{"id":35230,"date":"2026-10-06T10:35:03","date_gmt":"2026-10-06T08:35:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/06\/wenn-duesseldorf-selbst-erzaehlt-lebensgeschichten-die-nicht-verloren-gehen-duerfen-62342112\/"},"modified":"2026-10-06T10:35:03","modified_gmt":"2026-10-06T08:35:03","slug":"wenn-duesseldorf-selbst-erzaehlt-lebensgeschichten-die-nicht-verloren-gehen-duerfen-62342112","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/06\/wenn-duesseldorf-selbst-erzaehlt-lebensgeschichten-die-nicht-verloren-gehen-duerfen-62342112\/","title":{"rendered":"WENN D\u00dcSSELDORF SELBST ERZ\u00c4HLT: LEBENSGESCHICHTEN, DIE NICHT VERLOREN GEHEN D\u00dcRFEN"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 WENN D\u00dcSSELDORF SELBST ERZ\u00c4HLT: LEBENSGESCHICHTEN, DIE NICHT VERLOREN GEHEN D\u00dcRFEN<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Geschichte steht in B\u00fcchern. Doch wie sich Geschichte wirklich angef\u00fchlt hat, steckt oft in ganz anderen Erinnerungen: in der ersten eigenen Wohnung, in einer Tanznacht, im Ger\u00e4usch der Stra\u00dfenbahn vor dem Fenster, in einer Kindheit zwischen Tr\u00fcmmern, in der ersten Urlaubsreise oder in dem Moment, als pl\u00f6tzlich Dinge selbstverst\u00e4ndlich wurden, die eine Generation zuvor noch undenkbar waren.<\/p>\n<p>Genau solche Erinnerungen stehen heute Abend in der D\u00fcsseldorfer Zentralbibliothek im Mittelpunkt. Das Projekt \u201eGeschichtsschreiber\u201c des Arbeiter-Samariter-Bundes Region D\u00fcsseldorf bringt Lebensgeschichten \u00e4lterer Menschen auf die B\u00fchne \u2013 erz\u00e4hlt nicht aus der Perspektive von Geschichtsb\u00fcchern, sondern von Menschen, die gesellschaftliche Umbr\u00fcche selbst erlebt haben.<\/p>\n<p>Seit 2007 bringt der ASB daf\u00fcr Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit ehrenamtlichen Geschichtsschreiberinnen und Geschichtsschreibern zusammen. Die Ehrenamtlichen besuchen \u00e4ltere Menschen, h\u00f6ren zu, fragen nach und schreiben auf, was sonst irgendwann verloren gehen k\u00f6nnte. Aus den Gespr\u00e4chen entstehen pers\u00f6nliche B\u00fccher, die zun\u00e4chst den Erz\u00e4hlerinnen und Erz\u00e4hlern selbst geh\u00f6ren. Mit deren Einverst\u00e4ndnis werden ausgew\u00e4hlte Geschichten aber auch ver\u00f6ffentlicht und bei Lesungen einem gr\u00f6\u00dferen Publikum zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Dabei geht es um weit mehr als historische Gro\u00dfereignisse. Nationalsozialismus, Krieg, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder geh\u00f6ren ebenso dazu wie Teilung und Wiedervereinigung, Zuwanderung, die gesellschaftlichen Bewegungen der 1960er- und 1970er-Jahre oder die Ver\u00e4nderungen im Leben von Frauen. Doch mindestens ebenso spannend sind scheinbar kleine Dinge: Wie spielte man als Kind auf D\u00fcsseldorfs Stra\u00dfen? Wann kam das erste Auto? Wie sah ein Arbeitstag aus? Wo lernte man sich kennen? Wie feierte man? Welche Orte der Stadt sind verschwunden \u2013 und welche Erinnerungen h\u00e4ngen noch immer an ihnen?<\/p>\n<p>Gerade darin liegt die besondere St\u00e4rke des Projekts. Stadtgeschichte besteht nicht allein aus Daten, Geb\u00e4uden und ber\u00fchmten Namen. Sie besteht aus Tausenden pers\u00f6nlichen Geschichten. Erst sie erz\u00e4hlen, wie sich D\u00fcsseldorf ver\u00e4ndert hat \u2013 und wie die Menschen diese Ver\u00e4nderungen erlebt, ausgehalten oder selbst mitgestaltet haben.<\/p>\n<p>Aus dem Projekt sind inzwischen auch Ver\u00f6ffentlichungen entstanden. In \u201eScherbenbilder \u2013 Erz\u00e4hltes Leben zwischen Frieden und Krieg\u201c wurden Ausz\u00fcge aus 26 Lebensgeschichten zusammengetragen. Eine weitere Anthologie tr\u00e4gt den Titel \u201eHeimat im Gep\u00e4ck\u201c und erz\u00e4hlt von Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder D\u00fcsseldorf im Laufe ihres Lebens zu einer neuen Heimat gemacht haben. Seit einigen Jahren werden Erinnerungen zudem digital ver\u00f6ffentlicht und teilweise als Audiobeitr\u00e4ge zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Dass diese Form der Erinnerungsarbeit weit \u00fcber D\u00fcsseldorf hinaus Beachtung findet, zeigte sich in diesem Jahr besonders deutlich: Das Projekt \u201eGeschichtsschreiber\u201c wurde 2026 mit dem Preis \u201eEhrenamt schafft Begegnung\u201c des nordrhein-westf\u00e4lischen Sozialministeriums ausgezeichnet. Geehrt wurde damit nicht nur das Schreiben selbst, sondern vor allem das, was vorher passiert: Menschen nehmen sich Zeit f\u00fcreinander, h\u00f6ren einander zu und bewahren Erfahrungen, die sonst mit ihren Erz\u00e4hlerinnen und Erz\u00e4hlern verschwinden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Heute Abend geben Beteiligte in der Zentralbibliothek Einblicke in diese Arbeit und lesen aus den aufgezeichneten Lebensgeschichten. Manche Erz\u00e4hlung d\u00fcrfte zum Schmunzeln bringen, andere nachdenklich machen. Und wahrscheinlich werden einige Zuh\u00f6rer pl\u00f6tzlich an ihre eigenen Eltern, Gro\u00dfeltern \u2013 oder an ihre ganz pers\u00f6nliche D\u00fcsseldorfer Geschichte denken.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das auch eine Erinnerung an uns alle: Fragt nach, solange ihr noch fragen k\u00f6nnt.<\/p>\n<p>Wie war D\u00fcsseldorf fr\u00fcher? Wo wurde getanzt? Wo eingekauft? Welche Kneipen, Gesch\u00e4fte, Kinos oder Restaurants fehlen heute? Wie sah euer Veedel aus? Was haben eure Eltern und Gro\u00dfeltern erz\u00e4hlt?<\/p>\n<p>Denn die Geschichten einer Stadt verschwinden nicht zuerst mit ihren Geb\u00e4uden. Sie verschwinden, wenn niemand mehr da ist, der sie erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>PROJEKT GESCHICHTSSCHREIBER \u2013 LESUNG<\/p>\n<p>Heute, Dienstag, 6. Oktober 2026<br>\n18 bis 19.30 Uhr<br>\nZentralbibliothek D\u00fcsseldorf<br>\nStadtfenster<br>\nKonrad-Adenauer-Platz 1<br>\n40210 D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>Und jetzt interessiert uns eure Geschichte: Welche Erinnerung an das alte D\u00fcsseldorf m\u00fcsste unbedingt aufgeschrieben werden? Erz\u00e4hlt sie uns in den Kommentaren.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Stadtgeschichte #Zeitzeugen #Erinnerungen #Geschichtsschreiber #D\u00fcsseldorfDamals #Ehrenamt<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1531400562342112\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1531400562342112&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 WENN D\u00dcSSELDORF SELBST ERZ\u00c4HLT: LEBENSGESCHICHTEN, DIE NICHT VERLOREN GEHEN D\u00dcRFEN Gro\u00dfe Geschichte steht in B\u00fcchern. 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