{"id":34384,"date":"2026-08-27T08:35:03","date_gmt":"2026-08-27T06:35:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/08\/27\/unter-dem-haus-der-geschichte-liegt-noch-mehr-geschichte-89449323\/"},"modified":"2026-08-27T08:35:03","modified_gmt":"2026-08-27T06:35:03","slug":"unter-dem-haus-der-geschichte-liegt-noch-mehr-geschichte-89449323","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dus4you.de\/index.php\/2026\/08\/27\/unter-dem-haus-der-geschichte-liegt-noch-mehr-geschichte-89449323\/","title":{"rendered":"UNTER DEM HAUS DER GESCHICHTE LIEGT NOCH MEHR GESCHICHTE"},"content":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49  UNTER DEM HAUS DER GESCHICHTE LIEGT NOCH MEHR GESCHICHTE<\/p>\n<p>Mitten in D\u00fcsseldorf wird gerade Geschichte gebaut \u2013 und dabei ist noch \u00e4ltere Geschichte wieder aufgetaucht. Beim Umbau des Behrensbaus am Mannesmannufer zum k\u00fcnftigen Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen sind Arch\u00e4ologen auf massive Reste der ehemaligen D\u00fcsseldorfer Festungsanlage gesto\u00dfen. Rund 3,5 Meter unter dem heutigen Stra\u00dfenniveau liegen Ziegelmauern, die vermutlich seit mehr als zwei Jahrhunderten niemand mehr gesehen hat.<\/p>\n<p>Die Mauern geh\u00f6ren zur sogenannten oberrheinischen Front der D\u00fcsseldorfer Festung. Dieser s\u00fcdliche Verteidigungsbereich wurde im 18. Jahrhundert mehrfach ausgebaut und bestand aus W\u00e4llen, Gr\u00e4ben und vorgeschobenen Verteidigungswerken. Historische Pl\u00e4ne zeigen, dass sich genau dort, wo heute der Behrensbau steht, einst ein kompliziertes System aus Festungsmauern und Schutzanlagen entlang des Rheins erstreckte. Welche konkrete Funktion die nun freigelegten Mauerabschnitte hatten, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht.<\/p>\n<p>D\u00fcsseldorf war \u00fcber Jahrhunderte eine echte Festungsstadt. Bereits 1538 begann unter dem italienischen Festungsbaumeister Alessandro Pasqualini der Ausbau moderner Verteidigungsanlagen. Unter Kurf\u00fcrst Jan Wellem und seinen Nachfolgern wurde die Festung weiter vergr\u00f6\u00dfert. In ihrer gr\u00f6\u00dften Ausdehnung nahm sie rund 52 Hektar ein \u2013 eine gewaltige Fl\u00e4che, die die Entwicklung der Stadt ma\u00dfgeblich bestimmte.<\/p>\n<p>Dabei war nicht nur der Feind eine Gefahr f\u00fcr die Mauern. Immer wieder setzte der Rhein der Festung schwer zu. Hochwasser und Eisgang besch\u00e4digten gerade die s\u00fcdlichen Anlagen mehrfach. Nach der gro\u00dfen Flut von 1784 mussten Teile zus\u00e4tzlich gesch\u00fctzt werden, 1799 wurden Mauern untersp\u00fclt und Verteidigungswerke zerst\u00f6rt. Auch deshalb ist der heutige Fund f\u00fcr Arch\u00e4ologen besonders interessant: Die unterschiedlichen Bau- und Reparaturphasen k\u00f6nnten noch einiges dar\u00fcber verraten, wie D\u00fcsseldorf seine Festung immer wieder anpassen musste.<\/p>\n<p>Das Ende der Festung ver\u00e4nderte D\u00fcsseldorf dann grundlegend. Nach dem Frieden von Lun\u00e9ville im Jahr 1801 mussten die Verteidigungsanlagen geschleift werden. W\u00e4lle verschwanden, Gr\u00e4ben wurden verf\u00fcllt \u2013 und pl\u00f6tzlich entstanden Fl\u00e4chen f\u00fcr eine v\u00f6llig neue Stadtplanung. Teile der heutigen K\u00f6nigsallee, des Hofgartens, des Spee\u2019schen Grabens sowie der Anlagen rund um Schwanenspiegel und Kaiserteich stehen indirekt mit dem R\u00fcckbau der Festung in Verbindung. Wer dort heute spazieren geht, bewegt sich also teilweise auf den Spuren der alten Verteidigungsstadt.<\/p>\n<p>Und genau deshalb besitzt der Fund unter dem Behrensbau eine besondere Symbolik. Der Bau selbst ist bereits ein Geschichtsbuch aus Stein: 1912 als Mannesmann-Zentrale bezogen, nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der britischen Milit\u00e4rregierung und sp\u00e4ter Heimat der ersten nordrhein-westf\u00e4lischen Landesregierungen. Nun wird er zum Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen \u2013 und ausgerechnet w\u00e4hrend dieses Umbaus kommt unter dem Geb\u00e4ude eine noch viel \u00e4ltere Schicht D\u00fcsseldorfer Geschichte zum Vorschein.<\/p>\n<p>Noch ist offen, was langfristig mit den freigelegten Mauern geschieht. Die wissenschaftliche Untersuchung l\u00e4uft, und bislang ist nicht bekannt, ob Teile der Festungsreste sp\u00e4ter f\u00fcr Besucher sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen. Genau das w\u00e4re allerdings eine reizvolle Vorstellung: ein Haus der Geschichte, in dem man nicht nur \u00fcber Geschichte spricht, sondern einige Meter tiefer tats\u00e4chlich auf ihr steht.<\/p>\n<p>Denn manchmal liegt Geschichte eben nicht im Museum.<\/p>\n<p>Manchmal liegt sie direkt darunter.<\/p>\n<p>#D\u00fcsseldorf #D\u00fcsseldorf4You #DUS4YOU #Stadtgeschichte #Arch\u00e4ologie #Behrensbau #HausDerGeschichte #UnserD\u00fcsseldorf <\/p>\n<p>Hinweis zum Beitragsbild: Bei der verwendeten Darstellung handelt es sich um ein Symbolbild. Es zeigt eine inszenierte arch\u00e4ologische Ausgrabung und nicht die tats\u00e4chliche Fundstelle am Mannesmannufer.<\/p>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1290553509760153\/posts\/1493661789449323\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beitrag auf Facebook ansehen<\/a><\/p>\r\n\r\n<div class=\"d4yni-embed d4yni-embed-fbpost\"><div class=\"d4yni-embed-inner\"><iframe src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2F1290553509760153%2Fposts%2F1493661789449323&#038;show_text=false&#038;width=500\" width=\"500\" height=\"680\" style=\"border:none;overflow:hidden\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u261d\ufe0f\ud83e\udef5\ud83d\udc49 UNTER DEM HAUS DER GESCHICHTE LIEGT NOCH MEHR GESCHICHTE Mitten in D\u00fcsseldorf wird gerade Geschichte gebaut \u2013 und dabei ist noch \u00e4ltere Geschichte wieder aufgetaucht. 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