{"id":35545,"date":"2026-10-15T15:01:03","date_gmt":"2026-10-15T13:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/15\/gebrueder-schmittmann-als-in-niederkassel-nicht-nur-korn-gebrannt-sondern-auch-04771451\/"},"modified":"2026-10-15T15:01:03","modified_gmt":"2026-10-15T13:01:03","slug":"gebrueder-schmittmann-als-in-niederkassel-nicht-nur-korn-gebrannt-sondern-auch-04771451","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/15\/gebrueder-schmittmann-als-in-niederkassel-nicht-nur-korn-gebrannt-sondern-auch-04771451\/","title":{"rendered":"GEBR\u00dcDER SCHMITTMANN: ALS IN NIEDERKASSEL NICHT NUR KORN GEBRANNT, SONDERN AUCH\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 GEBR\u00dcDER SCHMITTMANN: ALS IN NIEDERKASSEL NICHT NUR KORN GEBRANNT, SONDERN AUCH BIER GEBRAUT WURDE<\/p>\n<p>Wenn in D\u00fcsseldorf der Name Schmittmann f\u00e4llt, denken die meisten zuerst an Korn, Boonekamp und an jene linkrheinische Adresse, die f\u00fcr viele l\u00e4ngst zum festen Stadtged\u00e4chtnis geh\u00f6rt. Das ist verst\u00e4ndlich \u2013 und doch erz\u00e4hlt der Name Schmittmann noch eine zweite, heute fast vergessene Geschichte. Denn bevor die Familie vor allem als Brennerdynastie bekannt wurde, geh\u00f6rte sie auch in unsere Reihe der D\u00fcsseldorfer Brauereigeschichte. Auf dem Gel\u00e4nde in Niederkassel wurde n\u00e4mlich bis in den Ersten Weltkrieg hinein nicht nur gebrannt, sondern auch gebraut.<\/p>\n<p>Gerade das macht Schmittmann f\u00fcr diese Serie so spannend. Es ist keine der klassischen Altstadt-Hausbrauereien, deren Name bis heute \u00fcber dem Ausschank prangt. Und es ist auch keine gro\u00dfe Industriebrauerei wie Gatzweiler oder Dieterich-Hoefel. Schmittmann ist vielmehr einer jener Grenzf\u00e4lle, an denen man besonders gut erkennt, wie eng Brauen, Brennen, Landwirtschaft, Handel und Gastwirtschaft fr\u00fcher zusammengeh\u00f6rten. Wer heute die Niederkasseler Stra\u00dfe entlanggeht, sieht einen traditionsreichen Betrieb. Was kaum noch sichtbar ist: Hier wurde \u00fcber Generationen hinweg mit Getreide gearbeitet \u2013 f\u00fcr Bier genauso wie f\u00fcr Br\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Familie am Ort reicht mindestens bis ins fr\u00fche 19. Jahrhundert zur\u00fcck. Die heutige Edel-Brennerei Schmittmann nennt das Jahr 1818 als offizielle Gr\u00fcndung. Damals wird Adelheid Schmittmann erstmals als Branntweinbrennerin im Steuerregister genannt. Das allein w\u00e4re schon eine bemerkenswerte Geschichte, denn weibliche Betriebsinhaberinnen treten in solchen fr\u00fchen Wirtschaftsbiografien viel seltener ins Licht, als sie tats\u00e4chlich vorhanden waren. Der Standort in Niederkassel war klug gew\u00e4hlt: direkt am Rhein, in einer damals noch l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gegend, die zugleich eng mit D\u00fcsseldorf verbunden war.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert wuchs der Betrieb Schritt f\u00fcr Schritt. Die Familie blieb nicht einfach bei einer kleinen Dorfbrennerei stehen. 1860 erwarb Schmittmann den Maurenbrecher Hof, ein historisch bedeutendes Anwesen in Niederkassel, das zuvor unter anderem als Poststation gedient hatte. Damit vergr\u00f6\u00dferte sich nicht nur das Gel\u00e4nde, sondern auch der wirtschaftliche Radius des Unternehmens. Schmittmann wurde zu einem festen Namen im linksrheinischen Dorfleben, lange bevor Niederkassel ein D\u00fcsseldorfer Stadtteil mit gehobener Wohnadresse wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Brauereiserie ist jedoch vor allem eine andere Spur wichtig. In den D\u00fcsseldorfer Heimatbl\u00e4ttern wurde 1961 ausdr\u00fccklich festgehalten, dass die bekannte Brennerei und Lik\u00f6rfabrik Schmittmann bis in den Ersten Weltkrieg hinein auch gebraut habe. Erw\u00e4hnt wird dabei sogar ein tiefer Eiskeller auf der anderen Rheinseite gegen\u00fcber dem damaligen Ausstellungsgel\u00e4nde. Im Winter sei dieser mit Natureis des Rheins gef\u00fcllt worden. Schon dieses Detail \u00f6ffnet sofort ein ganzes historisches Fenster: Bierbrauen vor moderner K\u00fchltechnik bedeutete immer auch Lagerung, Eisgewinnung und viel k\u00f6rperliche Arbeit. Ein Eiskeller war kein romantisches Accessoire, sondern Teil der technischen Grundlage des Betriebs.<\/p>\n<p>Man muss sich das einmal vorstellen. Wo heute viele Niederkassel vor allem an Korn, Gin oder den Kr\u00e4uterlik\u00f6r denken, wurde fr\u00fcher im Winter Natureis eingelagert, damit Bier \u00fcber die warmen Monate hinweg k\u00fchl und lagerf\u00e4hig blieb. Das ist echtes altes Brauhandwerk, mitten am Rhein, auf der linken Seite D\u00fcsseldorfs.<\/p>\n<p>Welche Biersorten bei Schmittmann genau gebraut wurden, ist nach heutigem Stand allerdings nicht sauber genug belegt, um hier mehr zu behaupten als die Quellen hergeben. Wir wissen, dass gebraut wurde. Wir wissen, dass ein Eiskeller daf\u00fcr genutzt wurde. Wir wissen auch, dass die linke Rheinseite und die D\u00fcsseldorfer Umgebung damals stark von kleineren Brau- und Gastwirtschaftsbetrieben gepr\u00e4gt waren. Aber eine belastbare historische Sortenliste \u2013 also etwa Alt, Lager, Helles oder Bock \u2013 konnten wir f\u00fcr Schmittmann bislang nicht finden. Und genau das geh\u00f6rt zu dieser Serie ebenfalls dazu: lieber eine L\u00fccke ehrlich benennen, als im R\u00fcckblick eine sch\u00f6ne, aber unbelegte Geschichte daraus zu machen.<\/p>\n<p>Trotzdem spricht vieles daf\u00fcr, dass Schmittmann Teil jener breiten alten Bierkultur war, in der die Grenzen zwischen den heute so streng getrennten Kategorien flie\u00dfender waren als man denkt. Wer Getreide verarbeitete, wer \u00fcber Keller, Hof, F\u00e4sser und Transportwege verf\u00fcgte, bewegte sich in einer Welt, in der Brauen und Brennen sich nahe waren. Dass ausgerechnet Schmittmann bis heute als Spirituosenbetrieb \u00fcberlebt hat, w\u00e4hrend der Bierzweig verschwand, ist also keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Es h\u00e4tte historisch auch andersherum kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Interessant ist zudem die Verbindung in die D\u00fcsseldorfer Altstadt. In den D\u00fcsseldorfer Heimatbl\u00e4ttern von 1938 wird erw\u00e4hnt, dass die Brauerei Im Anker auf der Bolkerstra\u00dfe 35 durch Kauf an Michael Schmittmann in Niederkassel \u00fcberging. Auch das ist ein starker Hinweis darauf, dass die Familie nicht nur lokal am linken Rheinufer wirtschaftete, sondern ausdr\u00fccklich auch in der D\u00fcsseldorfer Brau- und Gastst\u00e4ttenwelt mitspielte. Schmittmann war also mehr als ein reiner Brennereiname. Der Familienname taucht dort auf, wo Bier, Ausschank und Stadtleben zusammenliefen.<\/p>\n<p>Dann kam der Einschnitt des Ersten Weltkriegs. Wie viele andere Betriebe musste auch Schmittmann wertvolle kupferne Ger\u00e4te und Einrichtungen abliefern. Der Betrieb kam ins Stocken, und nach dem Krieg verlagerte sich der Schwerpunkt deutlich. Heinrich und Josef Schmittmann konzentrierten sich auf den Ausbau der Brennerei an der Niederkasseler Stra\u00dfe. Damit endete im Kern jene Phase, in der Schmittmann noch als Brauerei mitgedacht werden kann. Aus dem gemischten Betrieb wurde \u00fcber die Jahrzehnte immer klarer die Brennerei, als die wir das Haus heute kennen.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Hubert und Franz Josef Schmittmann das Unternehmen modern weiter. Sp\u00e4ter pr\u00e4gte Kurt Schmittmann den Betrieb und machte ihn weit \u00fcber Niederkassel hinaus bekannt. Besonders eng ist der Name Schmittmann mit dem D\u00fcsseldorfer Samtkragen verbunden, bei dem ein Korn mit einem Schuss Boonekamp gekr\u00f6nt wird. Das ist tiefes D\u00fcsseldorfer Brauchtum \u2013 und zugleich eine sch\u00f6ne Ironie der Geschichte: Eine Familie, die einst auch Bier braute, wurde sp\u00e4ter gerade \u00fcber ihre Spirituosen zur st\u00e4dtischen Legende.<\/p>\n<p>Der historische Ort selbst ist dabei bis heute geblieben. An der Niederkasseler Stra\u00dfe 106 produziert Schmittmann weiterhin. Im ehemaligen Verwaltungsgeb\u00e4ude der Kornbrennerei befindet sich seit Jahrzehnten zudem das Brauhaus Joh. Albrecht. Auch das passt wunderbar zu dieser Geschichte. Das Bier ist an diesen Ort also gewisserma\u00dfen zur\u00fcckgekehrt, wenn auch nicht als Wiederaufnahme der alten Schmittmann-Brauerei, sondern in neuer Form. Der Platz hat damit seinen Charakter als Getr\u00e4nkestandort nie ganz verloren.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualit\u00e4t dieser Geschichte. Schmittmann ist keine verschwundene Brauerei, von der nur noch eine Anzeige und ein Adressbucheintrag geblieben sind. Schmittmann ist ein lebendiger Ort, dessen heutige Identit\u00e4t die \u00e4ltere Biergeschichte fast \u00fcberdeckt hat. Der Betrieb existiert noch. Das Gel\u00e4nde existiert noch. Viele D\u00fcsseldorfer kennen es. Und doch wissen wahrscheinlich die wenigsten, dass dort einmal auch Bier gebraut wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Brauereiserie ist das ein Gl\u00fccksfall. Denn sie zeigt, dass D\u00fcsseldorfer Biergeschichte nicht nur in Altstadtfassaden und auf alten Bierdeckeln steckt. Sie steckt auch in H\u00f6fen, Eiskellern, Dorfstra\u00dfen und Familienunternehmen, die sich \u00fcber zweihundert Jahre hinweg immer wieder neu erfunden haben.<\/p>\n<p>Und jetzt sind wir neugierig auf eure Erinnerungen. Wer von euch verbindet mit Schmittmann noch mehr als nur Korn und Boonekamp? Gibt es in euren Familien Erz\u00e4hlungen \u00fcber das alte Schmittmann-Gel\u00e4nde, \u00fcber den Eiskeller, \u00fcber F\u00e4sser, Fuhrwerke oder \u00fcber Feste auf dem Hof? Und hat vielleicht jemand alte Fotos, Rechnungen, Gl\u00e4ser, Etiketten oder sonstige St\u00fccke, die noch an die Brauerei-Zeit der Familie erinnern?<\/p>\n<p>Schreibt es uns in die Kommentare. Gerade bei solchen Grenzg\u00e4ngern zwischen Bier- und Brennereigeschichte liegen die sch\u00f6nsten Erinnerungen oft nicht im Archiv, sondern in den Familien.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Schmittmann #Niederkassel #Brauereigeschichte #D\u00fcsseldorfDamals #Altbier #Stadtgeschichte<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1540440504771451\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1540440504771451&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 GEBR\u00dcDER SCHMITTMANN: ALS IN NIEDERKASSEL NICHT NUR KORN GEBRANNT, SONDERN AUCH BIER GEBRAUT WURDE Wenn in D\u00fcsseldorf der Name Schmittmann f\u00e4llt, denken die meisten zuerst an Korn, Boonekamp und an jene linkrheinische Adresse, die f\u00fcr viele l\u00e4ngst zum festen Stadtged\u00e4chtnis geh\u00f6rt. 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