{"id":35604,"date":"2026-10-17T10:14:17","date_gmt":"2026-10-17T08:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/17\/so-oder-so-aehnlich-zwei-tore-ein-name-und-07931154\/"},"modified":"2026-10-17T10:14:17","modified_gmt":"2026-10-17T08:14:17","slug":"so-oder-so-aehnlich-zwei-tore-ein-name-und-07931154","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/17\/so-oder-so-aehnlich-zwei-tore-ein-name-und-07931154\/","title":{"rendered":"So oder so \u00c4hnlich &#8211; Zwei Tore, ein Name \u2013 und\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 So oder so \u00c4hnlich \u2013 Zwei Tore, ein Name \u2013 und am Ende stand D\u00fcsseldorfs Geschichte dem Verkehr im Weg<\/p>\n<p>Auf dem historischen Foto stehen Menschen vor der Durchfahrt, daneben wartet ein Pferdewagen mit F\u00e4ssern. Das Berger Tor geh\u00f6rt ganz selbstverst\u00e4ndlich zu ihrer Stadt. F\u00fcr uns ist diese Aufnahme ein Blick in ein verschwundenes D\u00fcsseldorf \u2013 f\u00fcr die Menschen damals war es Alltag. Nur wenige Jahre sp\u00e4ter wurde das Tor abgerissen. Nicht durch einen Krieg, sondern durch eine Entscheidung der Stadt: Der Verkehr sollte mehr Platz bekommen.<\/p>\n<p>Dabei beginnt die Geschichte der Berger Tore lange vor dem Bauwerk, das wir von alten Fotografien kennen. Im sp\u00e4ten 14. Jahrhundert wuchs D\u00fcsseldorf \u00fcber seinen urspr\u00fcnglichen Stadtkern hinaus. Unter Wilhelm von Berg wurde das Stadtgebiet erheblich erweitert und mit einer steinernen Befestigung umgeben. Die kleine Stadt am Rhein gewann an Bedeutung \u2013 und brauchte gesch\u00fctzte Zug\u00e4nge. Das Berger Tor wird 1396 erstmals genannt.<\/p>\n<p>Diese erste, mittelalterliche Berger Pforte entstand zwischen 1394 und 1396 an der Berger Stra\u00dfe, westlich der Einm\u00fcndung der heutigen Wallstra\u00dfe. Sie besa\u00df einen Turm und wurde 1449 erweitert. Ihr Standort war also ein anderer als der des sp\u00e4teren, bekannteren Berger Tors. Wer beide gleichsetzt, \u00fcberspringt einen entscheidenden Teil der Stadtgeschichte.<\/p>\n<p>Einen besonders glanzvollen Zusammenhang bietet das Jahr 1585. Damals heiratete der Erbprinz Johann Wilhelm von J\u00fclich-Kleve-Berg die Markgr\u00e4fin Jakobe von Baden. D\u00fcsseldorf wurde zur B\u00fchne eines au\u00dfergew\u00f6hnlichen h\u00f6fischen Festes. Die Hochzeitsbeschreibung des Landschreibers Dietrich Graminaeus und die Kupferstiche von Frans Hogenberg bewahren nicht nur die Erinnerung an das Ereignis: Ihnen verdanken wir auch einige der \u00e4ltesten Ansichten der Stadt. Eine Darstellung der s\u00fcdlichen Festungsfront zeigt noch das alte Berger Tor. So hat ausgerechnet eine F\u00fcrstenhochzeit geholfen, ein St\u00fcck des l\u00e4ngst verschwundenen D\u00fcsseldorf sichtbar zu halten.<\/p>\n<p>Um 1620 endete die Geschichte der mittelalterlichen Pforte. Beim Ausbau der Zitadelle wurde sie abgetragen. Ihr Nachfolger entstand weiter s\u00fcdlich am Ende der Citadellstra\u00dfe. Es war ein neuer Bau an einem neuen Standort \u2013 mit dem vertrauten Namen. 1751 lie\u00df Kurf\u00fcrst Karl Theodor das Tor repr\u00e4sentativ erweitern. Wer heute die Fotografien aus dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert betrachtet, sieht deshalb keinen unver\u00e4nderten Bau von 1620, sondern ein \u00fcber Generationen umgestaltetes Stadttor.<\/p>\n<p>Gerade die Aufnahme von Julius S\u00f6hn um 1890 macht seinen besonderen Reiz aus. Der m\u00e4chtige Torbau steht zwischen H\u00e4usern, B\u00e4umen und Z\u00e4unen; vor ihm sind Menschen, Pferde und ein beladener Wagen versammelt. Das ist keine menschenleere Architekturkulisse. Es ist ein St\u00fcck bewohnte Stadt, in dem sich die gro\u00dfe Geschichte der Befestigungen und der gew\u00f6hnliche Alltag begegnen. Durch dieselbe \u00d6ffnung, die wir heute auf einem alten Bild betrachten, f\u00fchrte damals tats\u00e4chlich der Weg.<\/p>\n<p>Doch der Bestand war l\u00e4ngst nicht mehr sicher. Bereits 1831 war der Abbruch vorgesehen gewesen, zun\u00e4chst blieb das Tor jedoch stehen. 1895 fiel schlie\u00dflich die Entscheidung gegen seinen Erhalt. Die Stadtverwaltung gab es zum Abriss frei \u2013 ausdr\u00fccklich gegen den Willen des Regierungspr\u00e4sidenten. Als Begr\u00fcndung nennt das Stadtarchiv die verkehrsgerechtere Gestaltung dieses Stadtbereichs. Der Verlust war also schon damals keineswegs unumstritten.<\/p>\n<p>Darin liegt die eigentliche Bitterkeit dieser Geschichte. Ein Geb\u00e4ude, das \u00fcber Jahrhunderte zum Zugang zur Stadt geh\u00f6rt hatte, wurde nun als Hindernis empfunden. Aus heutiger Sicht l\u00e4sst sich leicht fragen, warum man es nicht bewahrte. Bemerkenswert ist aber, dass diese Frage nicht erst sp\u00e4tere Generationen besch\u00e4ftigte: Der Widerstand gegen den Abriss geh\u00f6rte bereits zur damaligen Entscheidung. Trotzdem verschwand das Tor. Was f\u00fcr die einen eine Verbesserung der Verkehrsverh\u00e4ltnisse bedeutete, war f\u00fcr die anderen der endg\u00fcltige Verlust eines historischen Bauwerks.<\/p>\n<p>Unser 360\u00b0-Bild f\u00fchrt an das bekanntere Berger Tor zur\u00fcck und orientiert sich an seinem Erscheinungsbild um 1890. Es ist eine digitale Rekonstruktion auf Grundlage historischer Ansichten; Farben und nicht vollst\u00e4ndig dokumentierte Teile der Umgebung sind erg\u00e4nzt. Beim Umschauen l\u00e4sst sich zumindest eine Vorstellung davon gewinnen, wie anders dieser Zugang zur Stadt einmal gewirkt haben k\u00f6nnte \u2013 auf Augenh\u00f6he, zwischen Pflastersteinen, Fassaden und der m\u00e4chtigen Durchfahrt.<\/p>\n<p>H\u00e4ttet ihr das Berger Tor erhalten \u2013 auch wenn daf\u00fcr eine andere Verkehrsl\u00f6sung n\u00f6tig gewesen w\u00e4re? Und welches verschwundene D\u00fcsseldorfer Bauwerk w\u00fcrdet ihr gern einmal auf diese Weise wiederentdecken?<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Stadtgeschichte #BergerTor #HistorischesD\u00fcsseldorf #AltstadtD\u00fcsseldorf #VerlorenesD\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf360 #DigitaleRekonstruktion @Follower @Top-Fans<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1542176807931154\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1542176807931154&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 So oder so \u00c4hnlich \u2013 Zwei Tore, ein Name \u2013 und am Ende stand D\u00fcsseldorfs Geschichte dem Verkehr im Weg Auf dem historischen Foto stehen Menschen vor der Durchfahrt, daneben wartet ein Pferdewagen mit F\u00e4ssern. 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