{"id":34413,"date":"2026-08-28T16:13:03","date_gmt":"2026-08-28T14:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/08\/28\/200-jahre-schadow-wie-duesseldorf-zur-kunststadt-wurde-49328867\/"},"modified":"2026-08-28T16:13:03","modified_gmt":"2026-08-28T14:13:03","slug":"200-jahre-schadow-wie-duesseldorf-zur-kunststadt-wurde-49328867","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/08\/28\/200-jahre-schadow-wie-duesseldorf-zur-kunststadt-wurde-49328867\/","title":{"rendered":"200 JAHRE SCHADOW: WIE D\u00dcSSELDORF ZUR KUNSTSTADT WURDE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 200 JAHRE SCHADOW: WIE D\u00dcSSELDORF ZUR KUNSTSTADT WURDE<\/p>\n<p>Wer heute \u00fcber die Schadowstra\u00dfe l\u00e4uft, begegnet einem Namen, der f\u00fcr D\u00fcsseldorf weit mehr bedeutet als eine Einkaufsmeile. Vor 200 Jahren, 1826, \u00fcbernahm Wilhelm von Schadow die Leitung der Kunstakademie. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich D\u00fcsseldorf zu einem der wichtigsten Kunstzentren Europas \u2013 mit einer Strahlkraft, deren Spuren bis heute in Akademie, Museen, K\u00fcnstlervereinen und sogar im Stadtplan zu finden sind.<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen waren einige Jahre zuvor geschaffen worden. 1819 war die D\u00fcsseldorfer Kunstakademie als K\u00f6niglich-Preu\u00dfische Kunstakademie neu begr\u00fcndet worden. Ihr erster Direktor Peter Cornelius etablierte einen mehrstufigen Studiengang. Schadow f\u00fchrte diese Entwicklung weiter, erg\u00e4nzte unter anderem eine Meisterklasse und leitete die Akademie bis 1859. Unter seinem Direktorat wurde sie zur f\u00fchrenden deutschen Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr Malerei.<\/p>\n<p>Aus dieser Zeit entstand das, was heute als D\u00fcsseldorfer Malerschule bezeichnet wird. Der Begriff meint weit mehr als einen bestimmten Malstil. Der Kunstpalast z\u00e4hlt mehr als 4.000 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die zwischen 1819 und 1918 an der Akademie oder in ihrem D\u00fcsseldorfer Umfeld t\u00e4tig waren. Historienmalerei, Portr\u00e4ts, Landschaften und Alltagsszenen entwickelten sich weiter \u2013 und D\u00fcsseldorf wurde zum Treffpunkt einer internationalen Kunstwelt.<\/p>\n<p>In den 1850er- und 1860er-Jahren kamen K\u00fcnstler aus Skandinavien, den USA, Russland und dem Baltikum an den Rhein. Einzelne reisten sogar aus S\u00fcdamerika, Indien, Java, Iran oder Neuseeland nach D\u00fcsseldorf. Viele nahmen das hier Gelernte sp\u00e4ter mit in ihre Heimat und wirkten dort als Lehrer oder beim Aufbau neuer Kunstschulen. Die \u201eD\u00fcsseldorfer Schule\u201c wurde damit tats\u00e4chlich zu einem internationalen Exportartikel.<\/p>\n<p>Zum Erfolg geh\u00f6rte allerdings mehr als die Akademie. 1829 entstand der Kunstverein f\u00fcr die Rheinlande und Westfalen, dessen erster Direktor Schadow wurde. Ausstellungen, Ank\u00e4ufe und sp\u00e4ter Wanderausstellungen sorgten daf\u00fcr, dass D\u00fcsseldorfer Kunst weit \u00fcber das Rheinland hinaus sichtbar wurde \u2013 bis nach Amerika und Australien. 1848 kam der K\u00fcnstlerverein Malkasten hinzu. K\u00fcnstler, Kunstinteressierte, Sammler und K\u00e4ufer trafen aufeinander. Aus einer Ausbildungsst\u00e4tte entwickelte sich ein ganzes kulturelles Netzwerk.<\/p>\n<p>Auch das \u00fcbrige Stadtleben wurde davon gepr\u00e4gt. Die K\u00fcnstler standen im Austausch mit Theater, Literatur und Musik, mit Pers\u00f6nlichkeiten wie Karl Immermann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Sie gestalteten Feste und Umz\u00fcge, B\u00fchnenbilder, Illustrationen und sogenannte Lebende Bilder. Kunst spielte sich in D\u00fcsseldorf nicht nur hinter Museumst\u00fcren ab \u2013 sie wurde Teil des gesellschaftlichen Lebens.<\/p>\n<p>Ganz ohne Schattenseite ist Schadows Geschichte allerdings nicht. W\u00e4hrend D\u00fcsseldorf international K\u00fcnstler anzog, schloss Schadow Frauen vom regul\u00e4ren Unterricht der Akademie aus. K\u00fcnstlerinnen mussten auf kostspieligen Privatunterricht ausweichen. Auch deshalb lohnt sich 200 Jahre sp\u00e4ter ein differenzierter Blick: Schadow steht f\u00fcr den enormen Aufstieg der D\u00fcsseldorfer Kunstwelt \u2013 aber ebenso f\u00fcr die Grenzen der damaligen Institutionen.<\/p>\n<p>Wie unmittelbar diese Geschichte bis heute reicht, zeigt ausgerechnet die Innenstadt. Schadow lebte am damaligen Flinger Steinweg; in der heutigen Schadowstra\u00dfe erinnert nahe seinem ehemaligen Wohnhaus Nummer 56 ein Gedenkstein an den fr\u00fcheren Akademiedirektor. Kunstakademie, Kunstverein und Malkasten bestehen ebenfalls bis heute.<\/p>\n<p>Das Jubil\u00e4umsjahr hat zudem ein besonderes Original nach D\u00fcsseldorf zur\u00fcckgebracht. Schadows 1832 entstandenes Selbstbildnis geh\u00f6rt seit diesem Sommer dauerhaft zur Sammlung des Stadtmuseums. Die Stadt hatte das Werk 2013 an die Erben des j\u00fcdischen Kunsth\u00e4ndlers Max Stern restituiert. Es blieb anschlie\u00dfend als Leihgabe in D\u00fcsseldorf und konnte 2026 vom Freundeskreis des Stadtmuseums erworben und dem Museum geschenkt werden.<\/p>\n<p>Am Sonntag, 30. August, schl\u00e4gt das Stadtmuseum noch einmal die Br\u00fccke in die Gegenwart. Um 12 Uhr endet an der Berger Allee 2 die Ausstellung \u201edie d\u00fcsseldorfer maler*innen in der schule\u201c. D\u00fcsseldorfer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben sich darin mit K\u00fcnstlern der Malerschule und den nach ihnen benannten Stra\u00dfen besch\u00e4ftigt. Autorin Christa Holtei erz\u00e4hlt bei der Finissage, wie D\u00fcsseldorf zur Stadt der K\u00fcnstler wurde; Projektinitiatorin Inge Sauer f\u00fchrt durch die Ausstellung.<\/p>\n<p>Vielleicht ist genau das Schadows st\u00e4rkstes Verm\u00e4chtnis: Nicht ein einzelnes Gem\u00e4lde und nicht eine einzelne Stra\u00dfe, sondern die Idee, dass Kunst zu D\u00fcsseldorf geh\u00f6rt. Der heutige Ruf der Stadt mit Kunstakademie, Museen, Galerien und einer internationalen Kunstszene begann nicht allein mit Wilhelm von Schadow. Aber seine 33 Jahre an der Spitze der Akademie geh\u00f6ren zu den entscheidenden Kapiteln dieser Geschichte.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Stadtgeschichte #WilhelmSchadow #Kunststadt #KunstakademieD\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorferMalerschule #Stadtmuseum<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1494866349328867\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\r\n\r\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1494866349328867&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 200 JAHRE SCHADOW: WIE D\u00dcSSELDORF ZUR KUNSTSTADT WURDE Wer heute \u00fcber die Schadowstra\u00dfe l\u00e4uft, begegnet einem Namen, der f\u00fcr D\u00fcsseldorf weit mehr bedeutet als eine Einkaufsmeile. 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