{"id":35430,"date":"2026-10-13T15:00:22","date_gmt":"2026-10-13T13:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/13\/fuechschen-der-kleine-fuchs-der-kriege-zerstoerung-und-jahrhunderte-ueberstand-51638543\/"},"modified":"2026-10-13T15:00:22","modified_gmt":"2026-10-13T13:00:22","slug":"fuechschen-der-kleine-fuchs-der-kriege-zerstoerung-und-jahrhunderte-ueberstand-51638543","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/13\/fuechschen-der-kleine-fuchs-der-kriege-zerstoerung-und-jahrhunderte-ueberstand-51638543\/","title":{"rendered":"F\u00dcCHSCHEN: DER KLEINE FUCHS, DER KRIEGE, ZERST\u00d6RUNG UND JAHRHUNDERTE \u00dcBERSTAND"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 F\u00dcCHSCHEN: DER KLEINE FUCHS, DER KRIEGE, ZERST\u00d6RUNG UND JAHRHUNDERTE \u00dcBERSTAND<\/p>\n<p>Wer durch die Ratinger Stra\u00dfe l\u00e4uft, kann kaum \u00fcbersehen, dass hier D\u00fcsseldorfer Geschichte nicht nur in Fassaden steckt. Sie sitzt an den Tischen, steht in kleinen Gl\u00e4sern auf der Theke und wird von Generation zu Generation weitererz\u00e4hlt. Kaum ein Haus verk\u00f6rpert das so stark wie die Brauerei Im F\u00fcchschen an der Ratinger Stra\u00dfe 28 und 30.<\/p>\n<p>Die Geschichte reicht erstaunlich weit zur\u00fcck. Bereits f\u00fcr 1640 wird an dieser Stelle ein Haus mit dem Namen \u201eIm F\u00fcchschen\u201c \u00fcberliefert. Ganz eindeutig l\u00e4sst sich nicht jedes Detail dieser fr\u00fchen Braugeschichte rekonstruieren; die Brauerei selbst formuliert deshalb vorsichtig, dass vermutlich bereits damals unter diesem Namen Bier gebraut und ausgeschenkt wurde. Hausnummern gab es noch nicht. Stattdessen erkannte man H\u00e4user an ihren Namen und Zeichen. Beim F\u00fcchschen soll ein aus einem St\u00fctzbalken geschnitzter Fuchs zum Wahrzeichen geworden sein.<\/p>\n<p>Der Fuchs blieb.<\/p>\n<p>1848 beginnt die Geschichte, die unmittelbar zum heutigen Bier f\u00fchrt. Seit diesem Jahr wird das oberg\u00e4rige Bier unter dem Namen F\u00fcchschen Alt gef\u00fchrt. Damit geh\u00f6rt die Brauerei zu den ganz alten noch lebendigen Vertretern jener D\u00fcsseldorfer Brauweise, bei der die Hefe w\u00e4hrend der G\u00e4rung nach oben steigt. Das Wort \u201eAlt\u201c bezeichnet dabei nicht das Alter des Bieres, sondern die \u00e4ltere, oberg\u00e4rige Braumethode aus einer Zeit, bevor unterg\u00e4rige Lagerbiere und Pilsener mit moderner K\u00fchltechnik ihren Siegeszug antraten.<\/p>\n<p>1908 beginnt dann die Familiengeschichte, die F\u00fcchschen bis heute pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Theodor und Louise K\u00f6nig kauften Brauerei und Gastst\u00e4tte. Der Fuchs wurde endg\u00fcltig zum Markenzeichen des Hauses \u2013 doch nur wenige Jahre sp\u00e4ter griff die Weltgeschichte brutal in den Brauereialltag ein. Im Ersten Weltkrieg musste das Sudhaus Kupfer abgeben. Nach Angaben der Brauerei wurde der eigene Braubetrieb bereits nach wenigen Jahren unterbrochen. Um die G\u00e4ste weiterhin versorgen zu k\u00f6nnen, lie\u00df man Bier zeitweise von anderen Brauereien herstellen.<\/p>\n<p>1930 nahmen die S\u00f6hne der Familie K\u00f6nig das Brauen wieder auf.<\/p>\n<p>Doch die n\u00e4chste Katastrophe lie\u00df nicht lange auf sich warten.<\/p>\n<p>1943 trafen Brandbomben die Ratinger Stra\u00dfe. Das F\u00fcchschen wurde vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Auch das benachbarte Grundst\u00fcck Ratinger Stra\u00dfe 30 lag in Tr\u00fcmmern. Was heute wie ein selbstverst\u00e4ndlich gewachsener Altstadtkomplex wirkt, musste nach dem Krieg praktisch neu entstehen.<\/p>\n<p>Peter K\u00f6nig und seine Frau Johanna wagten den Wiederaufbau.<\/p>\n<p>1950 \u00f6ffnete das F\u00fcchschen wieder seine T\u00fcren. Die beiden zerst\u00f6rten Grundst\u00fccke Nummer 28 und 30 wurden zusammengef\u00fchrt, Brauerei und Wirtschaft neu errichtet. In einer D\u00fcsseldorfer Heimatzeitschrift wurde der Wiederaufbau damals ausdr\u00fccklich als R\u00fcckkehr einer alten Hausbrauerei gefeiert.<\/p>\n<p>Damit begann jene Epoche, an die sich noch heute viele D\u00fcsseldorfer erinnern.<\/p>\n<p>Das F\u00fcchschen wurde zum Treffpunkt einer Stadt, die sich nach dem Krieg neu erfand. K\u00fcnstler von der nahe gelegenen Kunstakademie sa\u00dfen hier neben Gesch\u00e4ftsleuten, Handwerkern und Stammg\u00e4sten. Gustaf Gr\u00fcndgens, Joseph Beuys und Udo J\u00fcrgens werden in der Hausgeschichte ebenso genannt wie Unternehmer Friedrich Karl Flick.<\/p>\n<p>Aber wahrscheinlich liegt die Bedeutung des Hauses weniger in den ber\u00fchmten Namen als in den tausenden unbekannten G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Menschen, die nach der Arbeit nur ein Alt trinken wollten. Studenten, die auf der Ratinger h\u00e4ngen blieben. Sch\u00fctzen, Karnevalisten, K\u00fcnstler, Familien, Touristen und diejenigen, deren Abend irgendwann wesentlich l\u00e4nger dauerte als geplant.<\/p>\n<p>1972 starb Peter K\u00f6nig. Seine Frau Johanna f\u00fchrte den Betrieb gemeinsam mit dem Sohn weiter. 1995 \u00fcbernahm schlie\u00dflich Peter K\u00f6nig junior die Leitung \u2013 mittlerweile die vierte Generation der Familie.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend manches Traditionshaus seine Vergangenheit irgendwann nur noch dekorativ an die Wand h\u00e4ngt, wird beim F\u00fcchschen weiterhin mitten in der Altstadt gebraut.<\/p>\n<p>Das klassische F\u00fcchschen Alt ist bis heute das Herzst\u00fcck. Es hat 4,8 Prozent Alkohol, eine klare kupferrote Farbe und wird von der Brauerei als w\u00fcrzig-herb beschrieben. Verschiedene Spezialmalze sorgen f\u00fcr Malz-, Karamell- und leichte R\u00f6staromen, Aromahopfen bringt die Bittere. Entscheidend ist aber auch etwas, das man nicht einfach im Supermarktregal kaufen kann: Der hauseigene Hefestamm wird \u00fcber Generationen weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Doch auch beim F\u00fcchschen gilt: D\u00fcsseldorf bedeutet l\u00e4ngst nicht ausschlie\u00dflich Altbier.<\/p>\n<p>Seit 2017 braut die Hausbrauerei direkt auf der Ratinger auch ein eigenes Pils. Mit 5,2 Prozent Alkohol ist es unterg\u00e4rig, dunkelgolden und deutlich hopfenbetont. Gerade diese Sorte ist f\u00fcr unsere Serie interessant, weil sie zeigt, wie selbstverst\u00e4ndlich selbst eine der traditionsreichsten Altbierbrauereien heute mit einer zweiten gro\u00dfen deutschen Brautradition arbeitet.<\/p>\n<p>Hinzu kommt F\u00fcchschen Weizen. Es wird ebenfalls direkt an der Ratinger Stra\u00dfe gebraut, allerdings in kleineren Mengen. Die Brauerei beschreibt es als fruchtig und frisch. Dazu kamen beziehungsweise kommen Alt alkoholfrei, alkoholfreies Radler und saisonal das F\u00fcchschen Weihnachtsbier.<\/p>\n<p>Damit ist das heutige Sortiment wesentlich breiter als nur das ber\u00fchmte Alt.<\/p>\n<p>Historisch sollten wir allerdings vorsichtig bleiben: F\u00fcr die fr\u00fchen Jahrzehnte des Hauses l\u00e4sst sich aus den bisher verf\u00fcgbaren Quellen keine l\u00fcckenlose Sortenliste rekonstruieren. Wir wissen zuverl\u00e4ssig vom oberg\u00e4rigen Bier und sp\u00e4ter vom F\u00fcchschen Alt. Welche weiteren hellen, Lager- oder Saisonbiere m\u00f6glicherweise zeitweise vor 1900 oder in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts gebraut wurden, l\u00e4sst sich momentan nicht belastbar genug belegen.<\/p>\n<p>Und genau diese Zur\u00fcckhaltung geh\u00f6rt zu unserer Serie.<\/p>\n<p>Wir wollen nicht die sch\u00f6nste Geschichte erz\u00e4hlen, sondern die richtige.<\/p>\n<p>Heute produziert das F\u00fcchschen l\u00e4ngst mehr, als die verwinkelte Altstadtfassade vermuten l\u00e4sst. Bereits Mitte der 2010er-Jahre wurden rund 35.000 Hektoliter Jahresaussto\u00df genannt. Moderne Abf\u00fclltechnik steht inzwischen neben einer Brauweise, deren Kern sich seit Generationen kaum ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das der Grund, warum das F\u00fcchschen so typisch D\u00fcsseldorf ist.<\/p>\n<p>Es ist gleichzeitig uralt und ziemlich gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Es hat Weltkriege \u00fcberlebt, wurde zerst\u00f6rt und wiederaufgebaut, hat Generationen von K\u00f6nigs erlebt, K\u00fcnstler und Arbeiter bewirtet und irgendwann neben dem Alt auch Pils und Weizen in die eigene Produktfamilie aufgenommen.<\/p>\n<p>Und trotzdem reicht ein Blick auf den kleinen Fuchs \u00fcber der Ratinger, um sofort zu wissen, wo man ist.<\/p>\n<p>Jetzt wollen wir eure Geschichten h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wer kennt das F\u00fcchschen noch aus den 1960er-, 70er- oder 80er-Jahren? Wer hatte dort sein erstes Alt? Wer erinnert sich an Johanna oder Peter K\u00f6nig? Welche Abende auf der Ratinger sind unvergessen \u2013 und wer hat schon einmal versucht, dem K\u00f6bes zu erkl\u00e4ren, dass er wirklich kein weiteres Alt mehr m\u00f6chte?<\/p>\n<p>Und ganz wichtig f\u00fcr unsere Brauereiserie: Hat jemand alte F\u00fcchschen-Flaschen, Etiketten, Bierdeckel, Preislisten oder Reklame mit inzwischen verschwundenen Biersorten?<\/p>\n<p>Zeigt und erz\u00e4hlt uns, was ihr habt.<\/p>\n<p>Denn hinter jeder alten D\u00fcsseldorfer Brauerei stecken nicht nur Sudkessel und Jahreszahlen \u2013 sondern Geschichten.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #F\u00fcchschen #RatingerStra\u00dfe #Altbier #Brauereigeschichte #D\u00fcsseldorfDamals #Bierkultur<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1538436251638543\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1538436251638543&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 F\u00dcCHSCHEN: DER KLEINE FUCHS, DER KRIEGE, ZERST\u00d6RUNG UND JAHRHUNDERTE \u00dcBERSTAND Wer durch die Ratinger Stra\u00dfe l\u00e4uft, kann kaum \u00fcbersehen, dass hier D\u00fcsseldorfer Geschichte nicht nur in Fassaden steckt. 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