{"id":35172,"date":"2026-10-03T15:19:33","date_gmt":"2026-10-03T13:19:33","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/03\/als-duesseldorf-am-rhein-ein-kleines-schloesschen-hatte-55943596\/"},"modified":"2026-10-03T15:19:33","modified_gmt":"2026-10-03T13:19:33","slug":"als-duesseldorf-am-rhein-ein-kleines-schloesschen-hatte-55943596","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/03\/als-duesseldorf-am-rhein-ein-kleines-schloesschen-hatte-55943596\/","title":{"rendered":"Als D\u00fcsseldorf am Rhein ein kleines Schl\u00f6sschen hatte \u2026"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 Als D\u00fcsseldorf am Rhein ein kleines Schl\u00f6sschen hatte \u2026<\/p>\n<p>Wer um 1904 am D\u00fcsseldorfer Rheinufer spazieren ging, erlebte eine Stadt im Aufbruch. Auf der oberen Promenade wurde flaniert, w\u00e4hrend unten am Werft Schiffe anlegten und Waren bewegt wurden. Mittendrin stand ein Geb\u00e4ude, das mit seinen Giebeln, dem hohen Turm und den verspielten Dachformen beinahe einer anderen Zeit entsprungen schien: das D\u00fcsselschl\u00f6sschen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war dieses kleine \u201eSchloss\u201c damals ein Neubau. Es entstand 1902 nach Entw\u00fcrfen des D\u00fcsseldorfer Stadtbaurats Johannes Radke als st\u00e4dtisches Weinrestaurant am Schlossufer, unmittelbar beim Burgplatz und dem Schlossturm. Seinen Namen verdankte es der nahen M\u00fcndung der n\u00f6rdlichen D\u00fcssel, die hier bereits kanalisiert dem Rhein zufloss.<\/p>\n<p>Das Haus geh\u00f6rte zu einer umfassenden Ver\u00e4nderung der Rheinfront. Mit den ab 1899 ausgef\u00fchrten Arbeiten erhielt D\u00fcsseldorf neue Kaianlagen und eine gro\u00dfz\u00fcgige Uferstra\u00dfe mit Promenade. Hochwasserschutz, Verkehr und Hafenbetrieb wurden neu geordnet. Zugleich bekam die Stadt eine repr\u00e4sentative Schauseite zum Fluss. Kleine, auff\u00e4llig gestaltete Geb\u00e4ude sollten diesen neuen Stadtraum beleben \u2013 und das D\u00fcsselschl\u00f6sschen war eines seiner besonderen Schmuckst\u00fccke.<\/p>\n<p>Unsere Au\u00dfenansicht l\u00e4sst diesen Gedanken wieder aufleben. Raue Tuffsteinfl\u00e4chen, sorgf\u00e4ltig ausgearbeitete Sandsteindetails, rote Dachziegel und die kupfergedeckte Turmspitze verliehen dem Weinlokal seinen unverwechselbaren Charakter. Die Menschen vor dem Haus geh\u00f6ren zur rekonstruierten Alltagsszene: Spazierg\u00e4nger, G\u00e4ste und Familien auf dem Weg am Rhein entlang.<\/p>\n<p>So malerisch das Geb\u00e4ude wirkte, so geschickt nutzte es seinen begrenzten Platz. Es war in die Ufermauer eingebunden; Gast-, K\u00fcchen- und Kellerr\u00e4ume verteilten sich \u00fcber mehrere Ebenen. Ganz oben befand sich sogar die Wohnung des Wirts. Hinter der dekorativen Fassade steckte also ein vollst\u00e4ndig organisierter Gastronomiebetrieb.<\/p>\n<p>Mit unserer Innenansicht betreten wir den Jan-Wellem-Saal. Eine historische Ansichtskarte aus den fr\u00fchen 1910er-Jahren liefert daf\u00fcr wichtige Anhaltspunkte: reich geschnitzte Holzverkleidungen, ein gro\u00dfes Gem\u00e4lde in aufwendiger Rahmung, dekorative Figuren und sorgf\u00e4ltig gedeckte Tische. Helle Tischw\u00e4sche, Gl\u00e4ser und kunstvoll gefaltete Servietten lassen erkennen, welchen Anspruch das Haus an seine Gastlichkeit stellte. Hier sollte ein Besuch offenbar mehr sein als eine kurze Einkehr.<\/p>\n<p>Weiter stromaufw\u00e4rts stand das zweite kleine Wahrzeichen unserer Bildreise: das Hafenvogt-H\u00e4uschen am damaligen Berger Ufer, dem heutigen Mannesmannufer. Es befand sich vor dem sp\u00e4ter errichteten Landeshaus. Seine Verbindung zum D\u00fcsselschl\u00f6sschen lag somit in der gemeinsamen Gestaltung des Rheinufers; die beiden H\u00e4user standen nicht unmittelbar nebeneinander.<\/p>\n<p>Auch das 1902 entstandene Hafenvogt-H\u00e4uschen setzte auf eine einpr\u00e4gsame Silhouette. Der geschwungene Giebel, der gedrungene Turm mit seiner auff\u00e4lligen Haube und die Bootsmanngestalt mit dem langen Ruder machten aus einem kleinen Geb\u00e4ude einen Blickfang. Historische Darstellungen bezeichnen es auch als Hafen- oder Werftmeisterh\u00e4uschen. Unsere Ansicht zeigt es mit etwas Leben auf der Stra\u00dfe \u2013 als Bestandteil des damaligen Alltags am Rhein.<\/p>\n<p>Beide Geb\u00e4ude verschwanden im Laufe des 20. Jahrhunderts. Das D\u00fcsselschl\u00f6sschen wurde 1941 im Krieg besch\u00e4digt und in den 1950er-Jahren abgebrochen. Auch das Hafenvogt-H\u00e4uschen stand noch bis in die 1950er-Jahre vor dem Landeshaus. Ihr Verschwinden l\u00e4sst sich deshalb nicht einfach mit einer vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung im Krieg erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die drei Bilder sind Ann\u00e4herungen an diese verlorene Rheinfront: au\u00dfen an die Zeit um 1904, innen an die fr\u00fchen 1910er-Jahre. Historische Fotografien und Beschreibungen bilden die Grundlage. Farben, Alltagsszenen und nicht \u00fcberlieferte Teile des Innenraums wurden erg\u00e4nzend rekonstruiert.<\/p>\n<p>So oder so \u00e4hnlich k\u00f6nnte es ausgesehen haben, als ein Spaziergang am D\u00fcsseldorfer Rhein noch mit einem Glas Wein im D\u00fcsselschl\u00f6sschen enden konnte. Wer von euch h\u00e4tte dort gern einmal Platz genommen?<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf4You #D\u00fcsselschl\u00f6sschen #D\u00fcsseldorf #Stadtgeschichte #HistorischesD\u00fcsseldorf @Follower @Top-Fans<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1528719055943596\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1528719055943596&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 Als D\u00fcsseldorf am Rhein ein kleines Schl\u00f6sschen hatte \u2026 Wer um 1904 am D\u00fcsseldorfer Rheinufer spazieren ging, erlebte eine Stadt im Aufbruch. 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