{"id":35239,"date":"2026-10-06T15:05:02","date_gmt":"2026-10-06T13:05:02","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/06\/zur-uel-eine-kneipe-in-der-duesseldorf-sich-selbst-begegnete-38988931\/"},"modified":"2026-10-06T15:05:02","modified_gmt":"2026-10-06T13:05:02","slug":"zur-uel-eine-kneipe-in-der-duesseldorf-sich-selbst-begegnete-38988931","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/06\/zur-uel-eine-kneipe-in-der-duesseldorf-sich-selbst-begegnete-38988931\/","title":{"rendered":"ZUR UEL: EINE KNEIPE, IN DER D\u00dcSSELDORF SICH SELBST BEGEGNETE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 ZUR UEL: EINE KNEIPE, IN DER D\u00dcSSELDORF SICH SELBST BEGEGNETE<\/p>\n<p>Es gibt Lokale, in denen man einkehrt. Und es gibt Lokale, in denen eine Stadt \u00fcber Generationen ein St\u00fcck von sich selbst ablegt. Die Uel auf der Ratinger Stra\u00dfe geh\u00f6rt ganz sicher zur zweiten Sorte. Wer in D\u00fcsseldorf gro\u00df geworden ist oder viele Jahre in dieser Stadt gelebt hat, kennt diesen Namen. Und oft reicht schon ein einziges Wort, um sofort Erinnerungen auszul\u00f6sen: Ratinger.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Uel reicht bis ins 18. Jahrhundert zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich war das Haus unter dem Namen Im Falken bekannt. Ihren heutigen Namen verdankt die Gastst\u00e4tte einem mit Eulen geschm\u00fcckten Zimmer. Aus der Url wurde sp\u00e4ter die Uehl und schlie\u00dflich die Uel. Aus einem Namen wurde mit der Zeit ein fester Begriff im D\u00fcsseldorfer Stadtged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Schon fr\u00fch war das Haus weit mehr als nur eine Wirtschaft. Die Uel war Treffpunkt des B\u00fcrgertums, Ort f\u00fcr Gespr\u00e4che, Geselligkeit und Verbindungen. Hier trafen sich die sogenannten Uelen, ein Kreis junger Beamter, Kaufleute, K\u00fcnstler und Offiziere. Auch die K\u00fcnstlervereinigung Tartarus hatte hier ihren Ursprung. Und am 7. Mai 1880 wurde in der Uel sogar der D\u00fcsseldorfer Ruderverein 1880 gegr\u00fcndet. Man kann also mit gutem Recht sagen: In dieser Kneipe wurde nicht nur getrunken, hier wurde auch Stadtgeschichte geschrieben.<\/p>\n<p>Besonders spannend ist, wie viele ganz unterschiedliche D\u00fcsseldorfer Welten in der Uel zusammenliefen. Auf der einen Seite das alte, gesellige Altstadtleben mit seinen festen Ritualen, auf der anderen Seite die unmittelbare N\u00e4he zur Kunstakademie. Sp\u00e4testens im 20. Jahrhundert wurde die Uel deshalb auch zu einem jener Orte, an denen Studenten, K\u00fcnstler, Nachtschw\u00e4rmer und Altstadtg\u00e4nger aufeinandertrafen.<\/p>\n<p>Gerade die Ratinger Stra\u00dfe bekam in den 1960er- und 1970er-Jahren eine fast mythische Aura. Zwischen Uel, Goldenem Einhorn, Ohme Jupp und sp\u00e4ter dem Ratinger Hof entstand ein Milieu, das D\u00fcsseldorf kulturell gepr\u00e4gt hat wie kaum ein anderes. Hier wurde diskutiert, gestritten, gefeiert, getrunken und gedacht. Die Kunstakademie lag nur wenige Schritte entfernt, und auf der Ratinger verschwammen die Grenzen zwischen Alltag, Boh\u00e8me, Nachtleben und Kunstszene.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das das eigentliche Geheimnis der Uel. Sie war nie nur Kulisse. Sie war immer ein Ort, an dem sich Menschen begegneten, die auf den ersten Blick gar nicht zusammengeh\u00f6rten. Der bodenst\u00e4ndige Altbiertrinker neben dem Kunststudenten. Der Stammgast neben dem Nachtschw\u00e4rmer. Der D\u00fcsseldorfer, der schon immer da war, und der Zugezogene, der \u00fcber genau solche Orte erst begriff, was diese Stadt ausmacht.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich geh\u00f6rt auch eine gute Portion Altstadtromantik dazu. Wer an die Uel denkt, denkt nicht an sterile Perfektion. Man denkt an Holz, an Stimmengewirr, an eine Stra\u00dfe mit Geschichte, an Abende, die l\u00e4nger wurden als geplant, an Diskussionen, die eigentlich nur auf ein Altbier hinauslaufen sollten und pl\u00f6tzlich das halbe Leben streiften. Man denkt an ein D\u00fcsseldorf, das vielleicht rauer, ungeordneter und manchmal auch ehrlicher wirkte als heute.<\/p>\n<p>Selbst literarische Spuren f\u00fchren an diesen Ort. Nach \u00dcberlieferung hatte hier auch jene tragische D\u00fcsseldorfer Liebesgeschichte ihre Wurzeln, die sp\u00e4ter zu den Stoffen gez\u00e4hlt wurde, aus denen Theodor Fontane seine Effi Briest formte. Schon das zeigt, welche Geschichten in so einem Haus stecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Heute ist die Uel noch immer da. Und genau das ist vielleicht das Sch\u00f6nste an dieser Geschichte. W\u00e4hrend viele andere Orte nur noch in Fotos, Liedern oder Erz\u00e4hlungen weiterleben, kann man die T\u00fcr hier noch immer aufmachen. Man kann noch immer hineingehen, sich ein Alt bestellen und sich vorstellen, wie viele D\u00fcsseldorfer vor einem genau das Gleiche getan haben.<\/p>\n<p>Vielleicht ist die Uel deshalb nicht einfach nur eine Kneipe.<\/p>\n<p>Vielleicht ist sie ein Erinnerungsort mit Zapfhahn.<\/p>\n<p>Und jetzt seid ihr dran: Welche Erinnerungen verbindet ihr mit der Uel oder mit der Ratinger Stra\u00dfe? War es euer erstes Alt? Eine legend\u00e4re Nacht? Ein Zufallstreffen, das nie vergessen wurde? Oder geh\u00f6rt f\u00fcr euch vielleicht gerade die ganze Ratinger mit Uel, Einhorn, Hof und dem alten Altstadtgef\u00fchl zu den Orten, die D\u00fcsseldorf ausmachen?<\/p>\n<p>Schreibt eure Erinnerungen in die Kommentare. Solche Geschichten kann kein Geschichtsbuch ersetzen.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #ZurUel #RatingerStra\u00dfe #Altstadt #D\u00fcsseldorfDamals #Stadtgeschichte #Erinnerungen<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1531599038988931\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1531599038988931&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 ZUR UEL: EINE KNEIPE, IN DER D\u00dcSSELDORF SICH SELBST BEGEGNETE Es gibt Lokale, in denen man einkehrt. Und es gibt Lokale, in denen eine Stadt \u00fcber Generationen ein St\u00fcck von sich selbst ablegt. Die Uel auf der Ratinger Stra\u00dfe geh\u00f6rt ganz sicher zur zweiten Sorte. 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