an-der-neusser-strasse-noch-duesseldorfer-alt-gebraut-wurde-44158957","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/21\/hubertusbrauerei-als-an-der-neusser-strasse-noch-duesseldorfer-alt-gebraut-wurde-44158957\/","title":{"rendered":"HUBERTUSBRAUEREI: ALS AN DER NEUSSER STRASSE NOCH D\u00dcSSELDORFER ALT GEBRAUT WURDE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 HUBERTUSBRAUEREI: ALS AN DER NEUSSER STRASSE NOCH D\u00dcSSELDORFER ALT GEBRAUT WURDE<\/p>\n<p>Manchmal braucht es keinen gro\u00dfen Archivfund, um eine fast vergessene D\u00fcsseldorfer Geschichte wieder ans Licht zu holen. Manchmal gen\u00fcgt ein St\u00fcck rostiges Metall. Vor einigen Jahren wurde bei niedrigem Rheinwasser ein alter B\u00fcgelverschluss gefunden, der wohl ann\u00e4hernd ein Jahrhundert im Fluss gelegen hatte. Darauf lie\u00df sich noch ein Name erkennen, den heute kaum jemand mit D\u00fcsseldorf verbindet: Hubertus-Alt. Die Geschichtswerkstatt D\u00fcsseldorf begann nachzuforschen \u2013 und stie\u00df auf eine Brauerei, die einst mitten in Unterbilk an der Neusser Stra\u00dfe zuhause war.<\/p>\n<p>Die Hubertusbrauerei sa\u00df an der Neusser Stra\u00dfe 43. Ein D\u00fcsseldorfer Adressbuch von 1924 f\u00fchrt sie dort ausdr\u00fccklich als Hubertusbrauerei GmbH und nennt Theodor Neu als Inhaber. Damit haben wir keinen vagen Hinweis auf irgendeine Bierhandlung, sondern einen klar belegten Brauereibetrieb. Ein zeitgen\u00f6ssisches \u00fcberregionales Brauereiverzeichnis liefert weitere Einzelheiten und zeigt, dass wir es keineswegs mit einem winzigen Sudkessel in einem Hinterzimmer zu tun hatten.<\/p>\n<p>Die Hubertusbrauerei war technisch f\u00fcr ihre Zeit bereits modern ausgestattet. Genannt werden Dampfbetrieb, ein eigener Dampfkessel, eine Eismaschine und elektrische Beleuchtung. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer erscheint Franz Derstappen, als Braumeister Wilhelm Schnell. Die Gesellschaft wird in diesem Verzeichnis seit 1916 gef\u00fchrt. Ob in diesem Jahr tats\u00e4chlich erstmals an der Neusser Stra\u00dfe gebraut wurde oder lediglich eine bestehende Braust\u00e4tte in die GmbH \u00fcberf\u00fchrt wurde, l\u00e4sst sich bislang nicht eindeutig kl\u00e4ren. Gerade bei solchen verschwundenen Betrieben zeigen die Quellen oft nur einzelne Fenster \u2013 und dazwischen bleiben L\u00fccken.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wissen wir bei der wichtigsten Frage dieser Serie ungew\u00f6hnlich genau, welches Bier mit dem Haus verbunden war: Hubertus-Alt.<\/p>\n<p>Der alte Rhein-Fund tr\u00e4gt diesen Namen, und auch sp\u00e4tere Unterlagen best\u00e4tigen die D\u00fcsseldorfer oberg\u00e4rige Tradition. Noch Jahrzehnte sp\u00e4ter warb die Nachfolgefirma mit \u201eeigenem Altbier \u2013 D\u00fcsseldorfer Brauart\u201c. Damit geh\u00f6rt die Hubertusbrauerei eindeutig zu jener gro\u00dfen Welt kleiner und mittlerer D\u00fcsseldorfer Brauereien, aus denen das heutige Selbstverst\u00e4ndnis der Altbierstadt hervorgegangen ist.<\/p>\n<p>Eine zweite historische Biersorte konnten wir f\u00fcr die D\u00fcsseldorfer Hubertusbrauerei bislang dagegen nicht belastbar nachweisen. Das ist gerade hier wichtig, denn der Name f\u00fchrt schnell auf eine falsche Spur: In K\u00f6ln existierte ebenfalls eine gro\u00dfe Hubertus-Brauerei, die Pils, Helles, Export, Doppelbock und weitere Sorten herstellte. Sie hat mit der D\u00fcsseldorfer Brauerei an der Neusser Stra\u00dfe nichts zu tun. Alte K\u00f6lner Hubertus-Etiketten d\u00fcrfen deshalb keinesfalls unserer D\u00fcsseldorfer Hubertusbrauerei zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>Was wir f\u00fcr D\u00fcsseldorf kennen, ist das Hubertus-Alt \u2013 und allein dieses Bier erz\u00e4hlt schon viel \u00fcber seine Zeit. Die Neusser Stra\u00dfe war damals keine heutige Ausgehmeile zwischen Medienhafen und Unterbilk, sondern Teil eines dicht bebauten Stadtviertels mit Handwerksbetrieben, Werkst\u00e4tten, kleinen Fabriken, Gastst\u00e4tten und Wohnh\u00e4usern. Bier wurde nicht irgendwo am Stadtrand produziert und mit Lastwagen hereingefahren. Es geh\u00f6rte unmittelbar zum Quartier. Der Brauer arbeitete dort, wo seine Kunden lebten.<\/p>\n<p>Die technische Ausstattung mit eigener Eismaschine zeigt zugleich, wie sehr sich das Brauen bereits ver\u00e4ndert hatte. Jahrhundertelang waren Brauereien auf Natureis aus Teichen oder vom Rhein angewiesen, um Keller und Bier ausreichend k\u00fchl zu halten. Mit maschineller K\u00e4lte konnte genauer, sicherer und unabh\u00e4ngig vom Winter gearbeitet werden. Die Hubertusbrauerei steht damit genau zwischen der alten D\u00fcsseldorfer Hausbrauereiwelt und der moderneren gewerblichen Bierproduktion des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df der Aussto\u00df war, wie viele Menschen dort besch\u00e4ftigt waren und wie weit Hubertus-Alt \u00fcber Unterbilk hinaus ausgeschenkt wurde, konnten wir bislang nicht seri\u00f6s rekonstruieren. Gerade diese offenen Fragen machen die Brauerei jedoch interessant. Denn Hubertus war offenbar bekannt genug, um eine eigene Marke zu hinterlassen \u2013 und klein genug, um sp\u00e4ter nahezu vollst\u00e4ndig aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis zu verschwinden.<\/p>\n<p>Irgendwann endete das Brauen an der Neusser Stra\u00dfe. Wann der letzte Sud angesetzt wurde, ist derzeit noch nicht sicher belegt. Sp\u00e4testens in den 1950er-Jahren l\u00e4sst sich die Adresse Neusser Stra\u00dfe 43 nicht mehr als Brauereistandort greifen. 1967 begegnet uns der Familienname Neu dagegen noch einmal sehr deutlich: als \u201eTh. Neu OHG, vorm. Hubertusbrauerei\u201c. Aus der ehemaligen Brauerei war inzwischen eine Biergro\u00dfhandlung in Heerdt geworden.<\/p>\n<p>Diese Anzeige ist ein faszinierendes Dokument des \u00dcbergangs. Die Firma lieferte inzwischen Fass- und Flaschenbiere anderer gro\u00dfer Brauereien aus N\u00fcrnberg, M\u00fcnster, Westerholt und Dortmund. Gleichzeitig warb sie weiterhin mit mehr als 60 Jahren eigenem Altbier nach D\u00fcsseldorfer Brauart. Ob dieses Hubertus-Alt damals noch nach alter Rezeptur im Lohnbrauverfahren hergestellt wurde oder die Formulierung vor allem an die Tradition des Hauses erinnerte, l\u00e4sst sich bislang nicht zweifelsfrei sagen. Sicher ist aber: Der Name der alten Brauerei war wirtschaftlich und offenbar auch emotional noch wertvoll genug, um ihn Jahrzehnte sp\u00e4ter weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Und dann verlor sich Hubertus aus dem D\u00fcsseldorfer Alltag.<\/p>\n<p>Keine gro\u00dfe \u00dcbernahme machte Schlagzeilen. Kein monumentaler Brauereikomplex wurde zum bekannten Stadtentwicklungsprojekt. Es blieb kein Brauhaus zur\u00fcck, in dem heute noch ein K\u00f6bes Hubertus-Alt ausschenkt. Der Name verschwand leise \u2013 so, wie viele kleinere Brauereien verschwanden, die einmal selbstverst\u00e4ndlich zu ihrem Viertel geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Fast hundert Jahre sp\u00e4ter lag dann dieser rostige B\u00fcgelverschluss im Rhein.<\/p>\n<p>Genau darin steckt f\u00fcr uns der Reiz dieser Serie. Eine Brauerei kann verschwinden, ihre Geb\u00e4ude k\u00f6nnen andere Nutzungen bekommen und eine Biermarke kann aus allen Getr\u00e4nkekarten gel\u00f6scht sein. Aber irgendwo bleibt etwas zur\u00fcck: eine Flasche im Keller, ein Bierdeckel in einer Schublade, eine alte Reklame auf dem Dachboden \u2013 oder ein Verschluss im Rheinschlamm.<\/p>\n<p>Vielleicht gibt es deshalb noch viel mehr zu finden.<\/p>\n<p>Wer von euch hat schon einmal von Hubertus-Alt aus D\u00fcsseldorf geh\u00f6rt? Gibt es in euren Familien Erinnerungen an die Hubertusbrauerei an der Neusser Stra\u00dfe oder an die sp\u00e4tere Firma Theodor Neu? Besitzt jemand eine originale Flasche, ein Etikett, einen Bierdeckel, ein Glas, ein Reklameschild oder sogar ein Foto des Brauereigeb\u00e4udes?<\/p>\n<p>Gerade bei Hubertus brauchen wir eure Hilfe. Denn diese Geschichte ist noch nicht vollst\u00e4ndig erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Und vielleicht liegt das fehlende St\u00fcck D\u00fcsseldorfer Brauereigeschichte gerade irgendwo bei jemandem von euch im Keller.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Hubertusbrauerei #HubertusAlt #Unterbilk #Altbier #Brauereigeschichte #D\u00fcsseldorfDamals<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1546565444158957\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1546565444158957&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 HUBERTUSBRAUEREI: ALS AN DER NEUSSER STRASSE NOCH D\u00dcSSELDORFER ALT GEBRAUT WURDE Manchmal braucht es keinen gro\u00dfen Archivfund, um eine fast vergessene D\u00fcsseldorfer Geschichte wieder ans Licht zu holen. 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