{"id":35213,"date":"2026-10-05T14:01:03","date_gmt":"2026-10-05T12:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/05\/huehner-hugo-als-der-duft-von-brathaehnchen-noch-zur-duesseldorfer-altstadt-gehoerte-35760688\/"},"modified":"2026-10-05T14:01:03","modified_gmt":"2026-10-05T12:01:03","slug":"huehner-hugo-als-der-duft-von-brathaehnchen-noch-zur-duesseldorfer-altstadt-gehoerte-35760688","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/05\/huehner-hugo-als-der-duft-von-brathaehnchen-noch-zur-duesseldorfer-altstadt-gehoerte-35760688\/","title":{"rendered":"H\u00dcHNER-HUGO: ALS DER DUFT VON BRATH\u00c4HNCHEN NOCH ZUR D\u00dcSSELDORFER ALTSTADT GEH\u00d6RTE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 H\u00dcHNER-HUGO: ALS DER DUFT VON BRATH\u00c4HNCHEN NOCH ZUR D\u00dcSSELDORFER ALTSTADT GEH\u00d6RTE<\/p>\n<p>Es gibt Lokale, an die erinnert man sich wegen des Essens. Andere wegen der Menschen, der N\u00e4chte, des ersten Dates oder der letzten Mark in der Tasche. Und dann gibt es Orte, bei denen all das zusammenkommt. Der H\u00fchner-Hugo war so ein Ort. Wer das alte D\u00fcsseldorf erlebt hat, braucht oft nur diesen Namen zu h\u00f6ren \u2013 und pl\u00f6tzlich sind Bilder, Ger\u00fcche und Geschichten wieder da.<\/p>\n<p>Mitten in der Altstadt, an der Bolkerstra\u00dfe 48, lag die legend\u00e4re H\u00e4hnchenbraterei. Kein fein herausgeputztes Restaurant, das Eindruck schinden musste. H\u00fchner-Hugo lebte von etwas anderem: von der unmittelbaren Atmosph\u00e4re, vom Geruch der sich drehenden H\u00e4hnchen, von langen Abenden und N\u00e4chten, von hungrigen Altstadtbesuchern, Musikern, K\u00fcnstlern, Angestellten, Nachtschw\u00e4rmern und Menschen, die einfach noch nicht nach Hause wollten.<\/p>\n<p>Zeitzeugen erinnern sich bis heute daran, wie man an hohen Tischen sa\u00df und den H\u00e4hnchen beim Drehen zusah. Dazu gab es ein kleines R\u00f6ggelchen. Keine komplizierte Inszenierung, keine Speisekarte, die erst erkl\u00e4rt werden musste. H\u00e4hnchen, Brot, Hunger \u2013 und D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Schon 1959 ist der H\u00fchner-Hugo an diesem Ort eindeutig belegt. Damals gestaltete der D\u00fcsseldorfer K\u00fcnstler Hannes Esser Keramikarbeiten f\u00fcr die Innenr\u00e4ume der Gastst\u00e4tte. Das Geb\u00e4ude selbst war ungew\u00f6hnlich: schmal, verwinkelt und L-f\u00f6rmig, mit einer Fassade, die sp\u00e4ter einen fast urigen Altstadtcharakter bekam. Genau diese Mischung aus Enge, Trubel und Atmosph\u00e4re machte einen Teil seines Reizes aus.<\/p>\n<p>Und H\u00fchner-Hugo war mehr als nur eine H\u00e4hnchenbude. Im Haus entwickelte sich mit der Zeit eine kleine gastronomische Welt. In der ersten Etage gab es bereits in den 1960er-Jahren den \u201eSalon 1900\u201c mit Tanz- und Unterhaltungsmusik. Dort standen Pariser Zwiebelsuppe, Pfeffersteak und Filetsteak auf der Karte \u2013 eine v\u00f6llig andere Welt als unten bei den halben H\u00e4hnchen. Wer dort gearbeitet hat, erinnert sich an ein gro\u00dfes, arbeitsreiches Haus mit vielen G\u00e4sten und schweren Tellern.<\/p>\n<p>Dann kam das Heine-Jahr 1972 \u2013 und die Geschichte wurde noch kurioser. Gastwirt Leon Clodin lie\u00df Teile des H\u00fchner-Hugo mit Unterst\u00fctzung der Heinrich-Heine-Gesellschaft zu einer urigen Heine-Welt ausgestalten. Heinrich-Heine-Stube und Loreley-Stube entstanden, Bilder und Erinnerungsst\u00fccke zogen ein. Weil das tats\u00e4chliche Geburtshaus Heinrich Heines gegen\u00fcber damals f\u00fcr Besucher kaum als solcher Erinnerungsort erschlossen war, hielten manche Touristen ausgerechnet den H\u00fchner-Hugo f\u00fcr Heines Geburtshaus.<\/p>\n<p>Bis heute tr\u00e4gt das Geb\u00e4ude unter dem Giebel die Aufschrift \u201eHeine 1797\u201c. Heinrich Heine wurde allerdings gegen\u00fcber in der Bolkerstra\u00dfe 53 geboren. D\u00fcsseldorf eben: Manchmal wird selbst aus einem Irrtum ein St\u00fcck Stadtgeschichte.<\/p>\n<p>Seinen endg\u00fcltigen Platz in der Popkultur bekam H\u00fchner-Hugo durch einen D\u00fcsseldorfer, der selbst l\u00e4ngst zur Musikgeschichte geh\u00f6rt. Marius M\u00fcller-Westernhagen erinnerte sich in seinem 1978 erschienenen Lied \u201eMit 18\u201c an seine jungen Jahre als Musiker in D\u00fcsseldorf \u2013 und machte dabei auch H\u00fchner-Hugo unsterblich. Nach den Auftritten ging es dorthin, und das verdiente Geld wurde offenbar schneller in H\u00e4hnchen investiert, als es verdient worden war.<\/p>\n<p>Genau darin steckt wahrscheinlich der Kern dieser Legende. Der H\u00fchner-Hugo geh\u00f6rte zu einer Altstadt, in der sehr unterschiedliche Welten unmittelbar nebeneinander existierten. Das Creamcheese, die aufkommende Kunst- und Musikszene, sp\u00e4ter der Ratinger Hof, Brauh\u00e4user, kleine Kneipen, Restaurants und Imbisse \u2013 und irgendwo dazwischen Menschen, die mitten in der Nacht Hunger bekamen. Wer aus dem Creamcheese kam, landete danach schon einmal beim H\u00fchner-Hugo. Wer einen Auftritt hinter sich hatte, ebenfalls. Wer einfach nur ein halbes H\u00e4hnchen wollte, sowieso.<\/p>\n<p>Anfang der 1990er-Jahre war diese Geschichte vorbei. Ein Brand im Jahr 1991 zerst\u00f6rte unter anderem auch die Keramikarbeiten von Hannes Esser. Das Geb\u00e4ude stand anschlie\u00dfend viele Jahre leer. Noch 1998 wurde die ehemalige H\u00e4hnchenbraterei in der Immobilienbranche ausdr\u00fccklich als \u201eeinstmals legend\u00e4r\u201c bezeichnet \u2013 und damals wartete das Haus bereits seit Jahren auf eine neue Zukunft.<\/p>\n<p>Es gab sp\u00e4ter immer wieder Hoffnungen, H\u00fchner-Hugo k\u00f6nne zur\u00fcckkehren. Die Legende war offensichtlich st\u00e4rker als der Leerstand. Doch der alte H\u00fchner-Hugo kam nicht wieder.<\/p>\n<p>Heute werden in der Bolkerstra\u00dfe 48 wieder H\u00e4hnchen verkauft. Seit Mitte der 2010er-Jahre befindet sich dort eine Filiale von Kentucky Fried Chicken. Man k\u00f6nnte das als Ironie der Stadtgeschichte betrachten: Wo D\u00fcsseldorf einst seine eigene H\u00e4hnchenlegende hatte, sitzt heute eine internationale Fast-Food-Kette.<\/p>\n<p>Aber eine Kette kann Erinnerungen nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Denn wenn D\u00fcsseldorfer vom H\u00fchner-Hugo erz\u00e4hlen, reden sie meistens nicht nur \u00fcber Essen. Sie erz\u00e4hlen von einer Zeit. Von N\u00e4chten in der Altstadt. Von Musik. Von Freunden, die l\u00e4ngst aus den Augen verloren wurden. Vom ersten Altbier, vom letzten H\u00e4hnchen vor dem Heimweg, von verrauchten Kneipen, langen Haaren, kurzen N\u00e4chten und davon, dass man manchmal gar nicht wusste, wo der Abend enden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Name H\u00fchner-Hugo mehr als drei Jahrzehnte nach seinem Verschwinden noch immer etwas ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Und jetzt seid ihr gefragt:<\/p>\n<p>Wer von euch war noch beim H\u00fchner-Hugo?<\/p>\n<p>Wie hat es dort wirklich ausgesehen? Was habt ihr bestellt? Was kostete damals ein halbes H\u00e4hnchen? Seid ihr nach dem Creamcheese, nach einem Konzert oder nach einer langen Altstadtnacht dort gelandet? Habt ihr im Salon 1900 getanzt oder vielleicht sogar dort gearbeitet?<\/p>\n<p>Und vor allem: Welche Geschichte f\u00e4llt euch als Erstes ein, wenn ihr den Namen H\u00fchner-Hugo h\u00f6rt?<\/p>\n<p>Schreibt eure Erinnerungen in die Kommentare. Vielleicht bekommen wir gemeinsam ein St\u00fcck D\u00fcsseldorf zur\u00fcck, das heute nur noch in Geschichten existiert.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #H\u00fchnerHugo #Altstadt #Bolkerstra\u00dfe #D\u00fcsseldorfDamals #Stadtgeschichte #Erinnerungen @Follower @Top-Fans<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1530548135760688\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1530548135760688&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 H\u00dcHNER-HUGO: ALS DER DUFT VON BRATH\u00c4HNCHEN NOCH ZUR D\u00dcSSELDORFER ALTSTADT GEH\u00d6RTE Es gibt Lokale, an die erinnert man sich wegen des Essens. 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