{"id":35136,"date":"2026-10-01T16:33:30","date_gmt":"2026-10-01T14:33:30","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/01\/duesseldorf-um-1904-eine-zeitreise-zwischen-schlossturm-duesselschloesschen-und-rhein-96154582\/"},"modified":"2026-10-01T16:33:30","modified_gmt":"2026-10-01T14:33:30","slug":"duesseldorf-um-1904-eine-zeitreise-zwischen-schlossturm-duesselschloesschen-und-rhein-96154582","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/10\/01\/duesseldorf-um-1904-eine-zeitreise-zwischen-schlossturm-duesselschloesschen-und-rhein-96154582\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf um 1904: Eine Zeitreise zwischen Schlossturm, D\u00fcsselschl\u00f6sschen und Rhein"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 D\u00fcsseldorf um 1904: Eine Zeitreise zwischen Schlossturm, D\u00fcsselschl\u00f6sschen und Rhein<\/p>\n<p>So oder so \u00e4hnlich k\u00f6nnte es hier um 1904 ausgesehen haben: Pferdewagen rollen \u00fcber das Pflaster, Menschen flanieren am Wasser, und zwischen Schlossturm und D\u00fcsselschl\u00f6sschen \u00f6ffnet sich der Blick auf den Rhein. Unsere historische 360\u00b0-Rekonstruktion nimmt euch mit an einen vertrauten Ort, dessen damaliges Gesicht heute nur noch teilweise erhalten ist. Dreht euch einmal langsam im Kreis \u2013 rund um diesen Standort stecken mehrere Jahrhunderte D\u00fcsseldorfer Geschichte.<\/p>\n<p>Das verspielte Geb\u00e4ude auf der Rheinseite ist das D\u00fcsselschl\u00f6sschen. Um 1904 war es gerade einmal zwei Jahre alt: Stadtbaurat Johannes Radke hatte es 1902 als Schmuckst\u00fcck der neuen Rheinuferpromenade errichtet. T\u00fcrmchen, Giebel, Naturstein und aufwendige Verzierungen verliehen dem Weinlokal den Charakter einer kleinen romantischen Burg. Seine Architektur verband Historismus mit Jugendstilelementen. Geschickt in die Ufermauer zwischen oberer Promenade und tiefer gelegenem Rheinwerft eingebaut, wurde es zu einem beliebten Treffpunkt und Postkartenmotiv. Der Name erinnerte an die nahe D\u00fcsselm\u00fcndung und zugleich an das verschwundene Residenzschloss. Im Zweiten Weltkrieg besch\u00e4digt, wurde das D\u00fcsselschl\u00f6sschen nach Kriegsende abgerissen \u2013 auch zugunsten einer breiteren Rheinuferstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber steht der Schlossturm, der letzte oberirdisch erhaltene Geb\u00e4udeteil des einstigen D\u00fcsseldorfer Residenzschlosses. Der runde Eckturm entstand in seiner pr\u00e4genden Form im 16. Jahrhundert, als Herzog Wilhelm der Reiche seine Residenz ausbauen lie\u00df. Das Schloss wurde 1872 durch einen Gro\u00dfbrand weitgehend zerst\u00f6rt; seine verbliebenen Geb\u00e4udeteile verschwanden anschlie\u00dfend schrittweise. Der Turm blieb stehen und wurde zum eigenst\u00e4ndigen Wahrzeichen. Wer genau hinschaut, entdeckt einen Unterschied zu heute: Um 1904 besa\u00df er oben noch eine steinerne Balustrade. Erst 1909 wurde diese wegen ihres schlechten Zustands entfernt und durch einen vorkragenden Dachabschluss ersetzt. Das SchifffahrtMuseum zog \u00fcbrigens erst 1984 ein.<\/p>\n<p>\u00dcber den D\u00e4chern der Altstadt erhebt sich St. Lambertus mit seinem unverwechselbaren verdrehten Turmhelm. Diese Besonderheit geh\u00f6rte bereits damals zur D\u00fcsseldorfer Silhouette. Nachdem 1815 ein Feuer den Turmhelm zerst\u00f6rt hatte, wurde er erneuert; anschlie\u00dfend verdrehte sich die Dachkonstruktion. Als m\u00f6gliche Ursache wird h\u00e4ufig zu frisches, noch feuchtes Bauholz genannt. Der Volksmund hat nat\u00fcrlich eine unterhaltsamere Erkl\u00e4rung: Der Teufel habe die Kirche aus dem Boden rei\u00dfen wollen und dabei lediglich die Spitze verdreht. Gerade diese eigenwillige Form macht den Lambertusturm bis heute sofort erkennbar.<\/p>\n<p>Rheinabw\u00e4rts erscheint die alte Oberkasseler Br\u00fccke mit ihren m\u00e4chtigen Eisenb\u00f6gen. Sie war am 12. November 1898 er\u00f6ffnet worden und bildete D\u00fcsseldorfs erste feste Stra\u00dfenverbindung \u00fcber den Rhein. \u00dcber sie f\u00fchrte auch die elektrische Bahn nach Krefeld. Die Br\u00fccke erleichterte den Alltag und beschleunigte zugleich die Entwicklung Oberkassels. Was heute selbstverst\u00e4ndlich zusammengeh\u00f6rt, war politisch damals noch getrennt: Oberkassel geh\u00f6rte um 1904 zur Gemeinde Heerdt und wurde erst 1909 nach D\u00fcsseldorf eingemeindet.<\/p>\n<p>Der Blick \u00fcber den Strom f\u00fchrt damit in eine Nachbarschaft im Wandel. Hinter dem offenen Ufergel\u00e4nde und den Rheinwiesen entstanden zunehmend neue Wohnh\u00e4user. Die repr\u00e4sentative Bebauung, die wir heute mit Oberkassel verbinden, entwickelte sich gerade erst. Nach S\u00fcden, flussaufw\u00e4rts, geht der Rundblick hingegen entlang der rechtsrheinischen H\u00e4userfront in Richtung Rathausufer und Carlstadt. Die Fassaden, D\u00e4cher und Stra\u00dfenr\u00e4ume zeigen eine Stadt, deren Ufer noch eng mit Wohnen, Handel, Gastronomie und Schifffahrt verbunden war.<\/p>\n<p>Auch der gro\u00dfz\u00fcgige Raum am Wasser war um 1904 eine vergleichsweise junge Errungenschaft. Zwischen 1898 und 1902 hatte D\u00fcsseldorf das Rheinufer vorverlegt und neu befestigt. Die Ma\u00dfnahmen verbesserten den Hochwasserschutz und schufen Platz f\u00fcr eine repr\u00e4sentative Promenade. Oben wurde spaziert, unten blieb das Rheinwerft Arbeits- und Umschlagplatz der Schifffahrt. Zur gro\u00dfen Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung von 1902 pr\u00e4sentierte sich D\u00fcsseldorf mit einer neu gestalteten Rheinfront.<\/p>\n<p>Unser Panorama ist eine historische Ann\u00e4herung auf Grundlage alter Ansichten und der \u00fcberlieferten Baugeschichte. Es zeigt keinen fotografisch belegten Augenblick: Menschen, Wetter und nicht vollst\u00e4ndig dokumentierte Einzelheiten sind gestalterisch erg\u00e4nzt. Es soll eine Vorstellung davon vermitteln, wie sich dieser Ort um 1904 angef\u00fchlt haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wo w\u00fcrdet ihr zuerst stehen bleiben: am Schlossturm, mit Blick auf die alte Br\u00fccke \u2013 oder bei einem Glas Wein im D\u00fcsselschl\u00f6sschen?<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf4You #D\u00fcsseldorf #Stadtgeschichte #D\u00fcsselschl\u00f6sschen #HistorischesD\u00fcsseldorf @Follower @Top-Fans<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1526609196154582\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\n\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1526609196154582&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 D\u00fcsseldorf um 1904: Eine Zeitreise zwischen Schlossturm, D\u00fcsselschl\u00f6sschen und Rhein So oder so \u00e4hnlich k\u00f6nnte es hier um 1904 ausgesehen haben: Pferdewagen rollen \u00fcber das Pflaster, Menschen flanieren am Wasser, und zwischen Schlossturm und D\u00fcsselschl\u00f6sschen \u00f6ffnet sich der Blick auf den Rhein. 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