{"id":35344,"date":"2026-10-10T15:01:05","date_gmt":"2026-10-10T13:01:05","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/10\/brauerei-butzon-als-in-der-citadellstrasse-noch-aus-fast-jedem-zweiten-98606745\/"},"modified":"2026-10-10T15:01:05","modified_gmt":"2026-10-10T13:01:05","slug":"brauerei-butzon-als-in-der-citadellstrasse-noch-aus-fast-jedem-zweiten-98606745","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/10\/brauerei-butzon-als-in-der-citadellstrasse-noch-aus-fast-jedem-zweiten-98606745\/","title":{"rendered":"BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN HAUS BIERDUFT ZOG<\/p>\n<p>Wer heute durch die Citadellstra\u00dfe geht, erlebt eine der sch\u00f6nsten erhaltenen Stra\u00dfen der D\u00fcsseldorfer Carlstadt. Kopfsteinpflaster, barocke und klassizistische H\u00e4user, ruhige Fassaden \u2013 beinahe eine kleine Zeitkapsel mitten in der Innenstadt. Was man kaum noch ahnt: Hier wurde einmal an mehreren Stellen gleichzeitig Bier gebraut.<\/p>\n<p>Zu diesen verschwundenen Braust\u00e4tten geh\u00f6rte die Brauerei Butzon.<\/p>\n<p>Die historischen Quellen sind bei diesem Haus deutlich l\u00fcckenhafter als bei Uerige, Schumacher oder F\u00fcchschen. Gerade deshalb ist Butzon f\u00fcr unsere Serie spannend. Denn die D\u00fcsseldorfer Brauereigeschichte bestand nicht nur aus den Namen, die bis heute auf Gl\u00e4sern und Hausfassaden stehen. Sie bestand aus Dutzenden kleinen Hausbrauereien, deren Geschichten irgendwann im Stadtbild verschwanden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Citadellstra\u00dfe nennen D\u00fcsseldorfer Heimatforscher noch f\u00fcr das fr\u00fche 20. Jahrhundert f\u00fcnf bis sechs oberg\u00e4rige Brauereien. Eine davon war die sp\u00e4tere Brauerei Heinrich Kreuder, ausdr\u00fccklich als \u201evormals Butzon\u201c bezeichnet. Damit ist zumindest eine direkte Traditionslinie belegt: Aus dem Betrieb Butzon wurde sp\u00e4ter das Brauerei-Gasthaus St. Maximilian unter Heinrich Kreuder.<\/p>\n<p>Und genau hier m\u00fcssen wir bei der Rekonstruktion sauber bleiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr Butzon selbst konnten wir bislang keine vollst\u00e4ndige historische Sortenliste finden. Sicher ist jedoch, dass die Brauerei in jener D\u00fcsseldorfer Tradition stand, in der oberg\u00e4rige Biere dominierten. Das hei\u00dft: Das Bier wurde mit oberg\u00e4riger Hefe gebraut \u2013 also mit jener alten Brauweise, aus der sp\u00e4ter das Altbier hervorging, wie wir es heute kennen.<\/p>\n<p>Ob Butzon sein Bier damals bereits ausdr\u00fccklich \u201eAlt\u201c nannte, l\u00e4sst sich aus den bisher gefundenen Unterlagen nicht sicher belegen. Und genau das ist wichtig: Der Begriff Altbier wurde erst vergleichsweise sp\u00e4t zu jener festen Sortenbezeichnung, die wir heute selbstverst\u00e4ndlich verwenden. Viele \u00e4ltere D\u00fcsseldorfer Brauereien verkauften schlicht ihr oberg\u00e4riges Bier, Hausbier oder Lagerbier, ohne dass daraus bereits eine moderne Markenbezeichnung geworden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auch deshalb lohnt es sich bei unserer Serie, genauer hinzusehen.<\/p>\n<p>Denn D\u00fcsseldorf war fr\u00fcher keineswegs eine Stadt, in der ausschlie\u00dflich dunkles Alt getrunken wurde. Historische Anzeigen und Brauereiquellen zeigen ein deutlich vielf\u00e4ltigeres Bild. Neben oberg\u00e4rigen dunkleren Bieren gab es Lagerbiere, helle Biere, Export, Bock und sp\u00e4ter auch Pils. Welche dieser Varianten Butzon tats\u00e4chlich selbst gebraut hat, wollen wir jedoch nicht behaupten, solange daf\u00fcr kein belastbarer Beleg vorliegt.<\/p>\n<p>\u00dcberliefert ist dagegen die Atmosph\u00e4re des Hauses.<\/p>\n<p>Ein Bericht aus dem Jahr 1939 erz\u00e4hlt eine kleine Szene aus der Zeit, als die ehemalige Brauerei Butzon bereits Braumeister Heinrich Kreuder geh\u00f6rte. Ein Bauer steht an der Schenke und trinkt sein Bier, w\u00e4hrend ein D\u00fcsseldorfer Original hereinkommt. Nur ein winziger Ausschnitt \u2013 und doch entsteht sofort ein Bild: keine gro\u00dfe Industriebrauerei, sondern ein Haus, in dem Brauen, Ausschank und Alltag noch unmittelbar zusammengeh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Die Adresse Citadellstra\u00dfe 8 blieb auch sp\u00e4ter ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Das Brauerei-Gasthaus St. Maximilian wurde unter Kreuder zu einem bekannten Lokal. Besonders die D\u00fcsseldorfer Schlaraffen fanden hier eine Heimat. Heinrich Kreuder selbst ging als \u201eRitter Falkenauge, der Forellenschinder\u201c in deren \u00dcberlieferung ein. Noch in den 1950er-Jahren wurden in dem Lokal Vereine gegr\u00fcndet und F\u00e4sser gemeinsam geleert.<\/p>\n<p>Das Haus steht bis heute.<\/p>\n<p>Die Citadellstra\u00dfe 8 stammt im Kern aus der Zeit um 1700 und steht unter Denkmalschutz. Damit haben wir bei Butzon einen jener seltenen F\u00e4lle, bei denen die Brauerei zwar verschwunden ist, ein Teil ihrer B\u00fchne aber erhalten blieb.<\/p>\n<p>Wer heute dort vorbeigeht, l\u00e4uft also an einem Haus vorbei, in dem vor Generationen noch gebraut, ausgeschenkt, diskutiert und gefeiert wurde.<\/p>\n<p>Und die Umgebung erz\u00e4hlt noch mehr.<\/p>\n<p>Nur wenige H\u00e4user weiter begann 1838 die Geschichte der heutigen Brauerei Schumacher. Auch \u201eZur Stadt Neu\u00df\u201c, \u201eZum heiligen Franziskus\u201c, \u201eZum Schloss Benrath\u201c und \u201eZum roten Ochsen\u201c werden f\u00fcr die Citadellstra\u00dfe als ehemalige Brauereien genannt.<\/p>\n<p>Man muss sich das einmal vorstellen: Eine Stra\u00dfe, die wir heute vor allem wegen ihrer historischen Architektur kennen, war damals gleichzeitig eine regelrechte kleine Brauereimeile.<\/p>\n<p>Aus offenen T\u00fcren kam der Geruch von Malz und W\u00fcrze. F\u00e4sser wurden angeliefert und abgeholt. In den Schankr\u00e4umen standen Nachbarn, Handwerker, H\u00e4ndler und Vereine. Jede Wirtschaft hatte ihr eigenes Bier \u2013 und vermutlich auch ihre eigenen Stammg\u00e4ste, die selbstverst\u00e4ndlich wussten, welches Haus das beste Fass im Keller hatte.<\/p>\n<p>Von all dem ist heute fast nichts mehr sichtbar.<\/p>\n<p>Genau deshalb geh\u00f6rt die Brauerei Butzon in diese Serie.<\/p>\n<p>Sie ist vielleicht keine der gro\u00dfen D\u00fcsseldorfer Bierlegenden. Aber sie steht stellvertretend f\u00fcr jene vielen kleinen Hausbrauereien, ohne die die ber\u00fchmte D\u00fcsseldorfer Bierkultur \u00fcberhaupt nicht entstanden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Und jetzt kommt ihr ins Spiel:<\/p>\n<p>Hat jemand von euch noch alte Fotos, Bierdeckel, Flaschen, Rechnungen oder Familiengeschichten zur Brauerei Butzon oder zum sp\u00e4teren St. Maximilian in der Citadellstra\u00dfe? Vielleicht schlummert irgendwo noch genau das St\u00fcck Geschichte, das uns bislang fehlt.<\/p>\n<p>Schreibt uns eure Erinnerungen und Hinweise in die Kommentare.<\/p>\n<p>Denn manchmal beginnt Stadtgeschichte genau dort, wo die offiziellen Akten aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #BrauereiButzon #Citadellstra\u00dfe #Carlstadt #Brauereigeschichte #Altbier #D\u00fcsseldorfDamals<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1535420898606745\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1535420898606745&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 BRAUEREI BUTZON: ALS IN DER CITADELLSTRASSE NOCH AUS FAST JEDEM ZWEITEN HAUS BIERDUFT ZOG Wer heute durch die Citadellstra\u00dfe geht, erlebt eine der sch\u00f6nsten erhaltenen Stra\u00dfen der D\u00fcsseldorfer Carlstadt. 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