{"id":35342,"date":"2026-10-10T11:13:16","date_gmt":"2026-10-10T09:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/10\/das-wellenbad-an-der-gruenstrasse-als-duesseldorf-noch-ein-meer-15289260\/"},"modified":"2026-10-10T11:13:16","modified_gmt":"2026-10-10T09:13:16","slug":"das-wellenbad-an-der-gruenstrasse-als-duesseldorf-noch-ein-meer-15289260","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/10\/das-wellenbad-an-der-gruenstrasse-als-duesseldorf-noch-ein-meer-15289260\/","title":{"rendered":"DAS WELLENBAD AN DER GR\u00dcNSTRASSE \u2013 ALS D\u00dcSSELDORF NOCH EIN MEER\u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 DAS WELLENBAD AN DER GR\u00dcNSTRASSE \u2013 ALS D\u00dcSSELDORF NOCH EIN MEER MITTEN IN DER STADT HATTE<\/p>\n<p>Es gab einmal einen Ort mitten in D\u00fcsseldorf, an dem das Meer auf Knopfdruck begann. Einen Ort, an dem Generationen von Kindern das Schwimmen lernten, Jugendliche ihre Nachmittage verbrachten und Familien einen kleinen Urlaub vom Alltag erlebten. Wer das Wellenbad an der Gr\u00fcnstra\u00dfe noch kennt, erinnert sich vermutlich sofort an eine ganz bestimmte Lautsprecherdurchsage: \u201eIn f\u00fcnf Minuten beginnt der Wellenbetrieb!\u201c Dann war Schluss mit gem\u00fctlichem Planschen. Alles wartete auf die erste Welle.<\/p>\n<p>Heute ist von diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen St\u00fcck D\u00fcsseldorfer Stadtgeschichte nichts mehr zu sehen. Dabei reicht seine Geschichte viel weiter zur\u00fcck als bis in die 1960er-Jahre. Sie beginnt in einer Zeit, als ein \u00f6ffentliches Hallenbad noch eine echte Errungenschaft war.<\/p>\n<p>DIE ANF\u00c4NGE \u2013 EIN SCHWIMMBAD F\u00dcR DIE WACHSENDE GROSSSTADT<\/p>\n<p>D\u00fcsseldorf wuchs im 19. Jahrhundert rasant. Mit der Industrialisierung stieg die Einwohnerzahl, doch hygienische Einrichtungen und \u00f6ffentliche Badegelegenheiten hielten mit dieser Entwicklung kaum Schritt. Viele Menschen verf\u00fcgten \u00fcber kein eigenes Badezimmer. Wer schwimmen oder ausgiebig baden wollte, war auf \u00f6ffentliche Einrichtungen angewiesen.<\/p>\n<p>1885 begann die Stadt deshalb mit dem Bau einer gro\u00dfen Badeanstalt an der Gr\u00fcnstra\u00dfe. Am 18. September 1888 wurde das erste st\u00e4dtische Hallenbad D\u00fcsseldorfs er\u00f6ffnet. Es lag etwas versteckt im Inneren eines H\u00e4userblocks zwischen Gr\u00fcnstra\u00dfe und Bahnstra\u00dfe. Von au\u00dfen eher unscheinbar, verbarg sich dahinter eine gro\u00dfz\u00fcgige Anlage mit getrennten Schwimmbecken f\u00fcr Damen und Herren sowie weiteren Badeeinrichtungen.<\/p>\n<p>Die historischen Fotografien zeigen eine beeindruckende Architektur mit hohen Hallen, gew\u00f6lbten Decken und umlaufenden Galerien. Jahrzehntelang geh\u00f6rte das Stadtbad zum D\u00fcsseldorfer Alltag. Doch mit den steigenden Anspr\u00fcchen an Hygiene, Sport und Freizeitgestaltung wurde die alte Anlage zunehmend unzeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>EIN SCHWIMMPALAST SOLLTE ENTSTEHEN<\/p>\n<p>Ende der 1950er-Jahre stand fest, dass die alte Badeanstalt einem modernen Neubau weichen sollte. 1959 wurde sie abgerissen. Was anschlie\u00dfend geplant wurde, war weit mehr als ein gew\u00f6hnliches Hallenbad.<\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische Architekt Friedrich Florian Gr\u00fcnberger, der sich auf den Bau moderner Schwimmb\u00e4der spezialisiert hatte, entwarf ein gro\u00dfz\u00fcgiges Zentralbad. Licht, Weite und eine spektakul\u00e4re Schwimmhalle sollten das neue Geb\u00e4ude pr\u00e4gen. Die Bauarbeiten begannen in den fr\u00fchen 1960er-Jahren. Technische Schwierigkeiten verz\u00f6gerten die Fertigstellung, doch schlie\u00dflich war es so weit.<\/p>\n<p>Am 6. Juni 1966 er\u00f6ffnete das Zentralbad an der Gr\u00fcnstra\u00dfe. D\u00fcsseldorf hatte eine neue Attraktion, die weit \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregte.<\/p>\n<p>WENN DAS WASSER PL\u00d6TZLICH LEBENDIG WURDE<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck war nat\u00fcrlich das Wellenbad. Eine technische Anlage verwandelte das Schwimmbecken regelm\u00e4\u00dfig in eine k\u00fcnstliche Brandung. F\u00fcr viele D\u00fcsseldorfer war das eine Sensation. Besonders Kinder warteten sehns\u00fcchtig auf den Moment, in dem die ersten Wellen durch das Becken rollten.<\/p>\n<p>Wer dabei war, erinnert sich an das Rauschen des Wassers, die aufgeregten Rufe der Badeg\u00e4ste und das Gedr\u00e4nge, wenn alle m\u00f6glichst nah an die Wellen wollten. F\u00fcr manche war es ein riesiger Abenteuerspielplatz, f\u00fcr andere ein Ort zum Entspannen. Und wer vom Schwimmen genug hatte, konnte von den Emporen das Geschehen beobachten.<\/p>\n<p>Auch architektonisch war die Anlage au\u00dfergew\u00f6hnlich. Die gro\u00dfe Schwimmhalle mit ihrer markanten Dachkonstruktion, den Trib\u00fcnen und dem imposanten Sprungturm bot eine Kulisse, wie man sie sonst eher von bedeutenden Sportst\u00e4tten kannte. Sogar Schwimm- und Sprungwettbewerbe fanden hier statt.<\/p>\n<p>Besonders legend\u00e4r war das Caf\u00e9 im oberen Bereich der Halle. Mit Blick auf das Wasser lie\u00df sich dort eine Pause einlegen. F\u00fcr viele geh\u00f6rten ein Eis oder ein Milchshake ebenso zum Besuch wie der Sprung ins Becken.<\/p>\n<p>Das Wellenbad war damit nicht einfach nur eine Sportst\u00e4tte. Es war ein Treffpunkt. Kinder kamen mit ihren Eltern, Schulfreunde verabredeten sich zum Schwimmen, Jugendliche verbrachten hier ihre Freizeit. Mitten zwischen K\u00f6nigsallee und Berliner Allee existierte ein \u00f6ffentlicher Erlebnisraum, der f\u00fcr Menschen aus der ganzen Stadt zug\u00e4nglich war.<\/p>\n<p>DAS ENDE EINER D\u00dcSSELDORFER INSTITUTION<\/p>\n<p>Fast drei Jahrzehnte lang geh\u00f6rte das Wellenbad zum Stadtbild. Dann r\u00fcckte das wertvolle Grundst\u00fcck in bester Innenstadtlage zunehmend in den Mittelpunkt neuer Planungen. Die Entscheidung fiel schlie\u00dflich gegen den Erhalt des Bades.<\/p>\n<p>Am 8. Oktober 1995 schloss das Wellenbad an der Gr\u00fcnstra\u00dfe endg\u00fcltig seine T\u00fcren.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele D\u00fcsseldorfer war das ein schmerzhafter Abschied. Schlie\u00dflich verschwand damit nicht irgendein Schwimmbad, sondern ein Ort voller pers\u00f6nlicher Erinnerungen. Hier hatten Menschen ihre ersten Schwimmz\u00fcge gemacht, Freundschaften geschlossen oder unz\u00e4hlige Stunden ihrer Kindheit verbracht.<\/p>\n<p>Doch bevor die Abrissbagger kamen, erhielt das Geb\u00e4ude noch eine ungew\u00f6hnliche letzte Rolle.<\/p>\n<p>VOM SCHWIMMBAD ZUM KUNSTWERK<\/p>\n<p>Nachdem das Wasser abgelassen worden war und die Badeg\u00e4ste verschwunden waren, entdeckte die D\u00fcsseldorfer Kunstszene die verlassenen R\u00e4ume f\u00fcr sich. 1996 fand im ehemaligen Wellenbad die Ausstellung \u201eLetzter Aufgu\u00df\u201c statt, an der zahlreiche D\u00fcsseldorfer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler beteiligt waren.<\/p>\n<p>Auch 1997 wurde das Geb\u00e4ude noch f\u00fcr Kunstprojekte genutzt. Unter dem Titel \u201eAufTauchStation: Pool\u201c entstanden Arbeiten in einer Umgebung, die einst von Wasser, Stimmen und Bewegung erf\u00fcllt gewesen war.<\/p>\n<p>Es war ein bemerkenswerter Abschied. Wo fr\u00fcher Menschen durch die Wellen tobten, wurde nun Kunst gezeigt. Das ehemalige Freizeitparadies verwandelte sich f\u00fcr kurze Zeit in einen Ort der Auseinandersetzung mit Verg\u00e4nglichkeit und Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Noch 1997 wurde das Wellenbad abgerissen. Mit ihm verschwand eines der markantesten \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude der D\u00fcsseldorfer Nachkriegszeit.<\/p>\n<p>WAS BLIEB VOM WELLENBAD?<\/p>\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde entstand ein Einkaufs- und Einrichtungshaus. Am 5. Februar 2000 er\u00f6ffnete dort das Stilwerk. Der Ort bekam damit eine v\u00f6llig neue Funktion. Wo zuvor Schwimmen, Sport und gemeinschaftliche Freizeit im Mittelpunkt standen, ging es nun um Design, Einrichtung und Handel.<\/p>\n<p>Die Erinnerung an das Wellenbad aber lie\u00df sich nicht abrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Bis heute taucht es in Gespr\u00e4chen \u00fcber das alte D\u00fcsseldorf immer wieder auf. Besonders die k\u00fcnstlichen Wellen, der Sprungturm, das Caf\u00e9 und die unverwechselbare Atmosph\u00e4re haben sich tief in das Ged\u00e4chtnis vieler Menschen eingebrannt.<\/p>\n<p>2026 w\u00e4re das Zentralbad 60 Jahre alt geworden. Zugleich liegt seine endg\u00fcltige Schlie\u00dfung inzwischen 31 Jahre zur\u00fcck. Seine Vorgeschichte reicht sogar 138 Jahre zur\u00fcck, bis zur Er\u00f6ffnung des ersten Hallenbades an der Gr\u00fcnstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Geschichte dieses Ortes erz\u00e4hlt deshalb auch etwas \u00fcber den Wandel D\u00fcsseldorfs. Aus einer st\u00e4dtischen Badeanstalt wurde ein moderner Freizeitpalast, aus einem \u00f6ffentlichen Treffpunkt schlie\u00dflich eine Handelsimmobilie. Geb\u00e4ude lassen sich ersetzen. Die Erinnerungen und die besondere Bedeutung eines Ortes f\u00fcr die Menschen nicht.<\/p>\n<p>Und vielleicht ist das der eigentliche Grund, weshalb das Wellenbad bis heute so vielen D\u00fcsseldorfern fehlt.<\/p>\n<p>Jetzt seid ihr gefragt: Wer hat das Wellenbad an der Gr\u00fcnstra\u00dfe noch selbst erlebt? K\u00f6nnt ihr euch an die Lautsprecherdurchsage, die gro\u00dfen Wellen, den Sprungturm oder das Caf\u00e9 erinnern? Habt ihr dort vielleicht sogar das Schwimmen gelernt?<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt uns eure Geschichten. Denn aus all diesen Erinnerungen entsteht ein St\u00fcck D\u00fcsseldorf, das auf keinem Stadtplan mehr zu finden ist.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Wellenbad #Gr\u00fcnstra\u00dfe #D\u00fcsseldorferGeschichte #Stadtgeschichte #AltD\u00fcsseldorf #Erinnerungen #D\u00fcsseldorfDamals<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/reel\/1391358076045250\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Freel%2F1391358076045250%2F&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 DAS WELLENBAD AN DER GR\u00dcNSTRASSE \u2013 ALS D\u00dcSSELDORF NOCH EIN MEER MITTEN IN DER STADT HATTE Es gab einmal einen Ort mitten in D\u00fcsseldorf, an dem das Meer auf Knopfdruck begann. 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