{"id":35357,"date":"2026-10-11T15:00:42","date_gmt":"2026-10-11T13:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/11\/dieterich-hoefel-als-duesseldorf-nicht-nur-alt-sondern-auch-hell-und-pils-15175710\/"},"modified":"2026-10-11T15:00:42","modified_gmt":"2026-10-11T13:00:42","slug":"dieterich-hoefel-als-duesseldorf-nicht-nur-alt-sondern-auch-hell-und-pils-15175710","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/11\/dieterich-hoefel-als-duesseldorf-nicht-nur-alt-sondern-auch-hell-und-pils-15175710\/","title":{"rendered":"DIETERICH-HOEFEL: ALS D\u00dcSSELDORF NICHT NUR ALT, SONDERN AUCH HELL UND PILS\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 DIETERICH-HOEFEL: ALS D\u00dcSSELDORF NICHT NUR ALT, SONDERN AUCH HELL UND PILS TRANK<\/p>\n<p>Wenn heute von D\u00fcsseldorfer Bier die Rede ist, denken die meisten sofort an Alt. Dunkel, oberg\u00e4rig, herb \u2013 fertig ist das Bild. Die Geschichte der Brauerei Dieterich-Hoefel zeigt jedoch, wie unvollst\u00e4ndig dieses Bild ist. Denn eine der einst bedeutenden D\u00fcsseldorfer Gro\u00dfbrauereien warb ausdr\u00fccklich mit hellem Bier, Pilsener und Altbier gleichzeitig. D\u00fcsseldorf war Bierstadt \u2013 aber eben nie nur Altbierstadt.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt 1868 mit der Brauerei Gebr\u00fcder Dieterich. Aus dem zun\u00e4chst \u00fcberschaubaren Betrieb entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte ein Unternehmen von beachtlicher Gr\u00f6\u00dfe. 1896 wurde die Brauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Grundkapital betrug damals bereits 1,5 Millionen Mark. Hinter dem Unternehmen standen Karl und Georg Dieterich, und aus einer Familienbrauerei wurde zunehmend ein moderner Industriebetrieb.<\/p>\n<p>Das Herz der Brauerei schlug in Derendorf an der Duisburger Stra\u00dfe. Das Betriebsgel\u00e4nde an den Hausnummern 20 bis 36 umfasste schlie\u00dflich rund 20.000 Quadratmeter. Wer sich diese Dimension vor Augen f\u00fchrt, versteht, dass wir hier l\u00e4ngst nicht mehr \u00fcber eine kleine Hausbrauerei mit Sudkessel hinter der Gaststube sprechen. Dieterich geh\u00f6rte zu jener Generation von Brauereien, die Bier f\u00fcr eine schnell wachsende Gro\u00dfstadt industriell produzierten, lagerten und \u00fcber ein weit verzweigtes Netz eigener und gebundener Gastst\u00e4tten vertrieben.<\/p>\n<p>Und die Brauerei wuchs weiter.<\/p>\n<p>1918 \u00fcbernahm Dieterich die Aktienbrauerei und Brennerei Krummenweg vormals F. Unterh\u00f6ssel in D\u00fcsseldorf, 1923 folgte die Brauerei W. Schnitzler in Neuss. In den 1930er-Jahren hielt das Unternehmen au\u00dferdem Beteiligungen an weiteren Brauereien. Dieterich war mittlerweile sogar b\u00f6rsennotiert.<\/p>\n<p>Parallel dazu existierte in D\u00fcsseldorf die Hoefel-Brauerei. Auch sie war kein kleiner Hinterhofbetrieb, sondern eine Aktiengesellschaft und Teil jener industriellen Brauereiwelt, die D\u00fcsseldorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts gepr\u00e4gt hat. Ab 1934 beziehungsweise 1935 arbeiteten Dieterich und Hoefel zun\u00e4chst in einer Interessengemeinschaft zusammen. 1938 wurden daraus endg\u00fcltig die Brauerei Dieterich-Hoefel AG.<\/p>\n<p>Und jetzt wird es f\u00fcr unsere Serie besonders interessant.<\/p>\n<p>Eine zeitgen\u00f6ssische Anzeige von Dieterich-Hoefel aus dem Jahr 1938 nennt gleich mehrere \u201ebeliebte und bek\u00f6mmliche Markenbiere\u201c:<\/p>\n<p>Dieterich\u2019s Ia hell<br>\nHoefel<br>\nJan Wellem Altbier<br>\nDieterich\u2019s Deutsch Pilsener<\/p>\n<p>Allein diese vier Namen r\u00e4umen mit einem hartn\u00e4ckigen heutigen Bild auf.<\/p>\n<p>D\u00fcsseldorfer tranken Helles.<\/p>\n<p>Und offenbar nicht nur am Rande. Wenn eine gro\u00dfe D\u00fcsseldorfer Brauerei ihr \u201eIa hell\u201c prominent neben Altbier und Pilsener bewarb, geh\u00f6rte helles Bier selbstverst\u00e4ndlich zum Markt. Dazu kam das ausdr\u00fccklich als \u201eDeutsch Pilsener\u201c angebotene Dieterich-Bier. Mit Jan Wellem Altbier hatte man gleichzeitig ein klar als D\u00fcsseldorfer Alt positioniertes Produkt im Sortiment.<\/p>\n<p>Was genau sich geschmacklich hinter dem schlicht \u201eHoefel\u201c genannten Markenbier verbarg, l\u00e4sst sich aus den bislang gefundenen Unterlagen nicht eindeutig bestimmen. Deshalb wollen wir hier nichts hineininterpretieren. Sicher ist aber: Dieterich-Hoefel lebte von einem wesentlich breiteren Sortiment, als man es heute mit einer D\u00fcsseldorfer Brauerei verbinden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Genau solche Spuren sind einer der Gr\u00fcnde, warum wir diese Serie machen.<\/p>\n<p>Denn die heute beinahe automatische Gleichung D\u00fcsseldorf gleich Altbier entstand aus einer langen Entwicklung. Die historische Wirklichkeit war bunter. In D\u00fcsseldorf wurden Lagerbiere, helle Biere, Pilsener, Bockbiere und unterschiedliche oberg\u00e4rige Sorten gebraut und getrunken. Manche verschwanden, andere \u00e4nderten ihren Namen, wieder andere wurden irgendwann vollst\u00e4ndig vom Altbier \u00fcberstrahlt.<\/p>\n<p>Dieterich-Hoefel begegnete den D\u00fcsseldorfern aber nicht nur auf Bieretiketten.<\/p>\n<p>Die Brauerei besa\u00df oder belieferte zahlreiche Gastst\u00e4tten. Eine der bekanntesten war das legend\u00e4re Bierhaus Fischl. Um 1910 war die Brauerei Dieterich Eigent\u00fcmerin des Hauses geworden. Nach seiner Zerst\u00f6rung im Krieg lie\u00df Dieterich-Hoefel das Fischl wiederaufbauen. Dort sa\u00dfen sp\u00e4ter Arbeiter neben Gesch\u00e4ftsleuten, Gep\u00e4cktr\u00e4ger neben Reisenden, Referendare neben Gerichtsr\u00e4ten.<\/p>\n<p>Und Bier wurde in Mengen ausgeschenkt.<\/p>\n<p>Das Fischl wurde nach dem Krieg zu einem jener D\u00fcsseldorfer Lokale, bei denen sich bis heute Geschichten um gigantische Portionen und volle Tische ranken. Das Glas Bier kostete zeitweise 35 Pfennig. Wer damals dort sa\u00df, dachte vermutlich nicht dar\u00fcber nach, dass er gerade Teil einer untergehenden Brauereiwelt war.<\/p>\n<p>Denn nach dem Krieg begann in der deutschen Brauwirtschaft eine gewaltige Konzentration.<\/p>\n<p>Aus selbstst\u00e4ndigen Brauereien wurden Gruppen. Marken wurden zusammengelegt, Betriebe \u00fcbernommen und Produktionsst\u00e4tten geschlossen. 1969 verband sich Dieterich-Hoefel mit Schwabenbr\u00e4u zum D\u00fcsseldorfer Brauerhaus. Kurz darauf \u00fcbernahm die Dortmunder Union beziehungsweise der gr\u00f6\u00dfere Schultheiss-Verbund ma\u00dfgeblichen Einfluss. In den 1970er-Jahren wurden die D\u00fcsseldorfer Aktivit\u00e4ten von Dieterich-Hoefel, Schwabenbr\u00e4u und Schl\u00f6sser schlie\u00dflich immer st\u00e4rker zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Name Dieterich-Hoefel verschwand.<\/p>\n<p>Und irgendwann verschwand auch etwas anderes: das Wissen darum, wie gro\u00df und vielf\u00e4ltig diese Brauerei einmal gewesen war.<\/p>\n<p>Heute werden bei D\u00fcsseldorfer Brauereigeschichte meist Uerige, Schumacher, F\u00fcchschen oder Schl\u00fcssel genannt. V\u00f6llig zu Recht \u2013 sie haben \u00fcberlebt. Aber genau deshalb geraten Unternehmen wie Dieterich-Hoefel leicht aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Dabei erz\u00e4hlen gerade sie eine zweite Geschichte des D\u00fcsseldorfer Bieres.<\/p>\n<p>Nicht die Geschichte des kleinen Brauhauses mit Kupferkessel und K\u00f6bes.<\/p>\n<p>Sondern die Geschichte der Brauereifabriken, Bierwagen, gro\u00dfen Lagerkeller, eigenen Gastst\u00e4tten und Tausender Gl\u00e4ser, die t\u00e4glich in einer wachsenden Industriestadt ausgeschenkt wurden.<\/p>\n<p>Und sie erinnert uns daran, dass ein D\u00fcsseldorfer vor 90 Jahren durchaus sagen konnte:<\/p>\n<p>Heute nehme ich ein Helles.<\/p>\n<p>Oder ein Pils.<\/p>\n<p>Oder eben ein Jan Wellem Alt.<\/p>\n<p>Wer von euch erinnert sich noch an Dieterich-Hoefel? Kennt jemand alte Flaschen, Gl\u00e4ser, Bierdeckel oder Reklameschilder mit Jan Wellem Alt, Dieterich\u2019s Ia hell, Hoefel oder Deutsch Pilsener? Und gibt es in euren Familien noch Erinnerungen an Dieterich-Gastst\u00e4tten oder das Bierhaus Fischl?<\/p>\n<p>Schaut ruhig einmal in alte Kellerschr\u00e4nke, Sammlungen und Fotoalben.<\/p>\n<p>Bei einer Brauerei dieser Gr\u00f6\u00dfe muss irgendwo in D\u00fcsseldorf noch eine ganze Menge Geschichte herumliegen.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #DieterichHoefel #Brauereigeschichte #Altbier #D\u00fcsseldorfDamals #Derendorf #Bierkultur<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1536397915175710\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1536397915175710&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 DIETERICH-HOEFEL: ALS D\u00dcSSELDORF NICHT NUR ALT, SONDERN AUCH HELL UND PILS TRANK Wenn heute von D\u00fcsseldorfer Bier die Rede ist, denken die meisten sofort an Alt. 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